Krefeld: Bund der Steuerzahler rügt Laternenabschaltung

Krefeld : Bund der Steuerzahler rügt Laternenabschaltung

Nach Ansicht des Bundes der Steuerzahler waren die Bürgerproteste gegen die Laternenabschaltung erwartbar. Die Experten kritisieren deshalb, dass die Stadt die Laternen jetzt nachts wieder anschaltet.

Der Bund der Steuerzahler kritisiert in seiner neuen Mitgliederzeitung "Die NRW Nachrichten" den Meinungsumschwung von Oberbürgermeister Gregor Kathstede und der Krefelder CDU beim Thema Straßenlaternen scharf. Die Bürgerproteste, mit denen die Ratsmehrheit die Rolle rückwärts hin zur erneuten Anschaltung der Laternen begründete, seien aufgrund der Erfahrung anderer Kommunen mit der Laternenabschaltung erwartbar gewesen, kritisieren die Steuerexperten. "Die Stadt Krefeld hätte also wissen können, dass bei dieser Sparmaßnahme Ärger auf sie zukommt und vorher überlegen können, wie sie damit umgeht", schreibt Andrea Defeld, Sprecherin des Bundes der Steuerzahler NRW. 2010 war die Nachtabschaltung in Krefeld beschlossen worden, bis zur Umsetzung 2012 hätte die Stadt genug Zeit gehabt, sich nach den Erfahrungen anderer Kommunen zu erkundigen, kritisiert die Expertin. Befürchtungen der Krefelder Bürger, wonach die Kriminalität durch die Nachtabschaltung steigt, würden sich durch die Erfahrung anderer Kommunen nicht bestätigen. Gleiches hatte auch die Krefelder Polizei bestätigt, die keinen signifikanten Anstieg der Kriminalität bemerkt hatte.

Schlussendlich umgesetzt wurde die Abschaltung der Laternen in Krefeld ab Mitte 2012. Mit großen Aufwand und unter hohem finanziellen Einsatz hatte die Stadtverwaltung dafür die Laternen mit roten Ringen markiert. 200 000 Euro sollen die Vorinvestitionen gekostet haben — 225 000 Euro Stromkosten wollte die Stadt jährlich einsparen.

Wenige Tage, nachdem die Maßnahme angelaufen war, gab es erste Proteste von Bürgern. Eine höhere Kriminalität und größere Gefährdung der öffentlichen Sicherheit wurde befürchtet. Oberbürgermeister Gregor Kathstede sprach sich deshalb nur eine Woche, nachdem die Maßnahme komplett angelaufen war, für die abermalige Anschaltung aus. Er habe die Sorgen und Ängste der Bürger unterschätzt, sagte er am 24. August unserer Zeitung. Die CDU unterstützte ihn in diesem Ansinnen, die Linke ebenfalls. Die SPD war von Beginn an gegen die Abschaltung — stimmte folglich für die erneute Anschaltung.

Die roten Ringe um die Laternen sollen in den nächsten drei Jahren sukzessive entfernt werden, wie die Stadt zuletzt mitteilte. Auch dieser Personalaufwand wird Extrakosten verursachen. 10 000 Euro werden für die neue Programmierung der Laternen berechnet.

In der Mitgliederzeitung schreibt der Steuerzahlerbund: "Auch andere Kommunen schalten nachts die Straßenlaternen ab, obwohl dies nicht unumstritten ist, und zeigen dabei mehr Durchhaltevermögen als Krefeld." Verwiesen wird auf Rheine, wo seit 2005 nachts stundenweise das Licht abgeschaltet wird — nach anfänglichen Beschwerden der Bürger hätten sich nun alle daran gewöhnt. Seit 2006 schaltet auch Krefelds Nachbarstadt Meerbusch 90 Prozent aller Straßenlaternen stundenweise ab — Kritik habe es sporadisch gegeben, größere Widerstände nicht. In Geilenkirchen schaltete man die Laternen wie in Krefeld mittlerweile nachts wieder an — allerdings erst, als die Kosten wieder durch Abschaltung reingeholt waren. "Um die Nachtabschaltung kostenneutral zu beenden, hätte Krefeld sie zumindest so lange weiterführen können, bis die Stromersparnis die Investition wieder wettgemacht hätte", kritisiert der Steuerzahlerbund.

(RP)