Krefeld: In Holterhöfe fehlt ein Bus-Wartehäuschen

Nahverkehr in Krefeld : Das lange Warten aufs Wartehäuschen

Wie ein Bermuda-Dreieck der Nicht-Zuständigkeit mutet das Verhalten von Stadt, SWK Mobil und Ströer Medien an. Seit Monaten wird das Anliegen von Holterhöfer ÖPNV-Fahrgästen, an der Anrather Straße ein Bus-Wartehäuschen zu errichten, hin- und her delegiert. Jetzt will SWK Mobil-Chef Guido Stilling sich persönlich kümmern.

Neue Hoffnung für Fahrgäste der SWK Mobil, die die Haltestelle Holterhöfe an der Anrather Straße nutzen: Guido Stilling, SWK Mobil Geschäftsführer, will sich noch in den Sommerferien persönlich mit dem Unternehmen Ströer Medien in Verbindung setzen, um auszuloten, ob in Holterhöfe nicht doch ein Wartehäuschen aufgestellt werden kann. Das sagte jetzt ein SWK-Sprecher.

Hintergrund: Die Situation an der Anrather Straße ist für die Fahrgäste vor allem eins: nervig. Denn bei Regen gibt es weit und breit keinen Unterstand. „Die Kinder, die hier morgens auf dem Bus zur Schule warten, stehen völlig ungeschützt und werden bei schlechtem Wetter pitschnass“, sagt Birgit Hentschel vom Bürgerverein Holterhöfe. Jetzt im Sommer, sagt Hentschel, sorge fehlender Schatten an der Haltestelle sogar für neue Gefahr: „Die Kinder laufen über die viel befahrene Straße auf die andere Straßenseite, um unter den Bäumen im Schatten warten zu können.“ Vor dem Straßen-Neubau hatte es zwei Wartehäuschen gegeben, die jedoch beide verschrottet wurden.

Ein Fundament für das Wartehäuschen ist neu gebaut worden. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Kurios ist die Situation aus mehreren Gründen. Zum einen, weil das Fundament fürs Wartehäuschen im Zuge des Straßen-Neubaus mit angelegt wurde und der Unterstand sogar in den Bauplänen eingezeichnet ist. Nur - aufgestellt wurde es nie. Kurios – und für die Betroffenen ärgerlich – ist auch, wie das Anliegen der Bürger seit Monaten zwischen SWK Mobil, Ströer Medien und der Stadt Krefeld hin- und her verwiesen wird. Die SWK schrieb an Hentschel: „Die SWK Mobil verfügt über kein eigenes Kontingent an Wartehallen, sondern die Firma DSM Ströer ist Eigentümer der Wartehallen in Krefeld.“  Selbstverständlich tausche man sich zwischen SWK Mobil und Ströer über die Wartehallenstandorte aus. Aber, so Stilling: „Wie so oft, sind auch hierbei die Mittel begrenzt und wir müssen beim Aufbau von Wartehallen Prioritäten setzen. Dann wiederum heißt es von Seiten der SWK Mobil, die Stadt Krefeld könne mit darüber bestimmen, an welchen Standorten Häuschen aufgestellt werden. Und die Pressestelle von Ströer wiederum teilt auf Nachfrage unserer Zeitung wenig konkret mit: „Ströer befindet sich generell im stetigen Austausch mit dem Vertragspartner SWK und berücksichtigt die entsprechenden Wünsche und Vorgaben des Partners im Rahmen des Werbenutzungsvertrags.“ Weitere Nachfragen blieben von Ströer unbeantwortet. Bei der Stadt Krefeld, Auftraggeber der SWK Mobil und somit nach Meinung des Holterhöfer Bürgervereins in vorderster Linie verantwortlich für das Wohl der Krefelder Bürger und Nahverkehrs-Nutzer, hängt die Nachfrage unserer Redaktion seit mehreren Wochen zwischen dem zuständigen Fachbereich und dem Büro des Kämmerers fest.

Bei dem Problem an der Anrather Straße geht es ums Geld: Denn, so teilte die SWK Mobil dem Bürgerverein mit: „Bei der Haltestelle ‚Holterhöfe‘ reicht weder die tägliche Fahrgastfrequenz, noch die Frequenz vorbeifahrender Fahrzeuge aus, um den Aufbau einer Glaswartehalle, gegebenenfalls mit Werbefläche zu rechtfertigen.“ Das will der Bürgerverein nicht hinnehmen. „Geht es um Werbung und Geld? Oder nicht doch um Bürger, die den öffentlichen Nahverkehr nutzen?“, fragt Birgit Hentschel. Die Stadt sei in der Pflicht, sich für seine Bürger einzusetzen. Und, sagt Hentschel: „Von dem Wahlkampf-Versprechen des Oberbürgermeisters Frank Meyer, dass jetzt die Stadtteile dran seien, kann man in Holterhöfe nichts merken.“

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