Zaun am Fungendonk in Oppum stellt Sichtbehinderung dar

Krefeld-Oppum: Posse um vergessenen Gartenzaun

Ein nicht mehr benötigter Zaun auf städtischem Grundstück stellt eine verkehrsgefährdende Sichtbehinderung dar. Anwohner versuchen seit Jahren, die Situation zu verändern.

Seit vier Jahren kämpft eine junge Familie für ein Stück mehr Verkehrssicherheit am Fungendonk – doch die vermeintlich simple Lösung scheitert bislang an verschiedenen Zuständigkeiten mehrerer städtischer Fachbereiche. Das berichtet Hausbesitzer Hans Gust.

Gust und seine Frau haben am Fungendonk eine Doppelhaushälfte auf einem von der Stadt erworbenen Grundstück gebaut. Dieses liegt direkt an der Straße, einen Fußweg gibt es nicht. Wohl aber einen drei Meter breiten Grünstreifen, der städtisches Eigentum ist. Vor der Neuaufteilung der großen Gartengrundstücke in Bauland hatten Nachbarn der Gusts diesen mit einer dichten Ligusterhecke bewachsenen Streifen ihrem Grundstück zugeordnet, dann aber einen neuen Zaun auf der eigentlichen Grundstücksgrenze gesetzt. Geblieben sind – auf städtischem Grund – Hecke, ein alter, hoher Maschendrahtzaun, der mit Bastmatten verhängt ist, und zwischen altem und neuem Zaun eine Fläche, die wie eine Grenzanlage wirkt und nicht zugänglich ist. Zaun und Hecke versperren vollständig die Sicht auf den von links kommenden Straßenverkehr auf dem Fungendonk.

Zwischen den beiden Gartenzäunen kann das städtische Grundstück nicht gepflegt werden. Foto: Rheinische Post/Carola Puvogel

„Ein Hineintasten mit dem Auto in den fließenden Verkehr bei Ausfahrt aus der Garage ist daher nicht möglich“, berichtet Gust. „Nach links hat man erst Einblick, wenn der Wagen weit in den Straßenverkehr hineinreicht.“ Rückwärts vom Grundstück auf die Straße zu setzen, ist ohne Hilfe einer zweiten Person gar nicht möglich.

Der Fungendonk, gibt Gust zu bedenken, ist auch Schulweg, nicht nur Richtung Geschwister-Scholl-Grundschule, sondern auch Radstrecke für Oppumer Schüler Richtung Maria-Sibylla-Merian Gymnasium in Fischeln. Gust sieht die Stadt in der Pflicht, die Sichtbehinderung zu entfernen und glaubt, die Verwaltung verletze ihre Verkehrssicherungspflichten. Er fordert den Rückbau des funktionslosen Zauns, wenigstens aber ein Entfernen der Bastmatten sowie Rückschnitt der Hecke. Die Hecke ist im Juni 2017 auf sein Einwirken hin einmal stark gestutzt worden. „Es hieß damals, dies solle nun regelmäßig geschehen. Seither ist nichts passiert.“

Auch der Streifen zwischen beiden Zäune wuchert zu und wird gar nicht gepflegt. „Die städtischen Ämter schieben die Verantwortung hin- und her: Das Grünflächenamt sagt, man könne nichts machen, so lange der Fachbereich Tiefbau sich nicht um den Rückbau des Zauns kümmere“, erzählt Gust. In unzähligen Schreiben hat er sich an all die verschiedenen Ämter und den Oberbürgermeister gewandt und sogar einen Rechtsbeistand eingeschaltet – vergebens. Ein Mitarbeiter des Fachbereichs Tiefbau habe bei einem Ortstermin nicht in Abrede gestellt, dass es sich um eine Gefahrensituation handele, sagt Gust. „Die Entfernung der baulichen Anlagen auf städtischem Grundstück wollte er aber nicht in Aussicht stellen. Es hieß, die Situation sei ja nicht schlimmer, als an anderen Orten in der Stadt, und eine solche Maßnahme könne ,Vorbildwirkung‘ haben, was nicht erwünscht sei.“

Hans Gust schätzt den Aufwand, den Maschendrahtzaun zu entfernen und den Bewuchs in Schach zu halten, als gering ein und kann nicht verstehen, warum die Stadt nicht reagiert. Insbesondere in Hinblick auf die vielen Schulkinder, deren Sicherheit wesentlich verbessert werden könne. Die lakonische Mitteilung eines Verwaltungsmitarbeiters, die Familie mit drei kleinen Kindern solle sich beim Verlassen des Grundstücks doch einfach ,herauswinken‘ lassen, findet er empörend. Auch Bezirksvertreter Hans Becker (SPD) ist inzwischen eingeschaltet und hat seinerseits seinem Parteikollegen OB Frank Meyer geschrieben. Becker sorgt sich, heißt es in dem Brief an Meyer, die Stadt könne mit dieser Posse „in der Satiresendung Extra 3 zum Gespött einer großen Öffentlichkeit“ werden.

Auf Nachfrage unserer Redaktion an die Stadt kommt nun Bewegung in die vierjährige Hängepartie. Ein Stadtsprecher schreibt: „Der Eigentümer des benachbarten Grundstückes am Elmendonk hat auf einem städtischen Grundstück einen Zaun errichtet und damit „sein“ Grundstück unerlaubt erweitert. Nach Prüfung der Grundstücksfrage hat er nach Aufforderung der Verwaltung einen weiteren Zaun auf seiner richtigen Grundstücksgrenze errichtet. Danach ist er von der Stadt mehrfach aufgefordert worden, den Zaun auf dem städtischen Grundstück abzubauen. Das ist bisher nicht erfolgt.

Deshalb wird der Fachbereich Tiefbau den Zaun und eine Hecke im Rahmen einer Ersatzvornahme entfernen. Die Kosten des Abbaus des Zauns werden dem Verursacher in Rechnung gestellt.“