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Coronavirus in Krefeld: 40 Verdachtsfälle getestet - alle negativ

Corona in Krefeld : 40 Verdachtsfälle getestet – alle negativ

Stadtdirektorin Zielke mahnt zu Ruhe und Hygiene. Ab dem ersten Corona-Fall wird ein Bürgertelefon eingerichtet.

Ruhe bewahren – Abwarten – Händewaschen. So lautet das Credo von Stadtdirektorin Beate Zielke derzeit im Falle allgemeiner Corona- Besorgtheit. Bisher ist in Krefeld kein Corona-Fall bekannt. Verantwortlich für die Sicherheit von Krefelds Bürgern, obliegt Zielke die Warnung und Information der Bevölkerung sowie die Erstellung und Fortführung von Katastrophenplänen. Im Gesundheitsausschuss nahm sie gemeinsam mit der Leiterin des Gesundheitsamtes Agnes Court  zu  Dringlichkeitsanfragen von CDU und SPD Stellung. Ohne Zahlen nennen zu können, bezeichnete Amtsärztin Court die Liste der gemeldeten Verdachtsfälle bereits jetzt als „lang“. Insgesamt sieht man sich im Rathaus auf den möglichen Krisenfall gut vorbereitet und spricht von „unberechtigter Panik“.

„Mit dem ersten Corona-Fall wird ein Bürgertelefon eingerichtet“, verspricht die Stadtdirektorin. Bis dahin rät Zielke zur Handhygiene mittels Wasser und Seife. Aus Gründen der Aufklärung habe man bereits entsprechende Aufkleber mit Hinweisen in den Toiletten angebracht und Plakate seien schon im Druck. Menschen, die schlecht schlafen, habe sie auch schon einmal empfohlen sich bei Youtube das Video „wie wasch ich meine Hände“ anzuschauen. Auf das Aufstellen von Handdesinfektionsgeräten habe man bislang im Rathaus verzichtet, erklärte Zielke anlässlich der Nachfrage durch SPD-Bürgermeisterin Klaer. Augenblicklich herrsche eine „in gewissem Masse unberechtigte Panik“, glaubt Zielke, und „mit dem Aufstellen der Desinfektionsapparate tragen sie schon wieder zur Panik bei. Es ist nicht notwendig, dass wir alle desinfizieren“. Für Kitas und Schulen sei angeordnet, Türklinken und Handläufe besonders zu reinigen. Man habe versucht Desinfektionsgeräte zu bekommen, doch an der Stelle mache sich die Globalisierung bemerkbar. „Die Geräte werden alle aus dem asiatischen Markt zugeliefert, und da ist nichts zu bekommen“. Man habe zwar „Quellen aufgetan“ für  Desinfektionseinheiten in kleinen Flaschen, die seien jedoch immer in kürzester Zeit „verschwunden“.

Neben Hygieneratschlägen riet die Stadtdirektorin verunsicherten Bürgern zum Blick auf die städtische Internetseite, auf der die Stadt Krefeld sich mit allen wichtigen Institutionen wie zum Beispiel dem Robert-Koch-Institut (RKI) verlinkt habe. „Wer wirklich diese Angst hat, und sich nur mit dem Thema Corona-Virus beschäftigen möchte, hat dort einen solch hohen Informationsgehalt von tagesaktuellen Informationen“, wie ihn die Stadt mit eigenen Beiträgen „nicht schlauer“ leisten könne.

Anders verhielte es sich, sobald es in Krefeld zu einer nachgewiesenen Erkrankung käme, so Zielke. Nach ihren Angaben habe man bereits im letzten Jahr vor Ort begonnen, den Pandemie-Plan für Krefeld zu überarbeiten. „Wir sind in diesen Tagen dabei, diesen jetzt an den Corona-Fall noch besonders anzupassen. Der Pandemieplan ist derzeit in der verwaltungsinternen Abstimmung und kann nicht öffentlich eingesehen werden. Zielke stellte in Aussicht: „es wird in Krefeld ein Bürgertelefon geben, wenn es in Krefeld einen konkreten Sachverhalt gibt“. Dann werde man die „bereits in früheren Jahren bewährte 19700 auslösen“, das Personal dafür sei bereits bestimmt. Details werde man in dieser Woche noch im Gespräch mit Feuerwehr, Krankenhäusern und Ärzten klären, aber fest stehe, dass die Stadt im Falle eines ersten Corona-Patienten „eine ganz andere Informationsstrategie fahre“. Was das heiße und wie man reagiere, richte sich danach „wie sich dieser besondere Fall darstellt“.

Verdachtsfälle habe es schon einige gegeben, bestätigte die Leiterin des Gesundheitsamtes und erläuterte nach Anfrage aus den Reihen von CDU, SPD und FDP die Abläufe. „Es ist nicht so, dass man zu seinem Hausarzt sagen kann, mach doch bitte mal einen Test“, so Court. Für das Vorgehen gebe es klare Anweisungen durch das RKI. „Es muss eine klare Indikation vorliegen“. Das Gesundheitsamt selber nehme keine Abstriche vor:  „Wir sind nicht die zuständige Stelle“. Der Abstrich erfolge durch den Hausarzt. Es bestehe eine Meldepflicht für die Fälle, bei denen eine Indikation vorgelegen habe und wo ein Abstrich-Test vorgenommen worden sei. „Die Ergebnisse werden generell dem Gesundheitsamt telefonisch mitgeteilt, sobald das Ergebnis vorliegt. Bisher hatten wir – toi,toi,toi – nur negative Tests.“ Die Tests werden nach Angaben der Amtsleiterin von den Laboren einmal am Tag umgesetzt, und die Ergebnisse liegen nach vier bis fünf Stunden vor. Es habe bereits viele Tests gegeben, so Court. „Wir haben lange Listen.“ Sie räumte auf Nachfrage ein: „die Zahl kann ich Ihnen konkret nicht sagen“.

Den Mitgliedern des Gesundheitsausschusses wurde eine Bezifferung der Verdachtsfälle für Mittwoch zugesagt. Auf Anfrage unserer Redaktion an die Verwaltung hieß es  am Mittwochmorgen: 40 auf Corona getestete Fälle gemeldet – alle negativ. Weitere Fälle sind in der Bearbeitung, die Anzahl ist steigend.