Krefeld: Bewegendes Projekt: Buch zur Erinnerung an verstorbene Kinder

Krefeld: Bewegendes Projekt: Buch zur Erinnerung an verstorbene Kinder

Der Verein Impuls unterstützt die Trauerarbeit im Kinderzentrum mit einer liebevoll konzipierten und handgefertigten Spende zweier "Memorial-Bücher".

Wenn ein Mensch stirbt, sind das Wertvollste, das er hinterlässt, Erinnerungen. Für Eltern, die ihr Kind verlieren, sind sie umso kostbarer: "Von den Kindern gibt es nur wenige Erinnerungen, denn ihre Lebenszeit ist oft ja so kurz", sagt Diane Kamps, Oberin der DRK-Schwesternschaft Krefeld. "Jetzt bleibt etwas Fassbares." Gemeinsam mit Nancy Gasper, Leiterin des Stups-Kinderzentrums, freut sie sich über zwei besondere Bücher: Memorial-Bücher. Noch sind die Seiten blank, aber sie werden sich rasch füllen mit Gedanken, mit Trauer und Freude - und vor allem mit Erinnerungen an Kinder. Die Bücher sollen den Eltern und Familien bei der Trauerarbeit helfen, deren Kinder im Kinder- und Jugendhospiz versterben.

Jessica Oehmke, Bettina Weizel-Bettschart und Marcus Janssens, Mitglieder von Impuls Krefeld, brachten zwei von Janssens handgefertigten "Memorial-Bücher" ins Kinderzentrum. Die großformatigen, hochwertig aus geprägtem Leder und edlem Büttenpapier gefertigten Bücher haben zwei Intentionen. Eine davon ist eine Art "Tagebuch" für die Eltern für jene Zeit, in der ihre Kinder im Hospiz betreut werden: "Die Eltern können ihre Gedanken und Beobachtungen festhalten. Im anderen Buch widmen wir je eine Doppelseite einem Kind und halten Bilder oder schriftliche Erinnerungen fest, wenn das Kind verstorben ist", sagt Nancy Gasper. Auch die Kinder, die seit Gründung des Stups vor mehr als fünf Jahren bereits verstorben sind, sollen nachträglich einen Gedenkplatz im Buch erhalten. Die Idee entstand nach einem Informationsbesuch von Impuls-Mitgliedern im Stups. "Sie haben uns damals in einem Nebensatz erzählt, dass sie über Gedenkbücher nachdenken. Das war der Auslöser, diese Bücher zu entwickeln", sagt Marcus Janssens, Buchbindermeister und Chefrestaurator im Stadtarchiv Neuss. Gestalterisch korrespondieren beide Bücher, die Farbgebung hatte sich entwickelt, als er den neuen "Raum der Stille" für die Eltern der Hospiz-Kinder und dessen Farbkonzept gesehen hatte. "Mir waren eine dezente Farbgebung und schlichte Eleganz wichtig", beschreibt der Chefrestaurator. Beide Bücher liegen künftig im Raum der Stille aus, sodass die Eltern dort in Ruhe ihre Gedanken niederschreiben können. Und sie damit auch für die Zukunft bewahren. "Es sind wertvolle Bücher für wertvolle Erinnerungen", sagt Jessica Oehmke. Und das nicht nur, wenn Angst und Trauer noch ganz frisch sind. Die Erinnerung an die Stups-Kinder soll für die folgenden Jahrzehnte festgehalten werden - auch für den Fall, dass zum Beispiel Geschwisterkinder lange Zeit später noch einmal erfahren möchten, wie das Leben und Versterben ihrer Schwester oder ihres Bruders verlaufen ist. Wenn alle Seiten gefüllt sind, will der Verein über weitere Memorial-Bücher nachdenken.

(RP/ped)
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