Betty Ixkes aus Krefeld wird Chefin des Comedy Arts Festivals in Moers

Comedy Krefeld : Krefelderin wird Comedy-Chefin in Moers

Betty Ixkes leitet künftig das Comedy Arts Festival in Moers. Die Krefelderin will neue Akzente setzen. Das Angebot soll politischer und spartenübergreifend werden.

Die Suche nach eigenen Theaterräumen in Krefeld für das Podio endgültig vom Tisch. Aber dass ihr Sabbatical so enden würde, das hatten sich Betty Ixkes und ihre Mann Rüdiger Höfken in kühnsten Tagträumen nicht vorgestellt. Denn ihre große USA-Rundreise mussten sie vorzeitig abbrechen: Betty Ixkes bekam neue Aufgaben. Sie leitet künftig das renommierte Comedy Arts Festival in Moers. Vom 12. bis 15. September hat die Krefelderin ihre Feuertaufe. „Ich habe ein bisschen Lampenfieber. Aber ich freue mich wahnsinnig auf die neue Aufgabe, für ein so angesehenes Festival verantwortlich zu sein, das so viele Möglichkeiten bieten, ganz unterschiedliche Formen von Comedy zu zeigen.“

Es ist ein gewaltiger Sprung für die Krefelderin, die natürlich weiterhin mit dem Podio das alljährliche Glühwein-Cabarett und alle zwei Jahre die „Lachblüten“ im Botanischen Garten präsentieren will. Die Herausforderung ist groß: Im Botanischen Garten gibt es 120 Zuschauerplätze, in der Enni Eventhalle in Moers sind es 1200. „Und ich möchte den internationalen und den künstlerischen Aspekt des Comedy Arts Festivals hervorheben. Nicht nur Stand up und Wort-Musik-Kabarett, sondern durchaus auch eine Tanz-Company wie Don Gnu aus Dänemark, politisches Kabarett und physical comedy – also alle komischen Künste“, sagt Ixkes.

Diese Konzept hat die Verantwortlichen in Moers überzeugt, die Krefelderin als Nachfolgerin des bisherigen Festival-Leiters Holger Ehrich zu verpflichten. Doch bis zum  Vertrag war es ein ungewöhnlicher Weg.

Er begann mit einem Sabbatical, einem arbeitsfreien Auszeit-Jahr, bei dem Ixkes und ihr Mann durch Kanada und die USA reisen wollten. Viel Zeit und keine Gedanken an Verpflichtungen – das war der Plan. Bis in der kanadischen Ferienwohnung die Nachricht von Holger Ehrich einging, dass er die künstlerische Leitung des Comedy Arts Festivals abgibt und die Stelle ausgeschrieben wird. „Wir haben kurz überlegt, ob wir uns was Neues ans Bein binden sollten“, erzählt Ixkes. Auf der Fahrt von der West- zur Ostküste nahm die Idee Gestalt an. In Toronto schickte Ixkes die Bewerbung los. „Ich habe mir keine großen Chancen ausgerechnet als Frau über 50“, sagt sie.

Sie waren schon in den USA, als Moers Interesse zeigte. Dann ging es Schlag auf Schlag. Das Bewerbungsgespräch lief via Skype in Maine ab. In South Carolina erreichte sie die Aufforderung, ein fiktives Programm für den Festivalsamstag zu erstellen. Während Rüdiger Höfken die Sehenswürdigkeiten erkundete, saß seine Frau am Laptop. In Nashville stand ihr Programm „Allerdings gleich für alle vier Tage, ich hatte den Kopf so voll mit Ideen.“ In Charleston erreichte sie die Zusage: „Du hast den Job.“ Richtig freuen konnte sie sich nicht, ein Virus hatte sie niedergestreckt.  Doch es war klar, dass die Auszeit vorbei war. Es gab viel zu tun. Denn es war noch kein Künstler unter Vertrag. „Ein Jahr ist knapp für gute Leute.“

Ixkes setzt auf Glamour, Kabarett und Slapstick beim 43. Comedy Arts Festival, das von Donnerstag,  12., bis Sonntag, 15. September, in der Enni- Eventhalle Moers tobt. Prominente Moderatoren hat Ixkes eingeladen: Durch den Eröffnungsabend führt Comedian Dave Davis, und der Samstag veträgt eine Diva, meint Ixkes. Dann moderiert Sissi Perlinger.

Nach dem Motto: Der Samstag verträgt eine Diva wird Sissi Perlinger einen Festivaltag moderieren. Foto: Barbara Steingießer
Dave Davis ist einer der Moderatoren, die Ixkes für das Festival in Moers verpflichtet hat. Foto: Dave Davis

Die Krefelderin freut sich besonders übersdie niederländische Akrobatentruppe „Släpstick“, die in der Tradition von Buster Keaton und Laurel & Hardy Absurditäten auf die Bühne bringt, die dänische Company Don Gnu, die mit Tanzelementen und Video ihre Deutschlandpremiere gibt, und auf Julian Bellini. Der wird in den Pausen das Publikum staunen lassen, weil er vor der Halle mit 50 Eschenstangen und mehreren Flachseilen einen Turm baut, in dem er gleichzeitig hochklettert.

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