Frau brutal misshandelt in Krefeld : Kinder unverletzt in Obhut genommen

Vier Kinder zwischen drei und neun Jahren sind bei einem SEK-Einsatz in Fischeln unverletzt geborgen worden. Ihre Mutter war zuvor schwer verletzt im Kofferraum eines Autos gefunden worden. Der Ehemann hatte die Frau stundenlang schwer misshandelt.

Eine Familientragödie hat am Samstag über Stunden die Krefelder Polizei in Atem gehalten. Involviert waren auch vier Kinder im Alter von drei bis neun Jahren, die laut Polizeiangaben unverletzt blieben. Die Mutter der Kinder befindet sich derzeit schwer verletzt im Krankenhaus. Ihr Mann hatte sie stundenlang misshandelt und danach schwer verletzt im Kofferraum eines Autos zurückgelassen.

Die Polizei spricht mit einem SEK-Beamten vor dem Mehrfamilienhaus an der Camesstraße.  Foto: dpa/Alexander Forstreuter

 Gegen 15 Uhr fand laut Polizeibericht eine Zeugin die hilflose Frau in einem abgestellten Auto am Winnertzhof in Fischeln. Sie alarmierte sofort die Polizei. Die Beamten befreiten die Schwerverletzte, die anschließend mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht wurde. Dort berichtete die 32-jährige Deutsche den Polizisten, dass sie bereits seit Freitag von ihrem Ehemann, einem 53-jährigen Deutschen, misshandelt worden sei.

Die Polizei hat darufhin die gemeinsame Wohnung der Familie aufgesucht. Das Paar, das laut Polizeiangaben ursprünglich aus Somalia stammt, wohnt in einem Mehrfamilienhaus an der Camesstraße in Fischeln. Dort befanden sich Samstagnachmittag auch die vier Kinder im Alter zwischen drei und neun Jahren. Unklar war jedoch, ob sich auch der Vater in dieser Wohnung aufhält und möglicherweise eine Gefahr für seine Kinder darstellt.

Die Beamten vor Ort hörten Kinderstimmen durch die geschlossene Wohnungstür. Die Tür jedoch konnte von den Kindern nicht geöffnet werden. Wegen der unklaren Lage forderten die Krefelder Beamten vorsorglich ein Spezialeinsatzkommando an. Gegen 20 Uhr dann konnte die Polizei durch ein Fenster mit den Kindern sprechen. Sie sagten, dass der Vater nicht zu Hause sei. Daraufhin holten Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei die Kinder aus der Wohnung, die anschließend in die Obhut des Jugendamtes übergeben wurden.

Auch bei der Durchsuchung der Wohnung wurde der Vater nicht gefunden. Er konnte jedoch am gestrigen Sonntag gefasst werden. Wie die Polizei mitteilte, wurde er im Rahmen der Fahndung um 12.40 Uhr an der Dieselstraße angetroffen. Er sei zu Fuß unterwegs gewesen und habe sich von den Beamten widerstandlos festnehmen lassen. Derzeit befinde er sich in Polizeigewahrsam.

Viel Lob für das einfühlsame Vorgehen der Polizei bei dem Einsatz an der Camesstraße gibt es in den Sozialen Medien. Eine Frau schreibt: „Ich finde, die Polizei sowie die anderen Helfer haben es super gemacht, die Polizistin, die mit den Kids am Fenstern gesprochen hat, hat das echt toll gemacht. Danke an die Helfer!“ Auch der Einsatz der Zeugin, die der schwerverletzten Frau im Kofferraum das Leben rettete, bekommt höchste Anerkennung. „Großes Dankeschön an die so aufmerksame Zeugin. Ich mag mir nicht vorstellen, was noch passiert wäre, wenn sie die Frau nicht gefunden hätte“, textet eine Userin.

Kritik und fremdenfeindliche Äußerungen finden sich allerdings ebenfalls unter den fast 300 Kommentaren zu dem entsprechenden Beitrag der Polizei NRW Krefeld bei Facebook. So führt die Personen-Beschreibung zu langen Diskussionen, in wieweit man von Deutschen sprechen könne, wenn die Betroffenen ursprünglich aus Somalia stammen würden, während andere fragen, wozu es nötig sei, all diese Informationen überhaupt zu veröffentlichen.

Die Polizei antwortet umgehend und schreibt: „Wir finden diese Aspekte übrigens besonders wichtig: 1. Die aufmerksame Zeugin, die alles richtig gemacht hat; DANKE dafür. Auch sie muss das Geschehen erstmal verarbeiten; 2. Dass die schwerverletzte Frau wieder gesund wird; 3. Dass die Kinder Hilfe erhalten, um das Erlebte zu bewältigen und 4. Dass der Täter gefasst wird oder sich freiwillig stellt.“

Die Polizei Krefeld hat noch Samstag eine Mordkommission eingerichtet. Die Ermittlungen  dauern weiterhin an.