Theaterplatz in Krefeld: Caritas-Chef: "Es gibt Alternativen"

Theaterplatz in Krefeld : Caritas-Chef: "Es gibt Alternativen"

In die Debatte um einen Platz für die Krefelder Drogenszene schaltet sich jetzt Hans-Georg Liegener, Geschäftsführer der Krefelder Caritas, ein. Nach Darstellung seiner Caritas-Streetworker hat sich die mehrere hundert Personen starke Krefelder Drogenszene längst auf verschiedene Plätze über die vier Wälle hinaus verteilt – in den Stadtgarten, an die Philadelphiastraße, in den Südbezirk.

In die Debatte um einen Platz für die Krefelder Drogenszene schaltet sich jetzt Hans-Georg Liegener, Geschäftsführer der Krefelder Caritas, ein. Nach Darstellung seiner Caritas-Streetworker hat sich die mehrere hundert Personen starke Krefelder Drogenszene längst auf verschiedene Plätze über die vier Wälle hinaus verteilt — in den Stadtgarten, an die Philadelphiastraße, in den Südbezirk.

Es sei Sache von Politik und Verwaltung, die Debatte jetzt durch einen festgelegten Platz zu beenden. Caritas-Chef Hans-Georg Liegener sagt: "Man kann ein paar Kriterien nennen, die ein Platz erfüllen muss. Er muss groß genug sein, er muss auch zentral genug sein — weil es einen Austausch gibt. Man kann die Szene nicht an den Rand des Hülser Bruchs legen. Nach diesen Kriterien finden sich ein paar Plätze. Man wird aber an jedem dieser Plätze genug finden, die sagen: Hier nicht", erklärte Liegener.

CDU-Fraktionschef Wilfrid Fabel hatte zuvor die Caritas-Streetworker kritisiert. Erstmals äußern sich die Streetworker und der Caritas-Chef jetzt in einem großen Interview (den kompletten Text finden Sie in der RP-Ausgabe von Donnerstag). Die Streetworker sehen ihre Arbeit nicht darin, die Drogenszene vom Theaterplatz zu vertreiben: "Wenn es um die Frage geht, ob man die Szene vom Theaterplatz wegholen will, sind wir raus. Wir können nur Impulse reingeben. Sanktionen auszusprechen, Platzverweise zu erteilen, dazu habe ich keine Rechte", erklärte Streetworkerin Stephanie Trippelsdorf.

Verlagerung alles andere als einfach

Die lange Diskussion um den Theaterplatz als Standort für die Drogenszene hatte Krefeld Gesundheitsdezernent Thomas Visser zu beenden versucht, indem er den Theaterplatz als "bestgeeigneten" Platz bezeichnete. Nach Protesten des Einzelhandels gegen diese Festlegung fordert die CDU jetzt scharfe Kontrollen, um den Aufenthalt der Drogensüchtigen "dauerhaft zu unterbinden", wie es in einem Antrag für den Ordnungsausschuss heißt.

Wie schwer jedoch die Platzsuche wird, zeigt sich allein schon an den CDU-internen Reaktionen auf erste vorgeschlagene Plätze südlich der Bahngleise, an der Gladbacher Straße oder Kölner Straße. Der Vorsitzende des CDU-Bezirks Süd, Daniel Wingender, hatte sich vehement gegen eine Verlagerung der Szene in den Südbezirk ausgesprochen. SPD-Fraktionschef Ulrich Hahnen kommentierte: "Dass Herr Fabel jetzt auch aus den eigenen Reihen ins sozialpolitische Abseits gestellt wird, lässt mich hoffen, dass wir gemeinsam zu einer Lösung kommen."

Auch am Mittwoch kontrollierte die Polizei auf dem Theaterplatz — 20 Personen wurden durchsucht, vier kamen nicht aus Krefeld, einer besaß ein fremdes Schokoticket, bei einer Person wurden Drogen gefunden.

Hier geht es zur Infostrecke: Chronik des Seidenweberhauses

(EW)
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