Krefeld: Peta kritisiert kirchlichen Segen für Jäger

Annakirche : Tierschützer kritisieren Segen für Hubertusmesse

Peta attackiert Kirchengemeinde wegen eines Gottesdienstes mit dem Jagdhornbläserkorps der Kreisjäger.

(jon) Die Tierschutzorganisation Peta spricht von „Töten mit kirchlichem Segen“: Am Sonntag findet eine Hubertusmesse in der Annakriche statt. Peta übt scharfe Kritik an den Verantwortlichen der Kirchengemeinde wegen der Ausrichtung des Gottesdienstes. „Hubertusmessen, die vornehmlich von Jägern mitverantwortet und besucht werden, sind nicht mit der christlichen Ethik der Achtung vor dem Leben vereinbar“, so Lisa Kienzle, Pressereferentin von Peta. Sie appelliert daher an die Kirchenvertreter, sich künftig von den „gewaltverherrlichenden Messen“ zu distanzieren.

Einen völlig anderen Ansatz hat Martina Borgmann für die Hubertusmesse, die am Sonntag, 18 Uhr, in der Annakirche stattfindet. Sie verspricht musikalische Gänsehaut-Momente. Borgmann gehört zum Jagdhornbläserkorps der Kreisjägerschaft, zu jenem Ensemble, das amtierender deutscher Meister im Jagdhornblasen ist. „Das besondere Klangerlebnis wird durch die Architektur des Kirchenschiffes verstärkt; in dieser Akustik entfalten die Naturtöne der Jagdhörner ihren optimalen Sound“, sagt sie. Die Kirche ist im Sinne eines Ernte-Dank-Fest und vorweihnachtlich mit Fichten und Kerzenbeleuchtung geschmückt; die Messe werde zudem flankiert von mehreren Reitern in Uniform (vom Reitstall Luisenhof aus dem Hülser Broich) sowie von zwei Falknern mit ihren Greifvögeln, zwei Wüstenbussarden vom Gut Heimendahl in Kempen.

Parallel ist die Jagd ein herausragendes Motiv der Hubertus-Tradition, die aber den Jäger gerade nicht verherrlicht, sondern ihn Demut lehrt. In der Hubertusmesse erscheint die Jagd als Ausdruck menschlicher Hege der Schöpfung und nicht als maßlose Selbstermächtigung des Menschen zum Töten von Tieren. Diesen Ansatz teilt Peta nicht. „Kirchen müssen für die Bewahrung der Schöpfung eintreten, nicht für ihre Zerstörung“, kritisiert Nadja Michler, Fachreferentin für Wildtiere „Die Hubertusmesse verkennt zudem, dass der Heilige Hubertus vom Jäger zum überzeugten Jagdgegner wurde.“ Wildbiologen seien sich einig, dass aus ökologischer Sicht keine Notwendigkeit für die Jagd bestehe. „Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten“, so Lisa Kienzle.

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