Krefeld: Bildungspaket — bislang kaum Anträge gestellt

Krefeld : Bildungspaket — bislang kaum Anträge gestellt

In Krefeld sind bislang erst 433 Anträge fürs Bildungspaket für benachteiligte Kinder eingegangen. Das entspricht 3,2 Prozent der rund 12 400 anspruchsberechtigten Kinder.

Rund 5,3 Millionen Euro stehen in Krefeld Kindern aus Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften und anderen bedürftigen Familien zu, um Gelder für Klassenfahrten, Lernförderung oder beispielsweise die Mitgliedschaft in einem Sportverein zu erhalten.

Offiziell endet die Frist, um rückwirkend Gelder zu bekommen, am 30. April. Rudi Draaken, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Soziales, zeigte sich gestern zuversichtlich, dass die Bundesregierung die Frist verlängern wird. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte angekündigt, dass sie die Frist bis Sommer verlängern möchte.

Keine direkten Anschreiben

Die Stadt Krefeld wird die Eltern der anspruchsberechtigten Kinder nicht direkt anschreiben. Entsprechende Anschreiben hatte die Arbeitsministerin befürwortet, aber gestern erklären lassen, dafür seien die Kommunen zuständig. In Krefeld setzt man dagegen auf ein bereits zu Beginn des Jahres geknüpftes Netzwerk. "Wir haben Schulen und Kindergärten bei fünf Treffen über die Förderungsmöglichkeiten informiert", berichtete Michael Kneißl, Geschäftsführer des Jobcenters Krefeld (früher: "Arge"). Draaken äußerte sich zuversichtlich, dass die Schulen und Kitas die in Frage kommenden Eltern über Fördermöglichkeiten informieren und sie dazu bringen, den entsprechenden Antrag auszufüllen. Auch die Sportvereine seien über das Bildungspaket informiert worden.

Die entsprechenden Antragsformulare sind seit gestern erhältlich; die Stadt lässt sie nach den Osterferien auch in die Schulen bringen. Da nahezu jede Leistung des Bildungspakets nur auf Antrag gewährt wird, ist das Standardformular sehr umfangreich. Die Stadt Krefeld hat es deshalb in vier verschiedenfarbige Antragsformulare aufgeteilt ("Schulausflüge und Klassenfahrten", "Nachhilfeunterricht" (wenn Versetzung gefährdet ist), "Mittagsverpflegung" sowie "Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben"). Nach Ostern wird das Jobcenter die Antragsformulare auch zum Download auf ihre Internetseite einstellen. Kneißl: "Anträge können aber auch jetzt schon formlos gestellt werden. Das geht auch mündlich."

www.jobcenter-krefeld.de

(RP)
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