Krefeld: Blondin lehnt "Schlagabtausch" mit dem Oberbürgermeister ab

Krefeld : Blondin lehnt "Schlagabtausch" mit dem Oberbürgermeister ab

FDP-Fraktionsvorsitzender Heitmann bewertet die Diskussion zwischen CDU und SPD als Schaukampf.

Der Disput um die Kandidatenkür der CDU im Rahmen der OB-Wahl 2020 geht in die nächste Runde. "Ich freue mich, dass der Kreisparteitag der CDU bei unserem sozialdemokratischen Mitbewerber offenbar Eindruck hinterlassen hat", erklärt CDU-Kreisvorsitzender Marc Blondin. "Völlig zu Recht fasziniert auch die SPD die für die Zukunft unserer Stadt nicht unwichtige Frage, wer für uns im Jahr 2020 für das Amt des Oberbürgermeisters kandidiert. Es bleibt jedoch dabei: Wir halten den Spannungsbogen, binden die Partei im Sinne gelebter Demokratie mit ein und kommen dabei auch ohne die Ratschläge Dritter bestens zurecht."

Mit diesen Worten reagierte Blondin auf die Stellungnahme seines SPD-Gegenübers Ralph-Harry Klaer zum Parteitag der Union am Wochenende. "Ich finde es spannend, dass die Sozialdemokraten meine Ausführungen im Nachgang noch einmal bestätigen. Das zeigt sich insbesondere in dem Vorschlag eines öffentlichen 'Duells' zwischen dem Oberbürgermeister der Stadt Krefeld und dem Kreisvorsitzenden der CDU", so der Unionschef weiter. "Dieses Duell machen wir natürlich nicht. Dazu gibt es keine Veranlassung."

Dass der Oberbürgermeister die SPD ein 'Duell' vorschlagen lässt, ist vor diesem Hintergrund für den CDU-Vorsitzenden bezeichnend: "Ich wiederhole deshalb noch einmal meine Bitte an Frank Meyer: Führen Sie die Verwaltung, steuern Sie den Kurs, stellen Sie sich den Debatten im Rat, nehmen Sie teil an Gesprächen zwischen der CDU und Ihrer eigenen Partei, wenn es um zentrale Fragen geht. Denn so geht OB!"

Als "Schaukämpfe" bewertet dagegen FDP-Fraktionsvorsitzender Joachim C. Heitmann den "Disput" zwischen CDU und SPD über die Amtsführung von Oberbürgermeister Meyer (SPD): "Wer im Bau- und im Planungsausschuss erlebt, wie der SPD-Sprecher Hengst den CDU-Sprecher Wettingfeld bestätigt und umgekehrt, wer im Verwaltungs- und Finanzausschuss erlebt, wie der CDU-Fraktionsvorsitzende Reuters und sein Kollege Winzen sich gegenseitig stützen, weiß wie hier in Krefeld die Uhren in Wahrheit ticken." Offensichtlich soll davon abgelenkt werden, dass CDU und SPD "gewaltige ungelöste Probleme gemeinsam vor sich hinschieben". "Zu nennen sind hier die Schnittstellen zwischen dem Kommunalbetrieb und der Verwaltung, die Zukunft des Seidenweberhauses und die Sanierung des Stadthauses", so Heitmann. Statt "sich öffentlich zu beharken", intern aber eine "enge Kumpanei zu pflegen", sollten CDU und SPD sich "zu der gemeinsam übernommenen Verantwortung bekennen", sagt der FDP-Fraktionsvorsitzende. Den vom SPD-Fraktionsvorsitzenden gegen die FDP erhobenen Vorwurf, sie würde sich der Verantwortung entziehen, lassen die Liberalen nicht gelten: "Sowohl in den Bereichen Bau und Planung, als auch in der Verwaltungs- und Finanzpolitik stellen CDU und SPD mit ihren Vorabsprachen die anderen Fraktionen vor vollendete Tatsachen, und zwar teils mit, teils gegen die Verwaltung."

(jon)
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