Krefeld: Bewegung in der Debatte um die De-Greiff-Säule: Doch ein Denkmal?

Krefeld: Bewegung in der Debatte um die De-Greiff-Säule: Doch ein Denkmal?

Im Denkmalausschuss wurden gestern zwei Varianten für die Wiederaufstellung vorgestellt. Die Denkmalbehörde prüft den Denkmalstatus.

In der Frage der Wiederaufstellung der De-Greiff-Säule gibt es in einem wichtigen Punkt Bewegung: Krefelds Untere Denkmalbehörde will mit dem Landschaftsverband in die nähere Analyse gehen, ob Reste der Säule als Denkmal zu bewerten sind. "Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen", sagte gestern Eva-Maria Eifert von der Unteren Denkmalbehörde auf Anfrage. Bislang stand die Behörde der Einstufung der Säule als Denkmal eher kritisch gegenüber.

Einer, der sich vehement für den Denkmalstatus ausspricht, ist Klaus Reymann, Architekt, Denkmalschützer und Vorsitzender der Krefelder Baudenkmalstiftung. Er hat gestern Abend im Denkmalausschuss seine Vorstellung über den Umgang mit der Säule erläutert: Reymann ist dafür, die Säule historisch rekonstruiert an ihrem ursprünglichen Standort auf dem Ostwall in Höhe des Dampfmühlenweges wieder aufzustellen. "Die De-Greiff-Säule gehört auf den Ostwall", sagte er im RP-Gespräch. Er begann seinen Vortrag mit einem Hinweis auf die Begriffsbestimmung im Denkmalschutzgesetz: "Denkmäler sind Sachen, Mehrheiten von Sachen und Teile von Sachen, an deren Erhaltung und Nutzung ein öffentliches Interesse besteht. Ein öffentliches Interesse besteht, wenn die Sachen bedeutend für die Geschichte des Menschen, für Städte und Siedlungen oder für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse sind und für die Erhaltung und Nutzung künstlerische, wissenschaftliche, volkskundliche oder städtebauliche Gründe vorliegen." Die De-Greiff-Säule fällt für Reymann eindeutig unter diese Definition. Die Neuaufstellung wäre für ihn zudem ein wichtiges Zeichen in die Stadtgesellschaft: "Diese Säule weist ebenso in die Vergangenheit wie in die Zukunft. Sie würdigt einen der größten Wohltäter Krefelds, und sie ermutigt und stützt das für ein Gemeinwesen wichtige bürgerliche Mäzenatentum und Stiftungswesen."

Die Frage, wie viel Substanz von der Säule erhalten ist, ist nicht nebensächlich für die Einschätzung als Denkmal. Erhalten sind nach Auskunft der Denkmalschutzbehörde vor allem große Teile des Säulenschaftes. Er hat etwa ein Drittel der Gesamthöhe des 15 Meter hohen Denkmals ausgemacht. Das Denkmal bestand aus Basaltstufen, Sockel und Säulenbasis, dem Säulenschaft, dem Kapitell und der Figur eines Greiffen.

Neben Reymann hat auch Georg Opdenberg seine Vorstellungen über eine Aufstellung der De-Greiff-Säule erläutert. Opdenberg schlägt vor, die Säule auf dem Corneliusplatz als Sonnenuhr aufzustellen. Er hatte diese Idee, wie berichtet, in einer spektakulären Demonstration mit einem Modell veranschaulicht.

(RP)