Krefeld Concordia - das letzte Konzert

Krefeld · Kurz vor ihrem 100-jährigen Bestehen löst sich die Chorgemeinschaft Concordia Uerdingen 1919 auf. Am Sonntag gibt sie ihr letztes Konzert in der Hohenbudberger Kirche St. Matthias.

 Erinnerung an die Vorbereitungen zum 90. Jubiläum 2009: Die Chorgemeinschaft Concordia Uerdingen im Probenraum.

Erinnerung an die Vorbereitungen zum 90. Jubiläum 2009: Die Chorgemeinschaft Concordia Uerdingen im Probenraum.

Foto: T.Lammertz

Feierlich soll es werden, aber es wird sich sicher auch ein wenig Wehmut einschleichen, wenn die Chorgemeinschaft Concordia Uerdingen am Sonntag um 15 Uhr ihr traditionelles Weihnachtskonzert in der Hohenbudberger Kirche anstimmt. Es ist der letzte große Auftritt des Traditionschores von 1919. Drei Jahre vor dem großen Jubiläum löst er sich auf. "Wir hätten das 100-Jährige gerne geschafft. Aber wenn wir uns die Lage realistisch ansehen, ist das nicht machbar", sagt Geschäftsführer Thomas Hoffmann. Mit 33 Jahren ist der Tenor die jüngste Stimme im Ensemble, der älteste Sänger ist 88. "Unser Altersdurchschnitt liegt sicher über 65 Jahre", meint Hoffmann. Viele sind seit Jahrzehnten dabei. Das Schicksal, dass es an jungen Neumitgliedern mangelt, teilen die Uerdinger mit den meisten Chören. Die Altersstruktur ist nicht ihre einzige Sorge. "Auch finanziell ist es schwierig", erklärt Hoffmann. Und dass Chorleiter Hartmut Sennlaub jetzt Krefeld verlässt und nach Hamburg zieht, war für eine Reihe Concordianer Anlass, sich nicht wieder auf einen Neuanfang einzustellen. Von den zur Zeit 20 Mitgliedern bliebe nur etwa die Hälfte dabei. Hoffmann: "Und ein neuer Chorleiter wäre für uns kaum finanzierbar. Herr Sennlaub ist uns aus Verbundenheit sehr entgegengekommen."

Neu aufgestellt hat sich die Chorgemeinschaft einige Male, voller Mut, Zuversicht und mit klarem Blick in die Zukunft. 1919 begann alles mit einem Männerchor. Die Frauenstimmen kamen erst Ende der 1950er Jahre dazu. In den glanzvollen Zeiten der 60er und 70er Jahre sang die Concordia mit 100 Stimmen.

Neben aller Geselligkeit war die Qualität den Uerdingern wichtig. Schlager, Musicals und Kunstlieder gehörten neben rein gesungenen Volksliedern zum Anspruch. Auf den nach dem Volksliedsammler und Komponisten Anton Wilhelm von Zuccalmaglio benannten Festivals des Deutschen Sängerbundes holte man dreimal erste Preise. Als die Mitgliederzahlen bröckelten und viele Chöre in Existenznot gerieten, übernahm die Concordia Sänger aus den sich auflösenden Ensembles Bach-Chor und Gospelchor der VHS. Das beeinflusste auch das Repertoire, Gospels und Johann Sebastian Bach kamen nun auch regelmäßig auf den Probenplan.

Mit einem anspruchsvollen Programm will die Chorgemeinschaft ihren Abschied zelebrieren: Mit Auszügen aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach sowie Stücken aus der "Misa Criolla" und der "Navidad Nuestra" von Ariel Ramirez wartet sie am Sonntag auf. Und natürlich stehen auch klassische, bekannte Weihnachtslieder auf dem Programm.

Weihnachtskonzert am Sonntag, 18. Dezember, 15 Uhr, St. Matthias Hohenbudberg

(RP)