Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besucht Krefeld

Staatsoberhaupt kommt am 2. Februar : Bundespräsident Steinmeier besucht Krefeld

Erstmals seit 1983 kommt wieder der höchste Repräsentant des Staates nach Krefeld: Nach Karl Carstens, der  anlässlich der „Philadelphiade“ in der Stadt war, kommt nun Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Am Samstag, 2. Februar, wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die bundesweite Veranstaltungsreihe „Demokratie ganz nah – Ideen für ein gelebtes Grundgesetz“ mit einem Besuch in der Demokratiewerkstatt in der Alten Samtweberei eröffnen. Der Bundespräsident hat diese Reihe zum 70. Geburtstag des Grundgesetzes initiiert. Als Schirmherr hatte er einen Ideenwettbewerb aller 16 Landeszentralen für politische Bildung zu diesem Thema ausgerufen und trifft nun in Krefeld erstmals Akteure beispielhafter Projekte. Zugleich wird er im Rahmen des Bauhaus-Jubiläums die Häuser Lange und Esters besuchen. Eingefädelt worden war der Besuch von den Bundestagsabgeordneten Otto Fricke (FDP) und Kerstin Radomski (CDU), die als Haushaltspolitiker regelmäßig Kontakt zu Steinmeier pflegen.

Zu Beginn seines Aufenthalts wird Steinmeier um 12.30 Uhr von Oberbürgermeister Frank Meyer im Rathaus empfangen, wo er auch mit den ehrenamtlichen Bürgermeisterinnen und den Spitzen der Ratsgruppen ins Gespräch kommt. „Das ist der erste Besuch eines amtierenden Bundespräsidenten in Krefeld seit der 300-Jahr-Feier ‚Deutsche in Amerika‘ vor mehr als 35 Jahren. Deshalb freue ich mich sehr, dass wir Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in unserer Stadt empfangen dürfen“, erklärt der Oberbürgermeister.

Am Nachmittag ist Steinmeier bei der Demokratiewerkstatt Krefeld zu Gast und nimmt in der Alten Samtweberei am Werkstatt-Tag „Demokratie im Quartier“ teil. Abends lädt er zu einem Empfang ins Kulturzentrum Fabrik Heeder ein. Dort findet eine Podiumsdiskussion zum Thema „Demokratie ganz nah – Wie gelingt aufsuchende politische Bildung?“ statt.

2017 traf Bundespräsident Steinmeier den in Krefeld als Papa Buba bekannten Entwicklungshelfer Uwe Beckers bei einem Staatsbankett des gambischen Präsidenten in Gambia. Foto: Uwe Beckers

Gemeinsam mit den Krefelder Bundestagsabgeordneten Fricke, Radomski, Ulle Schauws (Grüne) und Ansgar Heveling (CDU) wird Steinmeier sich die von Ludwig Mies van der Rohe erbauten Häuser Lange und Esters ansehen. In der Nachbarschaft besichtigt er außerdem die begehbare Skulptur „Pavillon“, die der Künstler Thomas Schütte auf Initiative des Vereins Projekt MIK im Kaiserpark errichtet hat. Der Besuch ist eingebunden in das bundesweite Jubiläumsjahr „100 Jahre Bauhaus im Westen“, das vom Land NRW und den Landschaftsverbänden organisiert wird. Steinmeier hatte das Jubiläumsjahr Mitte Januar in der Berliner Akademie der Künste offiziell eröffnet.

Nach dem Empfang im Rathaus wird der Bundespräsident zu Fuß in die Südstadt gehen. Dort besucht er die Demokratiewerkstatt, ein gemeinsames Projekt der Landeszentrale für politische Bildung NRW, des Forums Eltern und Schule und der Montag Stiftung Urbane Räume. Die Stiftung hat mit der Stadt Krefeld seit 2013 in der ehemaligen Samtweberei an der Lewerentzstraße die Urbane Nachbarschaft Samtweberei (UNS) ins Leben gerufen. In dem alten Fabrikgebäude sind Wohnungen, Büros und Gemeinschaftsräume entstanden. Aus dieser Entwicklung erwachsen Impulse für das Viertel. „Die Demokratiewerkstätten sollen erlebbar machen, dass Grund- und Menschenrechte die ideale Basis für Aushandlungsprozesse und friedliche Konfliktlösung darstellen. Gleichzeitig sollen sie Menschen dazu befähigen, Probleme in den Quartieren zu benennen und mit Verantwortlichen in Politik und Verwaltung konstruktive Lösungen zu entwickeln. Auf diese Weise wird das Vertrauen in die Demokratie gestärkt und ein von Respekt, Wertschätzung und Toleranz getragener Zusammenhalt gefördert“, erläutert Maria Springenberg-Eich, Leiterin des Landeszentrale für Politische Bildung NRW.

Bei seinem Besuch 2012 traf Steinmeier auch den SPD-Landtagsabgeordneten Uli Hahnen. Foto: SPD

Beim Werkstatt-Tag stellt die Demokratiewerkstatt ab 12 Uhr ihre Arbeit vor. Auch Steinmeier wird die Gelegenheit für Gespräche nutzen. Nach seinen Begrüßungsworten um 14 Uhr sprechen Maria Springenberg-Eich und Karl-Heinz Imhäuser, Vorstand der Carl Richard Montag Förderstiftung.

Bei einem Empfang des Bundespräsidenten um 17 Uhr in der Fabrik Heeder soll das Thema weiter vertieft werden. Nach seinem Grußwort und einem Bühnengespräch mit Oberbürgermeister Meyer, dem Parlamentarischen Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW, Klaus Kaiser, sowie Thomas Krüger, dem Präsidenten der Bundeszentrale für politische Bildung, gibt es eine Podiumsdiskussion zum Thema „Demokratie ganz nah“. Gäste sind Maria Springenberg-Eich, die Leiterin der Landeszentrale für politische Bildung in NRW, Prof. Helmut Bremer von der Universität Duisburg-Essen, Barbara Menke, Vorsitzende des Bundesausschusses für politische Bildung und Lars Meyer von der Demokratiewerkstatt Krefeld.

Am Vortag des Verfassungsjubiläums im Mai diskutieren alle Projektpartner in Schloss Bellevue mit Bürgerinnen und Bürgern darüber, wie die Werte des Grundgesetzes möglichst vielen Menschen in Deutschland nahegebracht werden können. Während dieser Veranstaltung zeichnet der Bundespräsident 16 Gäste für ihren Einsatz  in der politischen Bildung mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland aus. Alle Wettbewerbsbeiträge dokumentiert die Bundeszentrale für Politische Bildung in einer Publikation, die ab dem 22. Mai von interessierten Bildungsträgern bestellt werden kann. Seite C3

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