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Corona in Krefeld: Platzverweise in der Drogenszene

Corona in Krefeld : Platzverweise bei der Drogenszene

Drogenabhängige riskieren ihr Leben mit Leichtsinn bei Corona: Die Stadt hat zwei Dutzend Platzverweise ausgesprochen, weil Drogenabhängige vom Theaterplatz die Kontaktverbote nicht einhalten. Bricht die Krankheit in dieser Szene aus, wird es extrem gefährlich für die Betroffenen.

Wenn ab Montag, 25. Mai, auch die letzten Jahrgänge an Gymnasien und Gesamtschulen zurückkehren, wird sich innerhalb der nächsten zwei Wochen entscheiden, ob die Zahl der Corona-Infektionen wieder in die Höhe schnellt oder nicht.  Zurzeit sind die Werte unbedenklich: Von Donnerstag auf Freitag wurden nur zwei Neuinfizierte gezählt (613 Personen, Donnerstag: 611). Die wichtige Zahl der Neuinfizierten in den vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner (die 7-Tage-Inzidenz) lag am Freitag bei 15 (Donnerstag: 18). Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 50 müssen die Corona-Regeln verschärft werden.

Bedenklich: 25 Platzverweise wegen Verstößen gegen das Kontaktverbot am Himmelfahrtstag betrafen vornehmlich Suchtkranke vom Theaterplatz. Diese Klientel ist wegen der allgemein schlechten physischen Verfassung durch die Drogenabhängigkeit besonders gefährdet.

Was der Stadt Sorge bereitet, ist die nach wie vor laxe Einhaltung der Mundschutzregeln. Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) hat auch Verstöße bei Frisören und in der Gastronomie, jeweils sowohl bei Kunden als auch beim Personal, festgestellt. Die insgesamt 309 Ansprache wegen Verstoßes gegen die Maskenpflicht verteilen sich mit 294 an Haltestellen und 15 auf Frisöre und Gastronomie. Am Mittwoch gab es 46 Ansprachen wegen Verstoßes gegen das Kontaktverbot und sieben Platzverweise. Der Himmelfahrtstag war insgesamt ruhig.

Bei vier  Kontrollen in Gastronomiebetrieben wurden in einem Fall zwei Verstöße der Mitarbeiter gegen die Maskenpflicht festgestellt. Auf der Skateranlage Voltaplatz spielten rund 25 Personen Fuß- und Basketball – das Spiel wurde gestoppt. Die Personen zeigten sich nach der Ansprache durch den KOD einsichtig, hieß es. Auf dem Bolzplatz Deutscher Ring spielten acht Leute Fußball; auch dort wurde das Spiel untersagt, auch dort verließen die betroffenen ohne Murren den Platz.  An den Haltestellen Hansa- und Rheinstraße wurden am Himmelfahrtstag 143 Ansprachen wegen Verstoßes gegen die Maskenpflicht nötig.

Die Zahl der aktuell noch am Coronavirus erkrankten Personen ist in Krefeld wieder leicht gesunken. Der städtische Fachbereich Gesundheit zählt – Stand Freitag, 22. Mai, 0 Uhr – noch 68 aktuell Infizierte: Das sind vier weniger als am Donnerstag. Leicht höher ist mit 523 (Vortag 517) Genesenen ist die Zahl derjenigen, die die Erkrankung mit dem Coronavirus überstanden haben. In den Krankenhäusern werden aktuell noch neun Krefelder behandelt, davon drei auf der Intensivstation (10 / 3). Es befinden sich noch 1773 Personen (Vortag 1798) in häuslicher Quarantäne.

An den vergangenen beiden Tagen wurden 38 neue Abstriche gemacht, von den Laboren werden noch 18 Proben erwartet. Weiterhin sind 22 Personen verstorben, bei denen das Coronavirus nachgewiesen worden war.

Die Bilanz des Kommunalen Ordnungsdienstes am Himmelfahrtstag war insgesamt positiv. Es waren zwar viele Personen im Stadtgebiet unterwegs; so war etwa der Stadtwald Ziel vieler Ausflügler. Befürchtungen, dass es hierbei vermehrt zu Verstößen gegen das Kontaktverbot kommen würde, bestätigten sich indes nicht.