Bühne frei: Die Gewinner im Sinfoniekonzert

Sinfoniekonzert : Junge Musiker glänzen als Solisten

Die Gewinner des Wettbewerbs „Bühne frei“ haben sich mit anspruchsvollen Werken dem Publikum vorgestellt - und beeindruckt.

Erneut durfte man im siebten Sinfoniekonzert über die Leistungen staunen, die von den 13- bis 15-jährigen Preisträgern des Wettbewerbs „Bühne frei“ zu hören waren. Das Leistungsniveau auch derer, die den Sieg nur knapp verpassten, soll sogar noch höher gewesen sein als in den vergangen Jahren.

Der Preis des von Generalmusikdirektor (GMD) Mihkel Kütson begründeten Wettbewerbs ist der solistische Auftritt in einem Konzert der Niederrheinischen Sinfoniker. Der bedeutet für die jugendlichen Musiker ein großes Erlebnis, sicher aber auch eine große Herausforderung. Zum ersten Mal als Solist mit einem Profi-Orchester aufzutreten, ist nicht einfach. Um so erstaunlicher war auch diesmal die Sicherheit der Preisträger auf der Bühne.

Den Anfang machte der 13-jährige Philipp A. Frings mit Carl Maria von Webers Concertino für Klarinette und Orchester. Er beeindruckte durch die souveräne Beherrschung des Instruments genau so wie durch seine Musikalität und seine Sicherheit im Auftreten.

Das lässt sich von den drei anderen Preisträgern genau so sagen. Mit einem für Gitarre bearbeiteten Vivaldi-Konzert für Laute und Streichorchester hinterließ der 15-jährige Jan Christopher Heßling einen tadellosen Eindruck. Der Name Malte Linder sorgt schon seit Jahren bei „Jugend musiziert“ für Furore. Offensichtlich ist dem 15-Jährigen inzwischen überhaupt nichts mehr zu schwer. Souverän spielte er das Trompetenkonzert des Armeniers Alexander Arutjunjan – ein Werk, das sich bei Probespielen für eine Festanstellung in namhaften Berufsorchestern großer Beliebtheit erfreut.

Anton Arenskis Fantasie über russische Themen fand in der 17-jährigen Korschenbroicherin Josephina Lucke ebenfalls eine tadellose Interpretin. Dass an einigen Stellen das Orchester zu dominant war, ist nicht ihr anzulasten.

Einen musikalischen Gruß an alle, die soeben ihr Abitur bestanden haben und in Kürze ihr Studium beginnen, gab es mit der schwungvoll gespielten Akademischen Festouvertüre von Johannes Brahms. Lange Zeit wurden Beethovens Werke langsamer gespielt, als von ihm selbst vorgeschrieben. Es hatte sich zunehmend die Meinung verbreitet, dass Beethovens Metronom defekt gewesen sein müsste. Die Forschung glaubt das inzwischen nicht mehr uneingeschränkt. Auch Kütson entschied sich für zügige Tempi und schuf zusammen mit den engagiert aufspielenden Niederrheinischen Sinfonikern eine entschlackte, transparente, intensive und damit mitreißende Aufführung.

Das Konzert wird am Freitag, 6. Juli, 20 Uhr, im Seidenweberhaus wiederholt, allerdings ohne die jungen Solisten von „Bühne frei“, Dann spielt das Vitus Quartett. Um 19.15 Uhr gibt es eine Einführung im Foyer.

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