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Corona trotzen: City von Krefeld adventlich geschmückt

Krefeld : Corona trotzen: City adventlich geschmückt

Der 1. Advent ist in normalen Zeiten der Auftakt des Weihnachtsgeschäfts und für Einkäufer Beginn der Zeit, Geschenke zu besorgen. Krefelds City ist geschmückt wie selten: wegen, nicht trotz Corona. Es geht darum Flagge zu zeigen. Heute am Black Friday locken viele Sonderangebote.

Es klingt paradox: Das Weihnachtsgeschäft ist für den Einzelhandel in diesem Jahr gegen den Trend der vergangenen Jahre wichtiger denn je geworden. „In den vergangenen Jahren war die Bedeutung nicht mehr ganz so überragend“, erläutert Markus Ottersbach vom Einzelhandelsverband Krefeld-Viersen, „sie war stark branchenabhängig“. In diesem Jahr aber haben die Händler schwere Einbußen hinter sich.  Erfreulicher Trend: „Unser Eindruck ist, dass das Bewusstsein bei den Kunden, den stationären Handel in diesen Krisenzeiten zu stützen, gewachsen ist.“ Dazu kommt, dass viele Händler ihr Angebot mittlerweile digitalisiert anbieten.  „Wer im Internet nach einem Produkt und  dem Ort sucht, wird, wenn er nicht nur oben, sondern etwas weiter unten sucht, in der Regel fündig.“ Ottersbach appelliert an die Kunden, dies zu nutzen und so dem heimischen Handel  eine Chance zu geben:  „Jeder Euro zählt.“

Stichwort Bewusstsein: Für Christoph Borgmann, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, hat diese Coronazeit auch einen positiven Effekt. „Früher wurde über den Weihnachtsmarkt immer mal wieder gemeckert. Jetzt fehlt er ganz; vielleicht wird manchem bewusst, wie schön es war, beim Stadtbummel mal eben  über den Weihnachtsmarkt zu gehen.“ Borgmann ist überzeugt:  Der Krefelder Weihnachtsmarkt hat eine sehr gute Entwickelung genommen und hätte in diesem Jahr mit der Ausdehnung des „Made in Krefeld“-Marktes und der Verlegung des klassischen Crefelder Weihnachtsmarktes zum Platz an der Alten Kirche noch einmal einen Qualitätssprung gemacht. Dann kam Corona. 

Gerade wegen der Corona-Einschränkungen  legen die Händler in diesem Jahr besonderen Wert auf schöne Dekoration ihrer Geschäfte, berichtet Borgmann. „Königstraße, Marktstraße und Hochstraße sind adventlich  geschmückt, die City wirkt gerade bei Dunkelheit heimelig und weihnachtlich, und alle Händler haben besonderen Wert auf die Gestaltung der Schaufenster gelegt“, sagt er.

Auf Aktionen wird der Handel verzichten. „Wir haben eingehend diskutiert“, berichtet Borgmann, „am Ende haben wir entschieden: Es macht in diesem Jahr einfach keinen Sinn, mit Aktionen Menschenaufläufe zu provozieren.“ Er und Einzelhandelssprecher Ottersbach setzen im Gegenteil darauf, dass es in Krefeld sicher ist einzukaufen und man Stoßzeiten vermeiden kann. Die Geschäfte halten sich an die Hygieneregeln; zudem gibt es Phasen mit weniger Besucherzuspruch, die man nutzen könne – Ottersbach: „Montag und Dienstag sowie die Vormittage sind klassischerweise frequenzschwach. Vielleicht ist es möglich, verstärkt in diesen Zeiten den Stadtbummel zu starten.“ So kann sich alles entzerren, ohne dass ein wichtiges Ziel für Weihnachten leidet: anderen mit Geschenken eine Freude zu bereiten.