Café Coelen schließt - für den Theaterplatz Krefeld wird’s schwierig

Gastronomie in Krefeld : Café Coelen am Theaterplatz schließt

Am Tag vor Altweiber schließt das Café Coelen. Nach gut vier Jahren hört Ina Coelen auf. Einen Nachfolger gibt es noch nicht. „Der Theaterplatz ist nicht einfach“, sagt sie. Ihr Nachfolger könnte auch die Theatergastronomie übernehmen.

Die Entscheidung ist Ina Coelen nicht leicht gefallen: Sie wird am Mittwoch, 27. Februar, ihr Café schließen. Der Schritt ist für die 60-Jährige schmerzhaft, vor allem, weil die Zukunft des gemütlichen Bistros noch nicht geklärt ist. Die Stadt, der das Lokal zwischen Mediothek und Theaterplatz gehört, verhandelt noch mit zwei Interessenten. Ein Datum für eine Wiedereröffnung gibt es nicht. „Wir stehen in der finalen Abstimmung und hoffen dass wir nächste Woche eine Entscheidung haben“, sagt Rachid Jaghou, Leiter des Zentralen Gebäudemanagements. Beide potenziellen Nachmieter könnten auch „ganz kurzfristig einsteigen, wenn die Bedingungen passen“.

Das wäre gut: „Der Theaterplatz hat es schwer genug. Wenn sich die Stammgäste verlaufen, sind sie weg“, sagt Coelen. Dann sei es heikel, einen Leerstand dort wieder mit gutem Publikum zu beleben. So sieht es auch die Verwaltung, die an einer langfristigen Lösung interessiert ist. Allerdings: „Pachtverträge, die länger als fünf Jahre laufen, müssen mit Gremienbeschlüssen abgesegnet werden“, erklärt Jaghou.

„Ich habe im vergangenen August fristgemäß gekündigt. Aber ich habe auch gesagt, dass ich bereit bin, den Übergang für einen neuen Pächter fließend zu gestalten“, sagt Coelen. „Darauf habe ich nichts gehört. Im Dezember habe ich noch einmal in einer langen E-Mail an die Stadt auf die Dringlichkeit hingewiesen. Erst Ende Januar hat die Verwaltung angefragt, ob wir länger bleiben könnten. Da hatte ich für mich schon mit dem Thema abgeschlossen. Man ist bei der Stadt immer sehr freundlich, aber dann ist niemand zuständig und es passiert nichts“, sagt sie.

Sie wolle niemandem den Schwarzen Peter aufdrücken, betont sie. Aber Enttäuschung schwingt mit, wenn sie erklärt, dass vieles zusammenfließt in der Entscheidung, das Café jetzt aufzugeben, das sie vier Jahre lang gemeinsam mit Tochter und Schwiegersohn in familiärer Atmosphäre geführt hat. Viele Stammgäste kamen auf einen Kaffee, zum Frühstück oder Lunch. Mehr als ein Dutzend Stammtische trafen sich regelmäßig. In den Theaterpausen haben Besucher ihren Drink gerne im „CC“ genommen. „Die Stadt hätte gerne gehabt, dass wir diesen Service ausweiten mit einem zusätzlichen Getränkestand im Theater und einem Drei-Gänge-Menü-Angebot für Theatergäste“, sagt Coelen. Das sei personell für sie nicht zu stemmen. „Wir haben zwölf Stunden am Tag gearbeitet, jeden Tag. Es ist in der Gastronomie immens schwierig, gute, zuverlässige Mitarbeiter auf Dauer zu finden.“ Mehr Personal sei aber durch die zusätzlichen Getränkeeinnahmen im Theater auch nicht zu finanzieren.

Die Idee, Café und Gastronomie im Theaterfoyer in eine Hand zu geben, war auch für die Stadt zunächst kein Erfolg. Auf die entsprechende Ausschreibung gab es keine Resonanz. Erst als man Ende November beide Bereiche  voneinander trennte, hätten sich Interessenten gemeldet. Die beiden Bewerber, die jetzt  in den Endverhandlungen mit der Stadt stehen,  „haben erklärt, sie würden beides machen“, berichtet Jaghou. „Den Eindruck von Frau Coelen über fehlende Kommunikation  können wir indes nicht bestätigen. Es gab intensive Gespräche und gemeinsame Überlegungen wie man das Konzept gestalten könnte. Bei den jetzigen Verhandlungen werden wir auch die Angelegenheiten von Frau Coelen, auch bezüglich des Inventars, berücksichtigen“.

Ina Coelen hofft nun auf mehr Zeit für die Enkel, Zeit, um neue Krimis und eine Reise-Kochbuch zu schreiben. Und dass die Stadt sie mit einem Ärgernis nicht im Stich lässt: die Lüftungsanlage, die wegen eines Defekts nicht mehr gekühlt, aber immens Strom gezogen habe. Die Verwaltung habe auf ihre Mitteilungen nicht reagiert. Erst nach drei Wochen sei der Schaden behoben worden. „Wir hatten eine Stromnachzahlung von 1000 Euro, und die Pauschale wurde um monatlich 100 Euro heraufgesetzt. Für ein kleines Café ist das ein großer Posten.“ Alle entsprechenden Rechnungen und Belege habe sie eingereicht.

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