Krefeld: "Brot im Körbchen" für Bedürftige

Krefeld : "Brot im Körbchen" für Bedürftige

Matthias Totten, seit einem Jahr Diakon an der Pfarrei Heiligste Dreifaltigkeit, hat die Aktion "Brot im Körbchen" initiiert. Sie ist ein Teil des jeden Mittwoch stattfindenden Gesprächs- und Hilfsangebots "Das Offene Ohr" in der St.-Anna-Kirche.

Jeden Mittwochmorgen kommen innerhalb nur zweier Stunden bis zu zwei Dutzend Personen in die St. Anna-Kirche an der Inrather Straße, um sich dort Rat und Hilfe in ganz unterschiedlichen Lebenslagen zu holen. "Das Offene Ohr" nennt sich dieses Angebot, das Diakon Matthias Totten seit Anfang dieses Jahres in dieser Kirche anbietet.

"Wir haben diesen Ort gewählt, damit das Angebot niederschwellig bleibt. Ratsuchende können in die Kirche gehen, sich irgendwo hinsetzen, sich umschauen und dann wieder gehen oder sich an mich wenden; ich sitze von 9 bis 11 Uhr in der Kriegerkappelle oder irgendwo im Kirchenraum", erläutert der 39-jährige Vater dreier Töchter, der sich als Gemeindereferent und Diakon nach seinen Worten sowohl für die Familie als auch für die Seelsorge entschieden hat.

"Das Offene Ohr" richtet sich als ein Schwerpunkt der Gemeinde vor allem an Menschen, die in Armut leben oder davon bedroht sind. Ein konkretes Beispiel für diese diakonische Pastoral als tätige Nächstenliebe ist die seit März laufende Aktion "Brot im Körbchen", an dem sich die vier Krefelder Bäckereien Weißert (Inrather Straße), Unterschemmann (Hülser- und Josef-Heinrichs-Straße), Schonen (Hülser Markt und Krefelder Straße) sowie Knoops (Klever Straße). "Beim Einkauf spendet ein Kunde Geld für weiteres Brot, was durch Gutscheine quittiert wird, die die Bäcker sammeln und mir weitergeben", erklärt der Diakon, der die Gutscheine seinerseits beim "Offenen Ohr" verteilt.

Weitere Gutscheine ermöglichen es Bedürftigen, in drei Supermärkten (Aldi an Gahlingspfad und Kleinewefersstraße sowie Edeka Kempken, Kempener Straße) alles, außer Alkohol und Tabak, einzukaufen. Das Geld für diese Gutscheine kommt von der Pfarr-Caritas, die dafür ihrerseits auf Spenden (Sparkasse Krefeld, Konto-Nr. 180661779; BLZ 320 500 000, Stichwort "Offenes Ohr") angewiesen ist. "Wir helfen gelegentlich aber auch sehr praktisch. So haben wird unlängst auf konkrete Anfrage eine Küche gespendet bekommen, die wir demnächst mit einigen Ehrenamtlichen und dem Empfänger in dessen Wohnung aufbauen werden", berichtet der gebürtige Vorster.

Zweiter Schwerpunkt innerhalb des "Offenen Ohrs" ist die Zusammenarbeit mit dem Verein Arbeitslosen-Initiative Kempen-Viersen, der seinerseits mit dem Arbeitslosenzentrum Krefeld vernetzt ist. "Dabei führen wir nicht nur konkrete Beratungsgespräche mit den Betroffenen, sondern vermitteln sie auch an das Arbeitslosenzentrum am Westwall 32" erklärt Totten, der die Aktion "Das Offene Ohr" mit einigen Ehrenamtlern künftig noch ausweiten wird.

(RP)