CDU ist für den Verkauf des Stadthauses in Krefeld

Denkmal-Probleme : CDU ist für den Verkauf des Stadthauses

Der Umgang der Stadt mit ihren Denkmälern ist immer wieder Thema: eine Sanierung des Stadthauses ist der CDU zu teuer. Mit 110 Millionen Euro Kosten ist das Ende der Fahnenstange wahrscheinlich noch nicht einmal erreicht, fürchtet die Ratsfraktion. Sie plädiert für einen Verkauf an Investoren.

Das von Star-Architekt Egon Eiermann entworfene Stadthaus soll nach dem Willen der CDU verkauft werden. Interessenten gebe es einige, sagte Fraktionsvorsitzender Philibert Reuters im Krefelder Rathaus. Die Probleme mit dem Denkmalschutz seien von Privaten leichter zu lösen, als von der öffentlichen Hand, glaubt der Ratsherr. Ein Betrag in Höhe von 100 bis 110 Millionen Euro für eine Sanierung sei von der Kommune als Eigentümerin nicht zu stemmen.

Die CDU bevorzuge deshalb einen zentralen Verwaltungsneubau auf dem Theaterplatz. Der Standort sei citynah und die Beschäftigten sorgten für zusätzlichen „Traffic“ in der Innenstadt. Die könne zusätzliches Publikum, das zum Beispiel dort in Lokalen die Mittagspause verbringe, gut gebrauchen, sagte Reuters.

Das Stadthaus in Abstimmung mit der Denkmalbehörde zu sanieren, sei für die Christdemokraten keine Option mehr. Über den Verkaufspreis sei zu verhandeln. Ein symbolischer Euro müsse es nicht unbedingt sein, aber am Ende müsse es sich auch für den Privatinvestor rechnen lassen.

Von dem Vorwurf, der in einer Bauzeitung geäußert wurde, ein Neubau würde der Stadt Krefeld mindestens genauso teuer kommen, wie eine Sanierung des Eiermann-Komplexes am Konrad-Adenauer-Platz, hat Reuters gehört. Fraglich sei eben, welche Kosten in eine solche Betrachtung eingerechnet würden. Derzeit gibt die Verwaltung jährlich rund 3,5 Millionen Euro Miete für Ersatzbüroflächen aus. Hinzu kämen Unterhaltskosten für das Stadthaus von fast 300.000 Euro jährlich. Vor sechs Jahren konnte die Stadt aufgrund einer Vielzahl von technischen Mängeln unter anderem im Brandschutz eine bevorstehende Zwangsräumung noch abwenden. Rund zwei Jahre später begann der Auszug der Mitarbeiter in Ersatzbüros.

Die Bauzeitung habe keine nachvollziehbare Kostenaufstellung vorgelegt, aus der hervorgehen würde, dass eine Sanierung nicht teurer würde als ein Neubau, sagte Reuters. Ihm sei eine solche Vergleichskalkulation auf jeden Fall nicht bekannt. Er zweifele auch an, dass es sich tatsächlich so verhalte. Die Preissteigerungen im derzeit florierenden Baugewerbe mache eine Sanierung wahrscheinlich noch teurer als bisher schon bekannt. Solche Entwicklungen träfen beim Bauen im Bestand stets stärker zu als bei einem Neubau, sagte er.

Bei den Differenzen in der Denkmalfrage – Einbau originalgetreuer Nachbaufenster (günstig und machbar) oder doch sanierter Originalfenster (teuer und schwierig) – ist es für Reuters keine Option auf eine so genannten Ministerentscheide zu setzen. „Das ist zum Einen nicht so einfach und zum Anderen ungewiss im Ausgang“, erklärte der gelernte Bankkaufmann.

Die Fraktion der Christdemokraten im Rat der Stadt Krefeld begrüßt es, wenn ernsthafte Gespräche der Stadtverwaltung mit potenziellen Investoren über einen Stadthaus-Verkauf erfolgen und die Politik darüber auf dem Laufenden gehalten wird.

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