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Claes J. Biehl schreibt Werk für Krefelder Ensemble Collegium Musicum

Konzert : Kölner Komponist schreibt Auftragswerk für Collegium Musicum Krefeld

Es ist schon ein Ereignis für ein Orchester, wenn ein Komponist ihm ein Werk auf den Klangkörper schreibt. Das Collegium Musicum erfüllte sich den Wunsch. Claes J. Biehls „stille tiefe stille“ wird am 8. Juli uraufgeführt.

Wer den Auftrag für eine Komposition erteilt, hat dazu meist einen Anlass. Zum Beispiel ein anstehendes Jubiläum wie das Collegium Musicum Krefeld. Aus „Laienmusikern jeden Alters, die aus Freude an der Musik viel Zeit für „ihr“ Orchester investieren“ besteht das Ensemble, das im nächsten Jahr sein 90-jähriges Bestehen feiern kann. In zwei Konzerten pro Jahr präsentieren sich die acht ersten und sechs zweiten Geiger, die fünf Bratschisten, fünf Cellisten und ein Kontrabassist gerne ihrem Publikum.

Bisher bestanden die Programme des Ensembles meist aus Kompositionen des Barock, der Klassik, der Romantik und der Spätromantik. Doch um das musikalische Spektrum zu erweitern, planen die engagierten Musiker für ihr nächstes Konzert, das am 8. Juli um 17 Uhr in der Friedenskirche stattfindet, zum ersten Mal eine Uraufführung. Motor dieser gewagten Unternehmung ist nicht zuletzt Heinz Klaus, Künstlerischer Leiter des „Collegiums“ seit nunmehr vier Jahren, der es immer wieder versteht, seine Musiker zu motivieren.

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Komponist des ausgewählten Werkes „stille tiefe stille“ ist Claes Jasper Biehl (*1978), der von 1993 bis 1997 als Geiger dem Collegium angehörte. Er studierte an der Musikhochschule Köln bei York Höller (Komposition), Reinhardt Kretschmar (Musiktheorie) und Clarence Barlow (Computermusik). Nachdem Biel 2003 den Kompositionspreis der Hochschule erhalten und sein Studium mit Auszeichnung abgeschlossen hatte,  schloss er ein Masterstudium am Royal College of Music in London an.  Biehl, der Gründungsmitglied des Künstlerkollektivs 4Arts Krefeld ist und als freier Komponist und Kompositionslehrer arbeitet, bekam von seinem ehemaligen Ensemble den Auftrag, ein etwa zehnminütiges Werk für (Amateur)-Streichorchester zu schaffen. Vor der Uraufführung in der Friedenskirche wird der überwiegend mit Mikromusik befasste Tonsetzer, der sich als von französischer Musik beeinflusst beschreibt, zum besseren Verständnis eine Einführung geben.

Bei einem Probewochenende wurde das zunächst für die Streicher ungewohnte Opus, das nicht nur „fremd“ klingt, sondern auch ungewohnte Spielweisen verlangt, zum ersten Mal im Zusammenhang geprobt und dann dem anwesenden Komponisten präsentiert. Schon im Vorhinein war die Spannung auf beiden Seiten groß. Welche Klangerlebnisse das Publikum erwartet, da halten sich Komponist und Dirigent noch bedeckt.

Doch Heinz Klaus und sein Orchester haben in ihrer Programmkonzeption auch Publikumsvorlieben im Blick gehabt und werden deshalb die Uraufführung mit wohligen Klängen einrahmen. Von Joseph Haydn ist zum Abschluss die Sinfonie Nr. 42 in D-Dur zu hören, und am Anfang steht das Klavierkonzert Nr.12 A-Dur, KV 414, von Wolfgang Amadeus Mozart. Die bei diesen Werken jeweils notwendigen zwei Oboen und zwei Hörner werden „zugekauft“.

Solistin beim Mozart-Konzert ist Veronika Ittermann, die just am Konzerttag 15 Jahre jung wird. Bereits im Alter von fünf Jahren begann sie mit dem Klavierspiel, seit 2015 wird sie von dem Pianisten Michael van Krücker ausgebildet. Wichtigste bisherige Auszeichnung war für die Marienschülerin in diesem Jahr der Preis beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“, gemeinsam mit ihrer Duopartnerin, der Geigerin Aliena Krull. Konzerterfahrungen sammelte die junge Pianistin, die nicht nur „ernste“, sondern auch populäre Musik und Filmmusik gerne interpretiert und sportlichen Ausgleich durch KungFu findet, im Seidenweberhaus, auf Burg Linn, im Düsseldorfer Palais Wittgenstein sowie bei „Kultur findet Stadt(t)“.

Das Konzert des Collegium Musicum, zu dem der Eintritt frei ist – Spenden sind allerdings sehr willkommen – findet statt am Sonntag, 8. Juli, 17 Uhr, in der Friedenskirche, Luisenplatz 1.

Das Streichorchester probt jeden Donnerstag ab 20 Uhr im Haus Greifenhorst in Krefeld-Linn. Ambitionierte Laien, besonders Bratschisten, Cellisten und Kontrabassisten, sind immer willkommen.