Krefeld: Gefährlicher Schulweg in Oppum an Bahnunterführung

Bahnunterführung in Krefeld: Gefährlicher Schulweg in Oppum

Der Schulweg vom Neubaugebiet Herbertzstraße zur Schönwasserschule in Oppum birgt für Grundschüler viele Gefahren. Eine Mutter mahnt Verbesserungen an. Die Stadt will nun eine Verkehrsschau durchführen.

Petra Roth gehört nicht zu den Müttern, die ihr Kind per „Elterntaxi“ zur Schule chauffieren. Jeden Morgen begleitet sie ihre Tochter Nele bei Wind und Wetter auf dem rund 1,5 Kilometer langen Schulweg vom Neubaugebiet an der Herbertzstraße in Oppum zur Schönwasserschule an der Thielenstraße. Dass die Grundschülerin die Strecke jemals allein absolvieren kann, hält Roth derzeit für ausgeschlossen. Denn der einzig mögliche Schulweg von der Herbertzstraße zur Grundschule ist ihrer Meinung nach zu gefährlich.

Petra Roth hat zwei wesentliche Gefahrenpunkte ausgemacht: Die Bahnunterführung Weiden zwischen Hochfelder Straße und Kuhleshütte/Werkstättenstraße und die Werkstättenstraße selbst, die für Kinder keine Möglichkeit des sicheren Querens bietet.

„Tückisch“ nennt Roth die Bahnunterführung. Denn dort gibt es keinen Gehweg, sondern nur einen sehr schmalen Gehstreifen. „Man ist sehr nah an der Straße und muss hoffen, dass einem niemand zu Fuß entgegen kommt, denn es kann nur einer gleichzeitig auf dem Gehstreifen laufen“, berichtet Roth. „Ich möchte mir nicht vorstellen, wie es ist, wenn dort mehrere Kinder unterwegs sind und sich vielleicht gegenseitig schubsen. Oder auf die Straße ausweichen müssen, weil schlicht zu wenig Platz ist.“ Auch einen Fahrradweg gibt es nicht. Und für Berufspendler aus dem wachsenden Wohngebiet rund um die Herbertzstraße ist die Strecke durch den Tunnel der kürzeste Weg zur Autobahnauffahrt der A57.

„So bewegen sich - vor allem in der dunklen Zeit wirklich brandgefährlich - der morgendliche, hektische Berufsverkehr, die Fahrradfahrer - teils ohne Licht - und die Schülerschar durch dieses Nadelöhr. Und wenn man Pech hat, fährt dann auch noch der Bus dort entlang“, erzählt die Mutter. Schon öfter hat sie gefährliche Situationen und Beinahe-Unfälle beobachtet, auch auf dem folgenden Streckenabschnitt an der Werkstättenstraße. Dort müssen die Kinder nämlich die Straße queren und dabei auf andere Verkehrsteilnehmer achten, die, so Roth, aus vier verschiedenen Richtungen kommen können, die wegen des kurvigen Straßenverlaufs nicht einsehbar sind.

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„An einem Morgen habe ich beobachtet, wie ein Junge und ein Mädchen zusammen über die Straße liefen“, berichtet Roth. „Das Mädchen kehrte nach wenigen Schritten wieder auf den Gehweg zurück, da es ein Auto von links übersehen hatte. Der Junge rannte weiter auf die andere Seite. In der Zwischenzeit kamen meine Tochter und ich sowie weitere Kinder an diese Stelle. Es waren eine Vielzahl von Autos unterwegs. Die Kinder liefen wieder los - wieder wurde ein Auto, das aus der Unterführung kam - also im Rücken der Kinder gelegen - übersehen. Das Auto kam zum Stehen. Die Kinder rannten auf die andere Straßenseite. Mir ist mein Herz in die Hose gerutscht und ich rief nur ‚Achtung‘. Es ist zum Glück nichts passiert.“

Unter dem Eindruck ihrer Schulweg-Erlebnisse will die junge Mutter sich dafür einsetzen, dass der Weg für alle Schüler sicherer wird. Roth gibt zu bedenken, dass mit Abschluss der Baumaßnahme viele Kinder über die Weiden zur Schule müssen: Im neuen Wohnquartier an der Herbertzstraße entstehen 152 Wohneinheiten für rund 500 Menschen, vor allem Familien.

Ein Vorort-Termin mit einem Mitarbeiter der Krefelder Verwaltung sei „ernüchternd“ verlaufen, berichtet Petra Roth, die sich mit ihrem Anliegen nicht ernst genommen fühlt. „Man beteuerte mir mehrfach, wie wenig Personal zur Verfügung stehe, dass eine Veränderung der Situation in der Unterführung auf Grund zu erwartender mangelnder Kooperationsbereitschaft der Deutschen Bahn mindestens 50 Jahre dauern würde.“ Auch auf den Bau eines Fußgängerübergangs solle Roth nicht hoffen, selbst wenn die Verwaltung diesen Vorschlag einbringen würde, werde es bis zur Umsetzung sehr lange dauern.

Auf Anfrage unserer Redaktion teilte die Verwaltung mit, dass der beschriebene Weg „bisher hier nicht als gefährlich bekannt“ war. Die Stadt wolle versuchen, auf eine Lösung hinzuwirken, die „möglichen Gefahrenstellen“ sollen nun im Rahmen einer Verkehrsschau unter die Lupe genommen werden.

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