Krefeld: Brand bei Café In - 200 Menschen evakuiert

Krefeld : Brand bei Café In - 200 Menschen evakuiert

Die Feuerwehr rückte am Freitag zu einem Großeinsatz in die City aus. Mehrere Menschen wurden mit Verdacht auf Rauchvergiftung noch vor Ort untersucht. 200 Gäste hielten sich in dem Café In auf, als der Brand ausbrach.

Polizei und Feuerwehr sind Freitagnachmittag zu einem Großeinsatz in der City beim "Café In" an der Marktstraße, Ecke Königstraße ausgerückt. Ein Brand in der Küche des Gastronomiebetriebes hatte zu schwerer Rauchbildung geführt. Acht der gut 200 Besucher, die sich zu diesem Zeitpunkt in dem Café aufhielten, mussten mit Verdacht auf Rauchvergiftung untersucht werden. Eine Mitarbeiterin wurde ins Krankenhaus gebracht. Der Sachschaden ist erheblich, die Einsatzkräfte waren am Ende erleichtert, dass sie die Entstehung eines großflächigen Feuers mitten in der Stadt verhindern konnten.

Um 13.26 Uhr ging der Notruf in der Einsatzzentrale der Feuerwehr ein: ein Brand im Café In, das zu diesem Zeitpunkt aufgrund des guten Wetters besonders viele Besucher anzog. Wenige Minuten später machten sich mehr als 60 Feuerwehrleute der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Hüls auf den Weg dorthin, wie Einsatzleiter Manfred Woters bestätigte. Polizei und Malteser Hilfsdienst rückten mit weiteren Fahrzeugen aus. Als sie am Einsatzort eintrafen, zog bereits tiefschwarzer Rauch aus dem Gebäude am Kaufhof. Die Polizei sperrte die Königstraße und obere Marktstraße weiträumig ab, um zahlreichen Schaulustigen auf Abstand zu halten. Zeitweise musste auch der Zugang des benachbarten Kaufhof-Parkhauses geschlossen werden.

Feuerwehrleute rüsteten sich mit Atemschutzmasken, ehe sie mit Scheinwerfern und Löschwasserschläuchen in das stockfinstere Café vordrangen. Auf der rund 200 Quadratmeter großen Außenterrasse standen noch viele halb ausgetrunkene Latte macchiato oder Frühstücksgerichte auf einigen Tischen und zeugten von der Evakuierung des Komplexes.

Jens Hagedorn hatte es sich gerade auf einem der Sessel im Außenbereich bequem gemacht, als sich das Unglück anbahnte. "Ich habe mir ein Pistazieneis bestellt und wollte das bei den milden Temperaturen in der Sonne genießen. Ich wunderte mich schon, dass das so lange dauerte. Dann kam eine Bedienung und sagte, dass sie Probleme hätten und schließen müssten. Einige Gäste wurden dann noch draußen abkassiert. Nach einer geschätzten Viertelstunde traf dann die Feuerwehr ein."

Der 32-jährige Kellner Maurice Fortunato war gerade draußen, als es zu brennen begann. "Plötzlich wurde alles ganz dunkel. Die Gäste kamen von innen raus und wir gingen schnell auf die andere Straßenseite."

Nach etwa zwei Stunden konnte der Brand größtenteils eingedämmt werden. Riesige Scheinwerfer im Eingangsbereich sollten jetzt erst das ganze Ausmaß des Schadens zeigen. Der Küchenbereich ist komplett ausgebrannt, überall steht Wasser im Laden, eine Zwischendecke aus Holz haben die Einsatzkräfte komplett herausgerissen. Inhaber Giuseppe Rizzo schaute fassungslos in sein Café, ist den Tränen nah. Er hat die ganze Tragödie miterlebt. "Anfangs kam nur ein bisschen Rauch aus der Küche. Doch dann wurde es schlagartig mehr, und wir haben sofort evakuiert. Es muss eine überhitzte Steckdose eines Küchengeräts gewesen sein, die das Ganze ausgelöst hat." Ein solcher Defekt könne laut Polizeieinsatzleiter Pütters entstehen, wenn ein Gerät falsch angeschlossen oder überlastet sei. Die Polizei geht zunächst nicht von Brandstiftung aus. "Trotzdem wird die Kriminalpolizei alles unter die Lupe nehmen." Manfred Wolters zieht für die Feuerwehr ein positives Fazit: "Wir konnten den Brand zeitig eindämmen."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Krefeld: Feuer in Eiscafé an der Hochstraße

(RP/ac)
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