Krefeld: Bewegender Abschied des Feuerwehrchefs

Krefeld: Bewegender Abschied des Feuerwehrchefs

Nur für wenige Jahre war Dietmar Meißner, der langjährige Stellvertreter des damaligen Feuerwehrchefs Josef Dohmen, selbst Chef der Krefelder Feuerwehr. In dieser Zeit schaffte er den geräuschlosen Umzug in die neue Feuerwache.

Als Dietmar Meißner 2015 vom stellvertretenden Feuerwehrchef zum Leiter der Krefelder Feuerwache aufrückte, war klar, dass die Hauptaufgabe des damals 57-Jährigen der Umzug in die neue Krefelder Feuerwache werden würde, die auch heute noch eine deutschlandweite Krefelder Sehenswürdigkeit darstellt, wie Oberbürgermeister Frank Meyer in seiner Rede zur Verabschiedung von Dietmar Meißner stolz anmerkte. Meißner trat mit dem 1. April 2018 seinen Ruhestand an.

Nach über 100 Jahren in dem nicht mehr zeitgerechten denkmalgeschützten Gebäude an der Florastraße war der nahtlose Wechsel 2016 auch ein persönlicher Erfolg des neuen Feuerwehrchefs, der zuvor über 20 Jahre harmonisch mit seinem Vorgänger Josef Dohmen zusammengearbeitet hatte. Beide hatten sich für einen Neubau mit modernisiertem Gerät immer wieder stark gemacht. Für den OB war die logistische Meisterleistung des Umzugs der Feuerleitstelle an nur einem Tag ein Beispiel für den Teamgeist, der die Arbeit der Feuerwehr in besonderem Maße auszeichnet. Die Aufgabe, schnell und professionell Leben zu schützen oder zu retten, schweiße Feuerwehrleute eng zusammen. In dieser Kameradschaft habe Meißners Wort ein besonderes Gewicht gehabt, stellte Meyer heraus, denn der Leiter des Fachbereichs Feuerwehr und Zivilschutz, so sein offizieller Titel, habe sich nie hinter dem Schreibtisch verkrochen, sondern sei im Hause präsent und für jeden ansprechbar gewesen. Große Einsätze wie bei Compo im Rheinhafen, auf dem Chemieschiff "Steudt Rotterdam" oder Holz-Roeren habe Meißner persönlich geleitet und dabei eine große Ruhe ausgestrahlt.

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Darauf kam auch der scheidende Feuerwehrchef zu sprechen. Meißner erinnerte an den gewaltigen Adrenalinausstoß nach einem erfolgreichen Einsatz. Feuerwehrleute tickten ebenauf eigene Weise und wollten auch in ruhigeren Zeiten durch Übungen aller Art gut beschäftigt werden. Seinem Nachfolger Andreas Klos gab der scheidende Chef Hinweise auf die Baustellen der Zukunft: Neben der Frage, welche Rolle der Rettungsdienst der Feuerwehr künftig spielen würde, sei die Einsatzfähigkeit der Ehrenamtler der Freiwilligen Feuerwehren zu erhalten. Auch müsse die künftige Rolle des Rettungsdienstes der Feuerwehr überprüft werden. Meißner ist kein Eigengewächs der Feuerwehr. Aufgewachsen in einer Gelsenkirchener Bergmannsfamilie, machte der Schalke-Fan erst eine Maurerlehre, ehe er zum Bauingenieursstudium nach Münster ging. Der damalige Niedergang des Bausektors lenkte seine Aufmerksamkeit auf eine Anzeige der Krefelder Feuerwehr. 1982 begann er in Krefeld die Ausbildung zum Berufsfeuerwehrmann, wo er schnell über Tätigkeiten im vorbeugenden Brandschutz, Wachabteilungs- und Kommandodienst in den höheren Dienst aufstieg.

Meißner erinnerte bei seiner Abschiedsrede an ein irisches Sprichwort: "Wenn du gescholten werden willst, heirate. Wenn du gelobt werden willst, stirb!" Da hätte er mit dem Ruhestand das bessere Los gezogen, denn es stünden Reisen, Radtouren mit Freunden und seiner Frau Brigitte Meißner-Schröder, die die Ansprüche der Familie oft genug gegenüber dem Feuerwehrdienst zurücknehmen musste, an. Auch Fahrten mit dem familieneigenen roten Cabrio werden neben dem Fußballspiel in der Fußballmannschaft der Feuerwehr den Alltag des frischgebackenen Pensionärs bestimmen, dessen entspanntem Lachen man anmerken konnte, dass er sich auf den selbstbestimmten Ruhestand freute. Die anwesenden Gäste und Feuerwehrleute verabschiedeten Meißner mit stehenden Ovationen.

(oes)
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