Club-Atmosphäre für den Mies-van-der-Rohe-Business-Park in Krefeld

Wirtschaft: Club-Atmosphäre für den Business-Park

Mit einer Standort-Offensive will Wolf Reinhard Leendertz in Düsseldorf für seinen Mies van der Rohe Business Park an der Girmesgath werben. Er möchte das Areal in Inrath zu einem IT-Campus ausbauen. Impulse sollen der Bau eines Parkhauses, eine Food-Halle sowie Angebote mit Ferienclub-Feeling für die Beschäftigten geben.

Viel Energie hat Wolf Reinhard Leendertz darauf verwendet, den Spieleentwickler Ubisoft Blue Byte aus Düsseldorf für seinen Mies-van-der-Rohe-Business-Park an der Girmesgath als neuen Firmenstandort zu überzeugen. „Wir haben dazu eine 150-seitige Präsentation erarbeitet“, sagte er am Donnerstag bei der Vorstellung seines neuen Konzepts für das gesamte Areal in Inrath. Stand gestern war Leendertz aus dem Rennen „wegen Krefeld“, betonte er. Noch hat er die Hoffnung nicht ganz aufgegeben, die 300 bis 400 Arbeitsplätze auf seinen Campus zu holen. In 14 Tagen falle die Entscheidung für oder gegen den Favoriten. „Vielleicht sind wir danach wieder im Rennen“, erklärte der Unternehmer.

Unabhängig davon, ob er diese Option noch wahrnehmen kann oder nicht, hat der Geschäftsmann aus der Erfahrung gelernt und seine Schlüsse gezogen. Ein renommierter Makler solle in der Landeshauptstadt eine Werbeoffensive für den Mies-van-der-Rohe-Business-Park starten und potenzielle Mieter interessieren. Der vorhandene oder nicht vorhandenen Reiz der Stadt Krefeld spielt demzufolge keine Rolle. Die Beschäftigten der 60 bereits vorhandenen und die der zukünftigen Mieter sollen sich auf dem Gelände wie in einem Ferienclub fühlen, den sie gar nicht verlassen wollen. Robinson-Club-Feeling nennt Leendertz das.

Wichtige Bestandteile seines Plans sind ein gastronomisches Zentrum, Liegestühle und Sitzkissen im Grünen, freies WLan und ausreichend Stellplätze — vielleicht sogar ein Shuttledienst von Düsseldorf in den Business-Park für Arbeitnehmer wie Ubisoft Blue Byte. Leendertz sieht die Zukunft in einem IT-Campus. Die Branche werde im Zuge verstärkter Digitalisierung wachsen und in einen Wettbewerb um fähige Köpfe eintreten müssen. Leendertz`Vision: „Vielleicht sagen die Spezialisten bald Krefeld na ja, aber eine geile Location dort“ und meinen den Mies-van-der-Rohe-Business-Park.

Die ausladende, neue Dachterrasse steht den neuen Mietern zur Nutzung zur Verfügung. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Im März des kommenden Jahres sollen deutlich sichtbare Ergebnisse auf dem Weg zum selbst gesteckten Ziel erkennbar sein. Ein Vertrag mit dem Mönchengladbacher Frank Klix sei unterschrieben, um ein einzigartig neues Gastronomiekonzept in einem rund 1500 Quadratmeter großen Gebäude am Fuße des Wasserturms zu realisieren. Der Wasserturm selbst solle zur Gin-Bar umgebaut werden. Die bisherigen Pläne dort hätten sich in Schall und Rauch aufgelöst, berichtete Leendertz. „Die Gastronomie ist ein brutales Geschäft“, erklärte er. Für die Außengastronomie werde der Bau einer acht Meter hohen Lärmschutzwand nötig. Baugenehmigungen seien erteilt. Parallel begännen die Arbeiten für den Bau eines Parkhauses mit Zugang von der Weyerhofstraße. Rund 350 Autos sollen dort Platz finden. Der Neubau eins HE 2-Gebäudes mit 4000 Quadratmetern Nutzfläche sei in Vorbereitung. HE bedeutet Herrenfutterstoffe und weist auf die Vergangenheit als Textilstandort der Vereinigten Seidenwebereien AG (Verseidag) hin. Das HE 1 Gebäude entstammt der Urheberschaft des weltberühmten Architekten Ludwig Mies van der Rohe.

Liegestühle sind das Symbol für die neue Wohlfühl-Konzeption. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)
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Ein weiterer Baustein zur autarken Wohlfühloase sind Sportangebote. Ein Studio eröffne in Kürze. Mit Betreibern eines Ninja-Warrior-Parcours und eines Kletterangebots — Bouldern — sei er in aussichtsreichen Gesprächen. Vor allem Akademiker widmeten sich der Herausforderung, an drei bis vier Meter hohen Mauern zu klettern.

Wolf Reinhard Leendertz im sanierten Treppenhaus. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

In anderen Bereichen ist Leendertz schon weiter: Er hat einige Immobilien mit Musterbüros und neuen Treppenhäusern hergerichtet und vermietet. Ausladende Dachterrassen, schicke Lofts und witzige Details sorgen für die besondere Arbeitsumgebung. Unter anderem ist die Treasury Intelligence Solutions GmbH (eine Ausgliederung des Multi-Konzerns SAP) dem Lockruf gefolgt und hat neue Räume bezogen.

Das Wohlfühl-Konzept sei nicht nur nach den Erfahrungen aus der Bewerbung um die Ubisoft Blue Byte Gesellschaft entstanden. Einer der ersten Mieter sei mit seiner Feel-good-Managerin Vorbild gewesen. Die Mitarbeiter von AOE kochen und essen zusammen, spielen in den Pausen Kicker und Tischtennis oder arbeiten mit dem Laptop im Liegestuhl sitzend.

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