Wohnungsbau: „Krefeld hat genug für die Region getan“

Krefeld : Wohnungsbau: „Krefeld hat genug für die Region getan“

CDU-Ratsherr Jürgen Wettingfeld warf der Verwaltung vor, den politischen Streit in Krefeld überflüssigerweise vom Zaun gebrochen zu haben.

(vo) Die Stadtverwaltung hat nun ihre Begründung vorgelegt, warum sie mit Blick auf den Siedlungsdruck rund um die Region Düsseldorf und den wachsenden Zuzug von Menschen ins Rheinland dafür plädiert, keine neuen Siedlungsflächen mehr auszuweisen. Die Erklärung ist insoweit mit Spannung erwartet worden, weil die Stadtveraltung in einem ersten Durchgang 15 Flächen vorgeschlagen hat, die dann nach einer Punkte-Bewertung auf sechs reduziert worden waren, bis Oberbürgermeister Frank Meyer bekanntgab, dass die Stadt empfehlen werde, gar keine Flächen mehr auszuweisen. Die Begründung lautet im Kern: Krefeld hat genug für die Region getan.

Die Bezirksregierung Düsseldorf hatte unter der Überschrift „Mehr Wohnbauland am Rhein“ darauf gedrängt, dass die Kommunen über den jetzigen Bestand hinaus mehr Siedlungsflächen ins Auge fassen. Die Stadtverwaltung erklärt nun in dem Papier, das am Dienstagabend dem Rat vorgelegt wurde, Krefeld „findet den Ansatz des Regionalrates generell nachvollziehbar, das Problem der starken Zuwanderung und des damit verbundenen Mangels an bezahlbarem Wohnraum auf regionaler Ebene lösen zu wollen“. Dann folgt der entscheidende Satz: „Diesem Ansatz wird die Stadt Krefeld bereits durch den 2015 in Kraft getretenen Flächennutzungsplan (FNP) gerecht.“ Schon damals seien die Wohnbauerwartungsflächen anhand regionaler Kriterien ausgewählt worden.

Nach den Prognosen der zuständigen Bezirksregierung Düsseldorf wird der Bedarf an Wohneinheiten für Krefeld bis zum Jahr 2040 auf rund 9300 beziffert. „Diese Größenordnung wird schon durch die heutige Planung erreicht“, heißt in der Vorlage.

Hintergrund: In Krefeld war es um die Ausweisung neuer Siedlungsflächen zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Grünen einerseits sowie SPD und CDU andererseits gekommen. Die beiden Großen fühlten sich zu Unrecht als Natur- und Flächenvernichter an den Pranger gestellt, nachdem die Stadt neue Flächen ins Gespräch gebracht hatte.

CDU-Ratsherr Jürgen Wettingfeld warf der Verwaltung vor, den politischen Streit in Krefeld überflüssigerweise vom Zaun gebrochen zu haben, indem sie lauter Flächen aufgelistet habe, die schon in der Vergangenheit keine politische Mehrheit bekommen hätten. Ihm ist auch unverständlich, warum die Verwaltung erst Flächen benannt und sich dann plötzlich gegen die eigenen Vorschläge ausgesprochen hat.

Der Rat folgte mehrheitlich dem Vorschlag und hat damit dem Regionalrat des Regierungsbezirks empfohlen, für Krefeld gar keine neuen Siedlungsflächen mehr auszuweisen.

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