Krefeld: City- Projekte für 220 Millionen Euro

Krefeld: City- Projekte für 220 Millionen Euro

Der Bauboom sorgt in der Krefelder City für erhöhte Nachfrage - die Wirtschaftsförderung meldet zahlreiche Anfragen nach Handelsflächen für die vergangenen Wochen. Weitere Flächenentwicklungen sind noch in Arbeit.

Die Aufmerksamkeit war ihnen gewiss: Als WFG-Chef Eckart Preen und Planungsdezernent Martin Linne bei der Expo Real eine halbe Stunde lang die Krefelder Stadtentwicklung mit einem wahren Investitionsschub aufzeigten, belegt durch eine attraktive Visualisierung als 3D-Flug über Krefeld, da konnte man in manche interessierten bis staunenden Gesichter der Branche blicken. "Krefeld - Modell für Urbanität" hatten die beiden die Präsentation überschrieben.

Elf Projekte werden in der City realisiert, acht davon laufen schon, 220 Millionen Euro würden insgesamt investiert, rechnete Martin Linne vor - er nannte auch den neuen Schwanenmarkt als aktuellste Investition. Linne sagte dann einen Satz, der als Kampfansage an umliegende Städte gewertet werden kann: "Wir waren mal die Einkaufsstadt am Niederrhein, da wollen wir wieder hin." Und: "Viele Krefelder, die zwei bis drei Jahre aus der Stadt weg sind, werden große Augen bekommen."

Es war ein Par-Force-Ritt durch die Stadtentwicklung: Linne stellte in seinem Vortrag alle Großbauprojekte vor: von Ostwallcarree über Volksbank und Sparkasse Friedrichstraße bis zum Kaiser-Wilhelm-Museum, das im kommenden Jahr eröffnet werden soll, mit helleren Fenstern, die die Fassade besser betonen.

Am Ostwall "werden auf 150 Metern 100 Millionen Euro durch Private und die öffentliche Hand investiert", sagte Linne, verwies dabei auf die Steinert-Häuser, Ostwallpassage, Ostwallcarree, Wohnstätte-Komplex und die neue Haltestelle. Impuls sei dabei die Entscheidung gewesen, die Ostwall-Haltestelle auszubauen, bilanzierte Linne. "Es braucht einen Urknall." Linne rechnet jetzt für die Zeit "um Ostern rum" mit einem Bauantrag von P & C. Auch dies werde noch einmal einen großen Schub für die City bringen.

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Auch zwei Baustellen der Zukunft nannte der Planungsdezernent noch. Für die 10000 Quadratmeter große Brachfläche an der Kölner Straße hinter dem Hauptbahnhof wird noch ein Investor gesucht. Linne denkt an Einzelhandel, Hotel oder den Dienstleistungsbereich. "Aktuell werden in Krefeld Gespräche geführt." Ein möglicher Umbau des Kaufhofparkhauses Neumarkt, dort wird im Erdgeschoss derzeit "weiße Ware", also Haushaltsgeräte, verkauft, ist für Linne etwas aus dem Fokus gerückt. "Wir können froh sein, dass wir noch einen funktionierenden Kaufhof haben."

Die großen Bauprojekte in der City sorgen offenbar für eine erhöhte Nachfrage von Interessenten an Ladenflächen. Holger Leroy, Leerstandsmanager der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, teilte bei der Expo Real mit, dass in den vergangenen sechs Wochen die Zahl der Interessenten, die sich bei ihm wegen Einzelhandelsflächen in Krefeld gemeldet haben, stark gestiegen sei.

Er nannte einerseits saisonbedingte Faktoren für die gestiegene Nachfrage ("Viele Einzelhändler wollen noch das Weihnachtsgeschäft mitnehmen"), sieht aber auch Gründe in der positiven Krefelder Stadtentwicklung. So würden sich vermehrt Händler für die Rheinstraße rund um Primark interessieren. Jetzt sei die Zeit der Pioniere, die es sich wagen, schon anzumieten, bevor abgeschätzt werden kann, wie groß der Primark-Effekt für die City ist. Wer später komme, der müsse womöglich höhere Mieten bezahlen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Diese Millionenprojekte werden in Krefeld gebaut

(RP)
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