Krefeld: Die Rheinbahn U76 ist unzuverlässig und auch die App funktioniert nicht richtig.

Linie U 76 in Krefeld : Bahnausfälle – wenn die App nicht hilft

Verspätungen und Zugausfälle der Rheinbahn ärgern Daniel Hövels. Der Berufspendler wünscht sich mehr Zuverlässigkeit — und vor allem, dass über die Rheinbahn-App aktuelle Informationen abgerufen werden können.

Daniel Hövels ist aus Überzeugung ÖPNV-Nutzer. „Auf der einen Seite sind es Umweltgründe, die mich öffentliche Verkehrsmittel benutzen lassen, auf der anderen Seite fahre ich Bahn, um den Staus zu entgehen“, sagt der Krefelder, der in Düsseldorf arbeitet. Als Berufspendler zwischen den beiden Städten und somit täglicher Rheinbahn-Fahrer musste Hövels feststellen, dass es im vergangenen Vierteljahr zu vermehrten Unregelmäßigkeiten auf seiner täglichen Strecke kam. Es sind viele Zugausfälle zu verzeichnen. „Dass mal ein Zug ausfällt, ist für mich wirklich kein Problem. Das kann immer passieren. Aber in den vergangenen Wochen und Monaten hat das Systematik erreicht“, sagt Hövels.

Was ihn dabei besonders ärgert ist, dass die von ihm eigens installierte Rheinbahn-App nicht richtig funktioniert. Eigentlich müsste ihm die App anzeigen, ob die Züge kommen oder ausfallen. Aber diese Informationen fehlen. Was besonders ärgerlich ist, wenn er sich auf dem Rückweg von Düsseldorf nach Krefeld befindet. Sein Büro liegt nämlich keine fünf Minuten von der Haltestelle entfernt. „Wenn ich wüsste, die Bahn, die ich nehmen möchte, kommt nicht, würde ich einfach etwas länger arbeiten und dann mit der nächsten Bahn fahren“, sagt Hövels. So aber steht er an der Haltestelle und weiß nicht, ob die Bahn kommt oder nicht. Er bedauert daher sehr, dass die App nicht entsprechend von Seiten des Unternehmens gepflegt wird. Besonders ärgerlich sei, wenn die erste Bahn nicht kommt und die nächste so voll ist, dass niemand mehr hineinpasst. Dreimal nahm der Krefelder daher schon den Mobilitäts-Service der Rheinbahn in Sachen Ticket 2000 Anspruch. Dieser ermöglicht den Kunden der Rheinbahn ab 20 Minuten Verspätung die Nutzung eines Taxis. Die Taxikosten werden nach entsprechender Einreichung erstattet. Die Kostenerstattung habe zwar immer reibungslos geklappt, aber das sei ja nicht Sinn und Zweck, warum er sich für den ÖPNV entschieden habe, bemerkt Hövels.

Was er zudem bedauert ist, dass die Info-Säulen, die auf Knopfdruck an den Haltestellen betätigt werden können, keine Gründe für die Ausfälle und Verspätungen nennen. Auch auf den Displays verschwinden die Züge einfach, ohne dass der Lauftext über das Problem informiert. „Ich habe mich per Mail an die Rheinbahn gewandt. Es dauerte dort sehr lange, bis ich eine Antwort bekam, wobei diese zwar Bedauern und Entschuldigung beinhaltete, aber ansonsten sehr schwammig ist“, sagt Hövels. Bei der Rheinbahn sieht es indes so aus, dass Personalmangel zu Zugausfällen geführt hat. „Das Problem haben wir inzwischen zwar aufgeholt, aber es nicht im gleichen Moment gelöst. Aktuell beschäftigt uns ein hoher Krankenstand“, sagt Eckhard Landers, Pressesprecher bei der Rheinbahn. In einem Büro können Kollegen die Arbeit für einen erkrankten Mitarbeiter übernehmen, in Sachen Bahnen fahren geht das nicht so einfach. Im Fahrerlager muss eins zu eins ersetzt werden.

Zudem gab es Probleme auf dem Betriebshof in Heerdt, von dem aus die Stadtbahnlinien kommen. Die Probleme mit der App sind der Rheinbahn ebenfalls bekannt, wobei hier der VRR in seiner Gesamtheit betroffen ist. „Das ist mehr als ärgerlich, denn eigentlich wollen wir mit der App ganz nah beim Kunden sein“, sagt der Pressesprecher. Aber auch an diesem Problem arbeitet das Unternehmen.

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