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Corona: Theater Krefeld spielt auf Distanz: Plan B mit szenischen Abenden und Multimedia

Theater Krefeld und Mönchengladbach : Corona - Theater spielt auf Distanz

Die Schutzbestimmungen ändern sich ständig. Im Theater ist der geplante Betrieb nicht möglich. Deshalb gibt es einen neuen, modifizierten Spielplan bis zum Jahreswechsel. Nach den Ferien dürfen 300 bis 350 Zuschauer ins Haus.

Salome und Beethoven fallen flach. Für „Peter und der Wolf“ kommt ein Schaf. Und statt der „Regimentstochter“ tritt Carmen in Aktion: Das Theater Krefeld/Mönchengladbach hat am Mittwoch einen neuen Spielplan vorgestellt, mit dem es nach den Theaterferien auf die großen Bühnen der beiden Häuser geht. Die Studios werden nicht bespielt – zunächst. „Plan B“ gilt für die erste Spielzeithälfte und hat trotz der vielen Sicherheitsauflagen  Spannendes zu bieten.

„Wir planen von einer Corona-Schutzmaßnahme zur nächsten“, sagt Intendant Michael Grosse. Dem Verwirrspiel mit immer neuen Regeln will er Konstanz entgegensetzen. So bleiben die Vorstellungen im Juni auf 70 Zuschauer beschränkt. Nach den Ferien dürfen 300 bis 350 Besucher pro Vorstellung kommen. Ziel ist das Gefühl Theater zu erleben und Corona dabei zu vergessen.

90 Minuten wird jede Vorstellung dauern, eine Pause gibt es aus organisatorischen Gründen nicht. Theaterarbeit läuft unter erschwerten Bedingungen ab. Schauspiel, Oper und Ballett auf Distanz – das ist eine Herausforderung, die die Theaterleute kreativ und oft spartenübergreifend angenommen haben.

Das Theater achtet auf strenge Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen. Die Distanzregel ist auf die Marmorstufen im Foyer geklebt. Foto: Petra Diederichs

„Das Musiktheater ist besonders gebeutelt“, meint Operndirektor Andreas Wendholz. Der Orchestergraben bleibt gesperrt, Chorgesang ist „nicht praktizierbar“.  Oper schon: In Krefeld startet die Spielzeit am 12. September mit „Carmen“. 20 Leute im Orchester, Eva Günschmann, David Esteban, Sophie Witte und Johannes Schwärsky als singende Hauptdarsteller und deren Alter Egos aus der Ballettcompagnie – vom Video-Virtuosen Kobie van Rensburg szenisch entsprechend geschnitten – setzen Bizets Oper um.

Auch in Gladbach gibt es einen Saisonstart mit Änderungen. „Cabaret“ ist bereits vorbereitet, aber funktioniert nicht im großen Aufgebot. Deshalb hat Regisseur Frank Matthus aus Kurzgeschichten von Christopher Isherwood, der die literarische Vorlage für das Musical geliefert hat, ein neues Stück geschrieben. „Man hört die Cabaret-Hits und sieht die Besetzung, allerdings in theoretischer Form“, sagt Schauspieldirektor Matthias Gehrt. Getanzt wird bei „Goodbye to Berlin“ zwischen Plexiglasscheiben. Das sind die Premieren:
KREFELD
Carmen: 12. September
The Show must go on – Musical-Highlights, 27. September
Walküre, 1. Akt: eine kammermusikalische Version für zwei Klaviere, Cello und Schlagwerk, 4. Oktober
Endspiel von Samuel Beckett, 1. November
Winterreise: Schuberts Liederzyklus, choreografiert von Robert North, 14. November
Des Kaisers neue Kleider: Weihnachtsstück als Märchenerzählung, 28. November
Alles maskiert: eine Corona-Revue mit Musik von Strauß bis Cooley, 13. Dezember
Beuys’ Küche: Annäherung an Beuys’ Kunstbegriff mit theatralen Mitteln, 30. Januar
The Plague – ein Multimedia-Opernpasticcio mit Barockmusik zum Text „Die Pest zu London“ von Daniel Defoe, 20. Februar.
MÖNCHENGLADBACH
Goodbye to Berlin, 29. August
Dis–Tanz Ballettchoreografien von Robert North, Takashi Kondo und Alessandro Borghesani, 5. September
Alles maskiert, eine Corona-Revue, 17. September
Meisterklasse, ein Abend über Maria Callas und ihre Schüler, 15. Oktober
The Show must go on, Musical-Highlights, 6. November
Schaf, Weihnachtsstück über ein Schaf, das seinen Namen sucht, 14. November
Don Pasquale, konzertante Aufführung von Donizettis Oper, 28. November
KONZERTE
Die Termine für die Sinfoniekonzerte im Seidenweberhaus, im Rheydter Konzertsaal und in der Kaiser-Friedrich-Halle bleiben bestehen, die Programme wurden abgeändert. Der geplante Beethoven-Marathon ist auf 2021 verschoben. Ein Trostpflaster soll die Pastorale im 1. Sinfoniekonzert (25.-28.August) bieten.