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City-Aufwertung in Krefeld: Gastro-Zentrum in Gefahr

Leerstand im Behnischhaus in Krefeld : Gastronomie-Zentrum in Gefahr

Die Entwicklung im Behnischhaus mit Leerständen im Restaurant und Bistro Schlösser sowie in der Bar Celona gefällt Wohnstätte-Vorstand Thomas Siegert nicht. Sie erschwere das Vorhaben, das Quartier aufzuwerten und zu einem Gastronomie-Zentrum in der City zu machen.

Nach Startschwierigkeiten – verzögerter Baubeginn nach Rechtsstreitigkeiten – entwickelt sich die Ostwall-Passage nach Zeitplan. Im Mai werde mit der Montage der Fassadenelemente aus bis zu 1,70 Meter langen Keramikplatten begonnen. Im August sollten die Arbeiten abgeschlossen und die Baugerüste ab September beseitigt sein, erklärte Thomas Siegert, Vorstand der Wohnstätte AG im Gespräch mit unserer Redaktion. Im Oktober könnte das Objekt bezogen werden.

Ziel der Millioneninvestitionen der mehrheitlich städtischen Wohnungsgesellschaft, zu der auch das benachbarte Verwaltungsgebäude auf dem Areal der früheren Werkkunstschule zähle, ist unter anderem die Aufwertung der Krefelder Innenstadt. Zentraler Punkt dabei sind zwei eingeplante gastronomische Betriebe auf der Ecke Neue Linner Straße und Petersstraße und im Innenhof der Ostwall-Passage. 600 und 300 Quadratmeter sind die Lokalitäten mit Terrassenbetrieb groß.

Die neuerliche Entwicklung im benachbarten Behnischhaus macht Siegert Sorgen. „Es ist sehr bedauerlich, dass sich im Behnischhaus Leerstände breit machen“, sagte er. Vor rund drei Jahren hat die Luxemburger Corestate Capital Group das Eigentum am Behnischhaus erworben und die Immobilie in einen Fonds eingebracht (wir berichteten). In der Folge schlossen sowohl das Restaurant und Bistro Schlösser sowie Yomaro Frozen Joghurt gegenüber dem Stadtmarkt als auch die Bar Celona im mittleren Teil des langgestreckten Komplexes aus der Urheberschaft des berühmten Architekten Günter Behnisch, der unter anderem durch den Bau des Münchener Olympiastadions große Bekanntheit erlangte. Andere Mieter kündigten ihren Auszug bereits öffentlich an.

Die Ostwall-Passage wird im Innenhof Gastronomie auf 600 Quadratmetern mit Terrasse beherbergen. Foto: Norbert Stirken

Ankermieter im Behnischhaus ist die Stadt Krefeld selbst. Nutzer der von der Stadt im Behnisch-Haus seit dem Jahr 2007 angemieteten Flächen von rund 3200 Quadratmetern sei der Fachbereich Schule, Pädagogischer und Psychologischer Dienst. „Die Kontakte zum Vermieter beziehungsweise zur Hausverwaltung beschränken sich auf die Abwicklung der vertraglichen Rechte und Pflichten“, erklärte Stadtsprecher Dirk Senger auf Anfrage unserer Redaktion. Zu Details des Vertragsverhältnisses könne aus Gründen des Datenschutzes keine Stellung genommen werden, sagte er.

Der Bau geht voran. Die Ostwall-Passage soll im Herbst 2019 eröffnen. Foto: Norbert Stirken

Dass die Stadtverwaltung offenbar keine Anstrengungen unternimmt, um mit dem Eigentümer oder dem Verwalter des Behnischhauses in Kontakt zu kommen, um die Leerstände zu thematisieren, versteht nicht jeder in der Krefelder Politik. Konterkariert der Rückzug der Gastronomie in der Bestandsimmobilie doch alle Bemühungen, in der City einen gastronomischen Hotspot zu entwickeln.

„Wir sind bezüglich unserer Gastro-Einheiten in der Ostwall-Passage kurz vor den Vertragsabschlüssen“, informierte Siegert. Im dritten Quartal wolle er die Räumlichkeiten an die zukünftigen Nutzer übergeben. Die müssten dann für den Ausbau der Lokalitäten mitsamt Küchen sorgen. „Für uns wäre es schön, wenn sich der Vermietungsstand im Behnischhaus hinsichtlich der Gastronomie verbessern würde“, sagte Siegert.

Im näheren Umfeld sorgen darüber hinaus unter anderem Feinkost Franken, die SuppKultur, der Berliner Imbiss, Peking Garden Express, Dr. Flotte, Bürgerstube, Sausalitos, Piazza Sorrento, Ristorante Mamma’s, das Cafe In und Vapiano für Speisen und Getränke.

In diesem Sommer werde es mit der Gastronomie in der Ostwall-Passage noch nichts, aber im kommenden Jahr würden die neuen Terrassen belebt sein, sagte Siegert. Vielleicht sei der bedauerliche Leerstand im Behnischhaus bis dahin beseitigt und neue Pächter gefunden, hofft der Vorstand.