Krefeld: Unfall am Ostwall - 28-Jähriger fährt drei Fahrzeugen auf

Unfall in Krefeld : Auto schleudert an der Ostwall-Haltestelle gegen Bus

Ein Verkehrsunfall auf dem Ostwall in Höhe der Haltestelle Rheinstraße geriet am Montagmittag zur Nagelprobe für die Sicherheit. Dass es außer dem Unfallfahrer keinen ernsthaft verletzten Beteiligen gab, war reiner Zufall. Statt in die auf Bus und Bahn wartende Menschenmenge schleuderte das Unfallauto gegen einen Bus.

Der Verkehrsunfall, der am Montag für Stunden den Ostwall und den Öffentlichen Personennahverkehr lahm legte, ging glimpflich aus. Er hinterlässt Fragen, die über Ursache und Hergang hinausgehen. War die Entscheidung der Politik, den öffentlichen Verkehrsraum als so genannte „Shared Base“ – gemeinsam zu nutzende Fläche – anzulegen richtig? Die Frage nach der Sicherheit von Fußgängern stellt sich vor dem Hintergrund, dass dieses Konzept offenbar auch für die Umgestaltung der St.-Anton-Straße angedacht ist, umso mehr.

Am Montag war es nur dem Zufall zu verdanken, dass die auf Bus und Bahn wartenden Menschen in ihrer Unversehrtheit unbehelligt blieben. Der Unfallfahrer hätte mit seinem Auto statt gegen einen Linienbus auch in eine Menschentraube schleudern können. Die Politik hat das Haltestellenareal als ebenerdigen Platz von Häuserfront zu Häuserfront angelegt. Zeitweise war sogar darüber nachgedacht worden, diese Fläche mit riesigen Sonnensegeln zu überspannen.

Eine Absperrung des Haltestellenbereichs oder Hochbahnsteige waren nicht gewünscht. Tempo 10 für den motorisierten Verkehr sollte das Risiko minimieren. Das erwies sich schon nach kurzer Zeit als unpraktikabel. Selbst Busse und Bahnen hielten sich nicht an die Geschwindigkeitsbeschränkung. Nunmehr ist Tempo 20 erlaubt. Die Grünphasen sind so geschaltet, dass die Fußgänger stets die Verlierer sind. Sie müssen warten, können die Fahrbahnen nicht in einem Gang überqueren.

Am Montag war der Ostwall für Stunden gesperrt. Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr, der Polizei, des Rettungsdienstes und Abschleppwagen blockierten die Verkehrsader.Der Unfallbereich war mit Flatterband großräumig abgesperrt. Die Spuren des Auffahrunfalls waren überdeutlich zu sehen. Demolierte Autos, ausgelaufenes Öl, herausgerissenen Räder und Karosserieteile waren zu sehen. Ein 28-jähriger Autofahrer war auf drei Autos aufgefahren. Der Fahrer wurde in ein Krankenhaus gebracht, eine weitere Person wurde leicht verletzt. Das berichtet eine Sprecherin der Polizei.

Gegen 13.30 Uhr ist der 28-Jährige mit seinem Corsa auf eine Reihe wartender Autos aufgefahren. Sie standen an der roten Ampel in Richtung Nordwall. Auf gleicher Höhe hielt ein Linienbus, in dem sich 15 Fahrgäste befanden. Der 28-Jährige prallte in einen Van und schob diesen auf zwei weitere Autos auf. Er selber schleuderte rechts an den Autos vorbei, stieß mit dem Bus zusammen und kam quer zur Fahrbahn zum Stehen.

„In dem Bus blieben alle Fahrgäste unverletzt“, sagte die Sprecherin. Der 28-Jährige wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert. „Es ist erheblicher Sachschaden entstanden“, berichtete die Sprecherin. Die Polizei habe die Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen.

 „Hier darf eigentlich nur 20 gefahren werden. Wenn man aber sieht, dass beim Van der komplette Reifen durch den Aufprall weggerissen wurde, dann ist der Fahrer mindestens 50 bis 60 gefahren. Da kann man von Glück sagen, dass nicht gerade Kinder oder alte Leute die Straße überquert haben und erfasst wurden“, erklärte Alf Jansen. Allgemein sei die Haltestelle ein Gefahrenpunkt, die Stadt hätte zwischen Schiene und Fahrbahn schon längst eine Barriere anbringen müssen, damit hier niemand über die Straße laufe und sich in Gefahr bringe. So sei das bei der alten Haltestelle Rheinstraße doch auch gewesen, berichtete  Jansen.

Alexander Weinschenck pflichtet ihm bei. „Hier fährt nie jemand mit Tempo 20, die Autos sind immer zu schnell unterwegs. Das ist als Fußgänger nicht ungefährlich, man muss meist wie ein Hase über die Straße hoppeln“, betonte Weinschenck.