Bundespreis "Applaus!": 40.000 Euro für Jazzkeller Krefeld

Musikszene Krefeld : 40.000 Euro Preisgeld für den Jazzkeller

Die Initiative Musik hat Clubs mit herausragenden Livemusikprogrammen ausgezeichnet. Der Jazzkeller gehört bundesweit zu den Top-Adressen. Er wird mit 40.000 Euro gefördert.

Jeanette Wolff und Bernard Bosil haben den Bogen raus. Die Betreiber des Jazzkellers verstehen es, ihre kleine Bühne kreativ und hochkarätig zu bespielen. Das haben sie einmal mehr Schwarz auf Weiß: Der Jazzkeller an der Lohstraße gehört zu den Clubs, die jetzt mit dem „Applaus 2018“ ausgezeichnet wurden. Der Preis der gemeinnützigen Projektgesellschaft „Initiative Musik“ ist mit 1,8 Millionen Fördergeldern der höchstdotierte Bundesmusikpreis. Er zeichnet die „Programmplanung unabhängiger Spielstätten“ aus, kurz: freie Clubs, die mit Liveprogrammen aus allen Genres der Popularmusik kreative Wege gehen, hohe Qualität bieten, experimentieren und jungen Künstlern eine Plattform bieten. Die Initiative Musik gGmbH ist die zentrale Fördereinrichtung für die deutsche Musikwirtschaft. Sie  wird unter anderem getragen von der Bundesregierung.

94 Clubs aus 15 Bundesländern sind jetzt in Mannheim in verschiedenen Kategorien ausgezeichnet worden. Die Krefelder hatten in der Top-Kategorie I die Nase vorn, die Spielstätten gilt, die 2017 „ein kulturell herausragendes Programm mit mindestens 104 Konzerten“ angeboten haben. Wolff und Bosil erhielten neben einer Urkunde 40.000 Euro. Das Geld soll sie „weiter ermutigen, noch häufiger jenseits des Mainstreams jungen, unbekannten Künstlern eine Bühne für ihre kreativen Ideen zu bieten“, sagt Kulturstaatsministerin Monika Grütters zum Sinn des „Applaus“-Preises. „Denn nur so gelingt es, eine lebendige Musik- und Clubszene mit vielen Facetten in Deutschland zu erhalten“.

Für den Jazzkeller ist die Ehrung nicht neu. Seit 2010 ist er mehrfach ausgezeichnet worden, mit unterschiedlichen Summen. 2017 war es ebenfalls die 40.000-Euro-Kategorie. „Irgendwas müssen wir richtig gemacht haben“, postete Bosil nach der Verleihung jetzt in Mannheim.

Nicht nur von der Finanzspritze sollen die Spielstättenbetreiber profitieren. „Applaus“ soll auch Aufmerksamkeit schaffen für die Clubs, die „seit Jahren unter schwierigen Bedingungen unser Kulturleben bereichern“, erklärt Prof. Dieter Gorny, Aufsichtsratsvorsitzender der Initiative Musik. Hier entstehe Kultur, die nicht zum subventionierten Kanon gehöre. Die von einer Jury ausgewählten Clubs werden mit Summen zwischen 2500 und 40.000 Euro gefördert.

„Mit dieser Auszeichnung wird  die Jazzattack ein Fest“, sagt Stefan Rademacher. Der Bassist und Gastgeber der Reihe im Jazzkeller hat für Donnerstag, 22. November, Top-Musiker aus drei Jazzmetropolen eingeladen. Ab 20.30 Uhr spielen die Gitarrenvirtuosen Peter Wölpl aus München, Tobias Hoffmann aus Köln und Schlagzeuger Jasper van Hulten aus Amsterdam.