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Chor Silk-O-Phonics und Chronatic Quartet geben in Krefeld eine doppelte Premiere in der Friedenskirche.

Konzerte in Krefeld : Gelungene Doppelpremiere bei den Silk-O-Phonics

Das erste Konzert unter neuer Leitung und mit Instrumentalunterstützung begeisterte das Publikum.

Manchmal sind es unscheinbare Zufälle, die zu Neuem führen. Uwe Schulz-Christofzik aus dem Vorstand des Chors Silk-O-Phonics erzählt: „Zwei Mitglieder vom Chronatic Quartet sind hier in die Gegend gezogen. Da wurde der Kontakt hergestellt und es entstand die Idee, etwas  Gemeinsames zu machen. Vor circa einem halben Jahr haben wir angefangen, Stücke zu suchen, und vor gut einem Monat angefangen, gemeinsam zu proben.“ Jetzt standen die beiden Ensembles erstmals gemeinsam auf der Bühne: im Chorraum der gut gefüllten Friedenskirche. Premiere Nummer 1 des Abends.

Das Chronatic Quartet mit Tobias Paulus (Violine), Marco T. Alleata (Bass), Benedikt ter Braak (Piano) und Jan Friedrich (Schlagzeug) beginnt mit vier berühmten Tönen, die bestens geeignet sind, die Aufmerksamkeit zu wecken: den ersten Takten von Beethovens fünfter Sinfonie.

Der Geiger gibt den Ton an, die anderen drei Musiker liefern eine rockige Begleitung zu der Tonfolge. Ehe man sich versieht, hat man die Kurve zu einem Abba-Song bekommen. Das Stück, das locker über musikalische Grenzen springt – der Chor hält da bestens mit – streift dann noch bekannte Klänge von Mozart. Schließlich heißt das Stück „Abbadeus“. „Mamma mia“ von Abba klingt auch noch an.

Nach dieser musikalischen Einstimmung übernimmt Kerstin Guhra die Moderation und vergleicht die ungewöhnlichen Kombinationen, die man schon gehört hat und die man noch erwarten kann, mit manch abenteuerlicher Zusammenstellung bei Joghurtsorten. „Will das wirklich zusammen?“ Und sie verspricht dem Publikum „akustische Test- und Geschmackserlebnisse“ und beruhigt: „Es passt zusammen.“

Die Band spielt ihre Interpretation des Hummelflugs von Rimski-Korsakow. Da schwirrt eine Monster-Hummel als „Hummelfluch“ dargestellt von der Geige durch den Raum, aber Hummel bzw. Geige haben Mühe, sich gegen die Begleitung zu behaupten. Das liegt an der schlechten Tontechnik. Hier wird leider offensichtlich, dass die Probenzeit und die Testphase in der Friedenskirche wohl zu kurz war.

Auch der Gesang der Silk-O-Phonics leidet sehr darunter, wenn er vom Instrumentalquartett begleitet wird. Welch ein Genuss sind dagegen die Songs als A-Cappella-Chor, also ohne Begleitung. Man kann dann jede einzelne Stimme wahrnehmen und sich am fein abgestimmten nuancenreichen Gesang erfreuen.

Das Publikum ist am Ende begeistert und bekommt noch zwei Zugaben. Dabei gibt es noch einen kleinen Höhepunkt bei der zweiten Premiere. Es ist für die Silk-O-Phonics der erste Auftritt unter der neuen Chorleiterin Anja Wald, und die Dirigentin singt zum Schluss noch ein kleines Solo – ein rundum gelungener Einstand.