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Corona-Pandemie: Zahl der Toten in Krefeld steigt weiter an

Corona-Pandemie : Sterberate in Krefeld steigt weiter an

In der Senioreneinrichtung Haus Rapaehl gab es am Montag den siebten Todesfall wegen Covid 19. Ferner starb am Wochenende eine etwa 50 Jahre alte Person.

Seit Montag greifen Lockerungen der wegen der Corona-Krise verhängten Einschränkungen im täglichen Leben: Dabei habe sich im Grunde nichts geändert. Das Virus sei aktiv, sehr ansteckend, eine Gefahr für Ältere und Kranke, und es gebe nach wie vor keinen Impfstoff, sagte Oberbürgermeister Frank Meyer am Montag im Rathaus. Stadtdirektorin Beate Zielke stützte die Einschätzung mit Fakten. Die Zahl der an Covid 19 verstorbenen Krefelder sei erneut gestiegen. „Mittlerweile gibt es zwölf Tote“, sagte sie.  Am Wochenende sei eine etwa 50 Jahre alte Person innerhalb kürzester Zeit an den Folgen der Infektion mit dem Corona-Virus gestorben. Sie sei stark vorerkrankt gewesen und aus einem Heim ins Krankenhaus eingeliefert worden. Dort habe sie wenig später ihren letzten Atemzug getan. Hinzu sei am Montag ein weiterer Todesfall gekommen. Der siebte im Haus Raphael – eine Betreuungseinrichtung für überwiegend an Demenz erkrankte Senioren.

In Krefeld seien bislang 3561 Abstriche genommen worden, berichtete Beate Zielke. 37 Ergebnisse seien noch offen. 402 Personen seien positiv auf das Corona-Virus getestet, 275 davon wieder genesen. Aktuell seien 115 an Covid 19 erkrankt, drei weniger als am Sonntag. 1222 Krefelder befänden sich freiwillig oder nach behördlicher Anordnung in Quarantäne. 30 Einwohner seien in stationärer Behandlung in einer Klinik, neun würden intensivmedizinisch betreut und acht davon künstlich beatmet. „Am Wochenende ist erstmals eine mit dem Corona-Virus infizierte, jüngere Person gestorben. Alle Menschen, die Covid 19 in Krefeld zuvor nicht überlebt haben, waren im betagten Alter“, informierte Beate Zielke.

Nach der Lockerung der Einschränkungen werde die „Situation immer unübersichtlicher“, sagte Meyer. Es werde für den Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) und die Polizei immer schwieriger, die Einhaltung des Kontaktverbots zu kontrollieren und Verstöße zu ahnden. Von Vorteil dürfte sein, dass sich die Krefelder bislang sehr einsichtig gezeigt haben. Am Sonntag kam es nur zu 99 Ansprachen und zwei Platzverweisen. Ein Bußgeld oder eine Strafanzeige musste nicht verhängt werden. Allerdings wird der KOD jetzt mehr gefordert. Er muss zusätzlich überprüfen, ob die geöffneten Läden dies berechtigterweise tun und die Vorschriften hinsichtlich Hygiene und Abstand einhalten. „Das dürfte quasi unmöglich werden“, sagte Beate Zielke, die eine Laissez-faire-Haltung gegenüber den Regeln befürchtet.

Nicht glücklich sind Meyer und Schuldezernent Markus Schön mit den nordrhein-westfälischen Sonderregeln hinsichtlich der Öffnung der Schulen für die Jungen und Mädchen, die vor einer Abschlussprüfung stehen. In Krefeld seien das 5400 Schüler. 2000 dürften freiwillig die Schule aufsuchen, um sich auf das Abitur vorzubereiten. 3400 unterlägen der Schulpflicht, um ihren Abschluss an anderen Schulformen zu machen, erklärte Schön.

Bis zum Schulstart am Donnerstag bleibt nicht viel Zeit, um alle Probleme zu lösen. Es gebe Hotspots in Uerdingen mit dem Berufskolleg und der benachbarten Gesamtschule und an der Westparkstraße mit Vera-Beckers-Berufskolleg und Kaufmannsschule, informierte der Schuldezernent. Die Situation dort solle durch gestaffelte Zeiten für den Unterrichtsbeginn entzerrt werden. Ferner empfiehlt Schön, statt mit dem Öffentlichen Personennahverkehr mit dem Fahrrad zur Schule zu fahren.

Eine Vorschrift, dass zehn Quadratmeter für einen Schüler zur Verfügung stehen müssten, gebe es nicht. Es gelte die Abstandsregel mit 1,5 Metern Distanz voneinander und eine Begrenzung der Gruppengröße auf maximal 15 Schüler. „Das führt dazu, dass wir irgendwann an Kapazitätsgrenzen stoßen“, sagte Meyer in Bezug auf Räume und Personal. Lehrer, die jenseits der 60 Jahre alt oder vorerkrankt oder schwanger seien oder vorerkrankte Angehörige hätten, dürften im Unterricht nicht eingesetzt werden, erklärte der Oberbürgermeister. Die Zahl derer, die zusätzlich in die Notbetreuung der Grundschulen und Kindertagesstätten aufgenommen werden müssten, sei sehr übersichtlich. Stand gestern waren es etwa 40 Grundschulkinder zusätzlich ,so Schön.