Campus Cube in Krefeld-Fichtenhain: Tagung zu Helathy Buildung

Tagung im Campus Fichtenhain : Healthy Building – eine Idee findet den Weg nach Krefeld

60 Teilnehmer aus den Bereichen Architektur, Immobilienwirtschaft sowie Gebäude- und Liegenschaftsmanagement trafen sich im Campus Cube in Fichtenhain.

(RP) Gesundes Bauen, graue Energie, Nachhaltigkeit – die Immobilienbranche erfindet sich derzeit auch unter dem Aspekt Klimaschutz gleichsam neu. Welche Kriterien machen ein „gesundes“ und zirkulär errichtetes Gebäude aus? Wo liegen die Vorteile gegenüber herkömmlichen Gebäuden? Was bietet ein gesundes Gebäude wie etwa das Stadskantoor in Venlo? Und: Ist gesundes Bauen wirtschaftlich? Um diese Fragen zu beantworten, lud das Healthy Building Network (HBN) nach Krefeld in den Campus Fichtenhain 66 ein.

Der „Campus Cube“, eine zur Veranstaltungshalle umgebaute ehemalige alte Schweißerei-Werkstatt, war ganz im Sinne des Themas Nachhaltigkeit dekoriert und illuminiert. Diese Eindrücke stimmten die 60 Teilnehmer aus den Bereichen Architektur, Immobilienwirtschaft und Gebäude- und Liegenschaftsmanagement bereits bestens auf die Thematik ein. Der Vortrag wurde von „Interreg V A Programms Deutschland-Nederland“ gefördert.

Eckart Preen, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Krefeld, blickte zu Beginn auf die wirtschaftliche Bedeutung des gesunden Bauens und die Rolle des Stadskantoors Venlo als gelungenem Referenzobjekt einer gesunden Bauweise. Anschließend unterstrich Marcus Beyer, Bau- und Planungsdezernent der Stadt Krefeld, die Bedeutung des gesunden Bauens für die Stadtentwicklung in der Seidenstadt.

Restwerte von Gebäuden: In anschließenden Fachvorträgen machten niederländische HBNNetzwerkpartner deutlich, wie intensiv sich Hochschulen und die Immobilienwirtschaft in den Niederlanden mit gesunden Gebäuden und nachhaltigem Bauen beschäftigen.

Bas van der Westerlo vom Venloer C2C ExpoLAB referierte zum Thema Materialrestwerte in Gebäuden. Hintergrund ist der Ansatz, nicht nur die Beschaffungswerte in der Bauphase, sondern auch Restwerte von Baumaterialien nach Nutzungsende in der Gesamtkalkulation zu berücksichtigen.

Produktivität und Innenraumqualität: Professor Piet Eichholtz von der Universität Maastricht verdeutlichte die Zusammenhänge zwischen der Aufenthaltsqualität in Gebäuden und der Produktivität der dort beschäftigten Mitarbeiter. Am Beispiel von Schulgebäuden erläuterte er den Zusammenhang zwischen gebäudespezifischer Durchlüftung, der Konzentrationsfähigkeit der Schüler/Lehrer sowie der Verweildauer und Nutzungsintensität von Klassenräumen.

Rechnet sich „gesundes Bauen“? Ein Berechnungsinstrument für nach gesunden Kriterien errichteten Gebäuden stellte Johanna Scherer vom niederländischen Immobilienberatungsunternehmen HEVO vor. Das Berechnungsverfahren integriert Gebäude- und Personalkosten und erfasst dabei Koeffizienten, die die Produktivität von Mitarbeitern beschreiben, die in einer gesunden Gebäudeumgebung arbeiten.

Förderungsmöglichkeiten grenzüberschreitender Kooperation: Jeroen Rondeel vom Unternehmen Blue Engineering blickte dann noch auf die Fördermittelkulisse und warb für die mit bis zu 20.000 € geförderte grenzüberschreitende Produktentwicklung rund um das gesunde Gebäude und verarbeitete Materialien.

Insgesamt wurde deutlich, dass sich die Niederländer schon länger intensiv mit gesunden, nachhaltigen und energieeffizienten Gebäuden auseinandersetzen. Die erste HBN-Informationsveranstaltung in Krefeld zeigte aber ebenso großes Interesse an der Gesundheits- und Nachhaltigkeitsausrichtung der Bau- und Immobilienwirtschaft auf deutscher Seite.