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Corona: Inzidenz in Krefeld steigt auf 29,9

Zwei Infizierte aus Krefeld müssen im Krankenhaus behandelt werden : Corona-Inzidenz in Krefeld steigt auf 29,9

Die Grünen fordern zum Start des neuen Schuljahres unter anderem den Einsatz von Impfteams an Schulen. Jugendliche nehmen in einer Befragung zum Homeschooling Stellung. Die Antworten.

Weiter gestiegen ist in Krefeld die Sieben-Tages-Inzidenz: Aktuell (Stand: Montag, 2. August, 0 Uhr) weist das Robert-Koch-Institut für Krefeld den Wert 29,9 aus (Vortag: 27,7). Dieser Wert stellt die Summe der neugemeldeten Corona-Fälle in den vergangenen sieben Tagen, bezogen auf 100.000 Einwohner, dar.

Zurzeit sind nach Aussage des städtischen Gesundheitsamtes 86 Personen in Krefeld infiziert, eine weniger als am Vortag (87). Neu gemeldet worden sind sieben Corona-Infektionen. Die Gesamtzahl der bestätigten Fälle beträgt damit 11.833 (Vortag: 11.826). Als genesen gelten 11.570 Krefelder, die Zahl der verstorbenen Personen ist mit 177 weiterhin unverändert. Im Krankenhaus behandelt werden müssen aktuell zwei Personen (Vortag: eine), keine davon intensiv-medizinisch. Die Gesamtzahl der Quarantänen beträgt jetzt 32.189 (Vortag: 32.182).

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) informiert mit einem Merkblatt über Wissenswertes zur Corona-Schutzimpfung für Kinder und Jugendliche. Damit sollen Eltern und Sorgeberechtigte bei der Entscheidung unterstützt werden, erklärte die Zentrale. Das Merkblatt informiert etwa über die Impfstoffe, die es für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren gibt. Zudem sind Impfreaktionen und Nebenwirkungen zusammengestellt, die auftreten können und es gibt eine Checkliste, die einzelne Faktoren bündelt und bei der Entscheidung helfen soll. Auch wird erklärt, für welche Kinder und Jugendlichen die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut (RKI) die Corona-Schutzimpfung ausdrücklich empfiehlt.

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Seit Juni 2021 können auch Kinder ab zwölf Jahren gegen das Coronavirus geimpft werden. Dazu gibt es allerdings bislang keine allgemeine Empfehlung der Stiko. Das Expertengremium hat nur eine Impfempfehlung für Kinder aus Risikogruppen ausgesprochen, weil Kinder und Jugendliche meist ohne Krankheitszeichen oder mit mildem Covid-19-Verlauf erkranken und die Datenlage für eine allgemeine Empfehlung noch nicht ausreiche. Gemäß Stiko könnten allerdings auch weitere Kinder und Jugendliche „nach ärztlicher Aufklärung und individueller Risikoakzeptanz“ eine Impfung erhalten. Eine solche Beratung wird im Impfzentrum auf dem Sprödentalplatz angeboten.

Die Grünen befürworten die Impfung von Kindern und Jugendlichen und forderten zum Start des neuen Schuljahres den Einsatz von Impfteams an Schulen. „Kinder und Jugendliche müssen endlich in den Mittelpunkt der Corona-Strategie“, sagt die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt. Impfungen seien wichtig im Kampf gegen Corona. Dafür brauche es jetzt einfache und unkonventionelle Wege sowie „einfache, klare Information und Aufklärung für die Eltern“.

Die Hälfte der Jugendlichen möchte sich nach der Corona-Pandemie wieder vom Homeschooling verabschieden. In der Jugend-Digitalstudie der Postbank sprechen sich 51 Prozent der Befragten dafür aus, dass es in Zukunft wieder ausschließlich Präsenzunterricht gibt. Immerhin ein gutes Drittel wünscht sich aber zumindest einen Wechsel zwischen persönlicher Anwesenheit in der Schule und digitalem Fernunterricht. Für die jetzt veröffentlichte, repräsentative Studie waren 1000 Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren befragt worden.

Die Hälfte von ihnen räumte ein, dass sie sich beim Homeschooling leichter ablenken lässt. 55 Prozent der Befragten hoben jedoch die Zeitersparnis positiv hervor, weil das Pendeln zur Schule wegfällt. Nachholbedarf sehen die Jugendlichen bei der technischen Ausstattung der Schulen: Diese bewerteten sie im Schnitt mit der mäßigen Schulnote 3,1. Auch für die technischen Fähigkeiten der Lehrkräfte gab es lediglich die Note 3,0.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, betrachtet die Vorbereitungen für das neue Schuljahr nach den Ferien skeptisch. Er erklärte, man stehe ehrlicherweise nicht viel besser da als im vergangenen Jahr: „Wenn wir uns die Luftfilter anschauen, dann stehen wir da nicht so gut da, wie wir stehen könnten. Das Bundesprogramm kam ja viel zu spät - erst im Juli.“ Es sei sehr viel Zeit versäumt worden, betont Meidinger. Ein solches Programm könne nicht innerhalb weniger Wochen umgesetzt werden. Auch der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm, kritisiert angesichts steigender Corona-Infektionszahlen eine mangelnde Vorbereitung der Politik auf den Schulstart: „Wir starten jetzt wieder in den Unterricht in den Bundesländern mit dem Credo: Das wird schon gut gehen – toi, toi, toi, aber ohne tatsächlich sich mal ausnahmsweise einen Plan gemacht zu haben.“