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Bürgerinitiative plädiert für Leerrohre

Krefeld : Bürgerinitiative plädiert für Leer-Rohre

Selbst relativ frisch sanierte Straßen müssen für neue Leitungen oft wieder aufgerissen werden. Krefelder Bürger schlagen nun die Verlegung von Leerrohren vor, wann immer eine Straße aufgerissen wird. In Neuss ist das Verfahren bereits Pflicht.

Die Krefelder Freunde sind eine Bürgerinitiative, die sich verschiedener Themen annimmt und hofft, mit ihren Vorschlägen auf offene Ohren in Politik und Verwaltung zu treffen. Zum Meinungsaustausch treffen sie sich monatlich an wechselnden Orten zu einem Stammtisch. In entspannter Runde wird dann über Probleme der Stadt und mögliche Lösungen diskutiert.

Der Ursprung lag darin, nach Lösungen für die Verkehrssituation rund um den Westwall zu suchen. Doch heute sind auch vielfältige andere Themen präsent. Dabei schauen die Bürger auch gern über den Tellerrand und untersuchen, wie Probleme in anderen Kommunen gelöst werden. Eine Frage, die sich in Krefeld aufdrängt, ist die nach Lösungen für die maroden Straßen. Oft müssen gerade sanierte Straßenbeläge nach wenigen Wochen wieder aufgebrochen werden, weil Unternehmen wie Telekom oder SWK Kabel- oder Kanalarbeiten durchführen müssen. Hierfür fand nun Dieter Gebauer beim Blick über den Rhein eine Möglichkeit zur Verbesserung der Planungsprozesse zum Verkehrsbau. „Andere Kommunen verlegen beim Straßenbau Leerrohre für den Breitbandausbau. Das hat viele offensichtliche Vorteile“, sagt er. Während in Krefeld die Straßen oft aufgebrochen werden müssten und der Verkehr behindert werde, könnten Leerrohre für mehr Effizienz sorgen und sogar eine Einnahmequelle sein.

Die Stadt Neuss zum Beispiel machte aus diesem Grunde bereits im Jahr 2016 das Verlegen von Leerrohren bei Arbeiten an Kanal, Stromnetz oder anderen Leitungen oder bei Straßenerneuerungen zur Pflicht. „Dadurch können Breitbandkabel schnell und kostengünstig verlegt werden. Die Straßendecke bleibt intakt, es gibt keine Baustelle, mithin keine Staus und der Clou ist: Die Stadt kann für die Nutzung der Rohe sogar eine Miete verlangen und damit Einnahmen generieren“, erläutert Gebauer seinen Vorschlag.

Zumindest im Kreise der Krefelder Freunde erntete er damit viel Lob und Zuspruch. Bei Politik und Verwaltung versuchte er bereits mehrfach, den Vorschlag unterzubringen. Zunächst reichte er ihn bei der Bezirksvertretung Ost ein. Später bat er im Rahmen eines Treffens des Ortsvereins der CDU um Weiterleitung. „Damals hat Herr Manfred Läckes versprochen, es in den Bauausschuss zu bringen. Wie ich später hörte, ist das auch zwei Tage später geschehen. Gehört habe ich dann aber nichts mehr davon“, berichtet der Rentner, der im Berufsleben 30 Jahre im Vertrieb in der Combuterbranche arbeitete.

Der studierte Elektroingenieur weiß also auch inhaltlich sehr gut, was geht und was nicht. Gerade vom Koordinator für Breitbandausbau würde er sich mehr Transparenz wünschen. „Ich fände es gut, wenn es eine Karte im Internet gäbe, auf der detailliert nach Straßen zu sehen ist, wo heute welche Bandbreite möglich ist. Technisch ist das heute kein Problem. Die SWK können heute bei ihren neu Elektrorollern in Echtzeit interaktiv zeigen, wo sie gerade stehen“, sagt Gebauer.

Seine Vorschläge arbeitete er auch schriftlich aus und schickte sie Anfang Juli direkt an die Verwaltung. Bisher bekam er keine Antwort.

darauf kommt es ihm aber nicht an. Vielmehr geht es ihm um die Umsetzung. „Die Stadt schaut immer, wo sie Geld sparen kann. Hier könnte sie sogar welches verdienen. Ich denke, davon würden alle, Stadt und Bürger, nur profitieren“, sagt er.

Die Stadt antwortete auf RP-Anfrage, dass der Antrag geprüft werde und eine Antwort zunächst an Herrn Gebauer persönlich, idealerweise im Zuge der Ratssitzung am 18. September, ansonsten schriftlich, zugestellt werde. Erst dann könne eine offizielle Aussage getätigt werden.

Die Krefelder Freunde hoffen auf einen positiven Bescheid und dann eine baldige Umsetzung ähnlich der in Neuss, um die Situation der Straßen zu verbessern, den Breitbandausbau voranzutreiben und nicht zuletzt das Stadtsäckel zu füllen.