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Krefeld: Bürger fordern Beuys-Platz

Krefeld : Bürger fordern Beuys-Platz

Krefeld soll einen Platz oder eine Straße nach dem hier geborenen Künstler Joseph Beuys benennen. Dafür macht sich eine rund 100-köpfige Initiative um den Künstler Caco stark. Eine Unterschriftenaktion ist geplant.

Der Stadtmarkt wäre ideal für einen großen Namen, findet Caco: "Er ist zentral gelegen, belebt und könnte eine repräsentative Benennung vertragen", sagt der Krefelder Künstler. Und wie er heißen könnte, ist für ihn auch klar: Joseph-Beuys-Platz. Dabei legt Caco sich nicht so sehr auf den Ort fest, wichtiger ist ihm, dass Krefeld eine Straße oder einen Platz nach dem Mann benennt, der am 12. Mai 1921 in den städtischen Krankenanstalten (heute Helios Klinikum) geboren wurde.

Caco vor dem Edelstahl-Ehrenschild für Joseph Beuys im Park der Alexianer Kliniken. Hier ist der Anfang des geplanten Beuys-Bodendenkmals. Foto: L. strücken

Andere Städte haben dem Mann, der das Motto "Jeder ist ein Künstler" prägte, schon längst gewürdigt: Düsseldorf hat das Joseph-Beuys-Ufer und eine Joseph-Beuys-Schule, in Bonn, Kleve und Kassel sind Straßen nach ihm benannt. "Dass Krefeld das noch nicht getan hat, ist fast unverschämt", sagt Caco. Beuys hat die ersten Lebensmonate am Alexanderplatz gewohnt, bevor er mit den Eltern nach Kleve zog. Aber er hat immer einen engen Bezug zu Krefeld gehabt. Vor allem zu den Kunstmuseen. Hier steht die letzte Werkgruppe, die Beuys noch selbst installiert hat. "Doch es geht nicht nur um Beuys als Künstler, sondern auch um ihn als Bürger. Er hat sich hier politisch sehr engagiert. Viele erinnern sich sicher noch an die Diskussionen zur Demokratisierung des Geldes", sagt Caco.

Mit Beuys am Ortseingang werben: Das ist eine Idee der Montessori-Schüler von Thomas Müller. Foto: BMMG

Mehr als 100 Bürger hat der Beuys-Student Caco schon zur Unterstützung gewonnen. Gestern hat er die Idee an alle Krefelder Ratsfraktionen geschickt: "Bürgermeister Frank Meyer, Klaus Kokol und Hans Butzen von der SPD sind dabei, und die gesamte Fraktion der Grünen sowieso. Denn die Idee ist ja nicht neu: Ingrid Schupetta, Leiterin der NS-Dokumentationsstelle, und die Grünen haben das schon vor Jahren angeregt. Aber es ist bisher nichts passiert", sagt Caco.

Damit die Idee nicht wieder verpuffe, soll es Ende August eine Podiumsdiskussion im Südbahnhof geben. Eine Unterschriftenliste bereitet er ebenfalls gerade vor, und im Internet glüht die Diskussion der Facebook-Gruppe. "Es geht gar nicht darum, ob man Beuys' Kunst gut findet oder nicht. Wir wollen hier die Diskussion führen, warum wir Joseph Beuys als Sohn dieser Stadt ein Denkmal setzen sollten", betont Caco. "Das Klinikgebäude, wo er geboren ist, wird ja jetzt auch abgerissen."

Die Beuys-Straße oder der Beuys-Platz sollten in zentraler Lage sein. "Es kann eine neu erschlossene Straße sein oder eine, die umbenannt wird, weil wir hier noch einige Benennungen mit Bezug zum Dritten Reich haben, die wir dringend ändern sollten", meint Caco.

Er selber bereitet seit fünf Jahren ein Bodendenkmal vor: Am 18. Januar 2007 hat er die Pflanzaktion "3333 Bäume für Krefeld" gestartet, in Erinnerung an Beuys' Projekt "7000 Eichen". Eine Stele und ein Edelstahlschild erinnern daran am Amberbaum im Park der Alexianer-Kliniken. 750 Bäume sind inzwischen gepflanzt.

Caco hofft auf große Zustimmung für eine öffentliche Würdigung Beuys'. Denn es gab große Aufregung, als mit Abzug der Sammlung Lauffs auch die von Beuys installierte Werkgruppe auseinandergerissen werden sollte. Bekanntlich ging die Sache gut aus. Helga Lauffs hat den Kunstmuseen drei Werke der Gruppe geschenkt. Zwei hat das Land NRW gekauft und Krefeld als Dauerleihgabe überlassen, die restlichen beiden gehören dem Museum bereits: So bleibt der Block erhalten. Zurzeit sind die Arbeiten im Obergeschoss des Museums eingehaust, damit sie durch die laufenden Sanierungsarbeiten nicht Schaden nehmen.

(RP/ac)