Krefeld: Am Luisenplatz hat sich eine Party-Szene etabliert und stört Anwohner.

Krefeld Stadtmitte : Nächtliche Gelage am Luisenplatz

Zwischen Sparkasse, Friedenskirche und Deutscher Bank finden sich jedes Wochenende Jugendliche und junge Erwachsene ein, trinken, lärmen und randalieren. Geschäftsinhaber sind genervt.

Wer tagsüber über den Luisenplatz geht, sieht eine ruhige und schöne Ecke Krefelds. An der einen Seite die Friedenskirche mit dem Kultur.Punkt, an der anderen die Sparkasse mit der recht neu gestalteten Einfahrt zum Parkhaus, sowie ein ruhiger Platz mit Apotheke und Lampengeschäft. Doch das verändert sich am Wochenende beträchtlich. Das weiß niemand so gut wie Familie Holzapfel. Ihnen gehört nicht nur besagtes Lampengeschäft, sondern auch das dazugehörige Haus. Darin wohnen die Eheleute.

Die Holzapfels sammeln regelmäßig Müll ein. Foto: LAH

„Wir sind vor etwa sechs Jahren aus Traar hergezogen und eigentlich lebt es sich hier wunderbar. Wir haben kurze Wege, brauchen nur selten ein Auto und der Arbeitsweg ist eine Treppe“, sagt Astrid Holzapfel. Den Umzug aus dem ruhigen Traar, gleich an den Niepkuhlen, in die Stadtmitte bereut sie nicht. Nur am Wochenende sieht das anders aus. „Freitags und Samstags Nachts geht es hier hoch her. Auf dem Platz stehen zwei Bänke. Rund um diese, direkt vor unserem Schlafzimmerfenster, hat sich eine regelrechte Trinkerszene etabliert“, erzählt sie. Dabei handle es sich aber nicht um Alkoholiker oder Junkies, wie beispielsweise am Theater- und Lutherplatz, sondern vor allem um Jugendliche oder junge Erwachsene.

Eine Fensterscheibe ging zu Bruch. Foto: LAH

„Die treffen sich hier offensichtlich vor und nach dem Weggehen, um zu trinken“, sagt Holzapfel. „Dabei wird es oft sehr laut. Sie lassen viel Müll liegen, urinieren uns an die Hauswand und sogar in den Geschäftseingang und haben uns auch unsere brandneue Leuchtreklame eingeworfen. Vor das Gitter haben sie so heftig getreten, dass die Glastür dahinter zu Bruch ging“, berichtet die Geschäftsfrau. Teilweise seien es auch Raucher, die eigentlich im nebenan liegenden „Saloon“ eingekehrt seinen, nun aber auf dem Platz ihrem Laster frönten.

Die Leuchtreklame wurde nachts zerstört. Foto: LAH

„Am schlimmsten sind tatsächlich die deutschen Jugendlichen. Die rasten häufig aus. Oft sind auch Russen oder Polen dabei. Die trinken zwar besorgniserregende Mengen und reden dann oft sehr laut, aber sie sind fast immer friedlich“, erzählt Holzapfel. Die Tendenz sei sehr negativ. Die Zahl der Störungen steige stetig. Teilweise ginge das bis fünf, sechs Uhr am Morgen. „Besonders schlimm ist es immer zum Monatsanfang. Dann haben die Leute wohl Geld bekommen und trinken noch mehr“, sagt sie.

Die Eheleute wünschen sich nun Hilfe von der Stadt. „Einerseits wäre es wünschenswert, dass Polizei und Ordnungsamt die Umtriebe unterbinden, beziehungsweise auf ein normales Maß reduzieren. Außerdem sollten wieder an den anderen Stellen Bänke angebracht werden. Früher gab es welche vor Sparkasse, Kirche und auch schräg gegenüber. Die wurden dann sukzessive abgebaut. Vor der Sparkasse beim Umbau des Parkhauses. An der Kirche waren sie einfach weg und auch die auf der anderen Straßenseite wurden wohl auf Betreiben der Besitzer demontiert. Nun konzentriert sich alles vor unserem Geschäft“, sagt Holzapfel. Sie wünscht sich alternativ, dass die Bänke dort ebenfalls entfernt oder versetzt werden.

Vor allem aber möchten die Geschäftsinhaber mehr Sauberkeit. „Zuletzt ist es meist so, dass mein Mann samstagsmorgens mit dem Kärcher unterwegs ist. Wir können unseren Kunden nicht zumuten, durch Urin und Erbrochenes zu laufen. Das ist geschäftsschädigend“, sagt Holzapfel. Sie sieht die Stadt in der Verantwortung, für Abhilfe zu sorgen. Sowohl hinsichtlich Sauberkeit, als auch bezüglich nächtlicher Ruhestörungen. Immerhin betreiben sie ihr Geschäft bereits seit 15 Jahren sehr erfolgreich an dieser Stelle. Das Unternehmen als solches geht sogar auf sein 40. Jubiläum zu. Doch für die Zukunft bedarf es wenigstens eines Mindestmaßes an Ordnung und Sauberkeit im Umfeld. Dass dies gewährleistet ist, erhoffen sich die Geschäftsleute von der Stadt - ebenso wie Nachtschlaf auch an Wochenenden.

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