Krefeld: Besonderer Weihnachtsmarkt: 3000 Taler gegen Kinderarmut

Krefeld: Besonderer Weihnachtsmarkt: 3000 Taler gegen Kinderarmut

"Kommt einfach zum Besonderen Weihnachtsmarkt! Dort könnt ihr an allen Ständen mit euren Kindertalern bezahlen und euch oder Eltern und Freunden kleine Geschenke kaufen" - so heißt es in einem Schreiben, das Oberbürgermeister Frank Meyer und der Chef der Krefelder Tafel Hansgeorg Rehbein gemeinsam unterzeichnet haben. Dem Schreiben beigefügt sind fünf kartonierte Taler über jeweils zwei Euro und einer über fünf Euro. Diese werden über die Ausgabestellen der Krefelder Tafel an die dort registrierten Eltern armer Krefelder Kinder ausgegeben. Eine Rückgabe oder Barauszahlung der Taler ist nicht möglich, vielmehr sollen sie am Samstag, 9. Dezember, an allen Ständen des Besonderen Weihnachtsmarktes eingelöst werden, der an diesem Tage sein 30-jähriges Bestehen begeht.

Die Zahl von Firmen und Institutionen, die sich mit Gutscheinen beteiligen, wächst rasant. Hansgeorg Rehbein hofft, dass die Zahl der gespendeten Gutscheine am Ende auf rund 900 anschwillt. So stiftet beispielsweise die Mediothek für fünf Taler pro Kind eine Jahresmitgliedschaft, das Kreschtheater bietet den Eintritt für zwei Personen von drei Vorstellungen für fünf Taler, Dance und Fitness Biggi Klömpkes für den gleichen Taler eine Tanzprobestunde und der Zirkus Probst den Eintritt für zwei Personen der Kategorie Eins.

Über 15.000 Euro beläuft sich die Spende, mit der die Sparkasse Krefeld die Grundlage für die Aktion zugunsten armer Krefelder Kinder bildet. Da der Gewinn der auf dem Besonderen Weihnachtsmarkt vertretenen Stände wieder karitativen Zwecken zufließt, ergibt sich eine Art Win-Win-Situation beim Einsatz des Spendengeldes. "Dies ist ein gutes Beispiel, wie die Zivilgesellschaft etwas bewegt, das die Gesellschaft zusammenhält", sagt der OB.

Markus Schön, der Leiter des Fachbereichs Jugendhilfe, erinnerte daran, das beinahe jedes vierte Kind in Krefeld in Armutsverhältnissen aufwachsen muss. Der Fachbereich ist gerade dabei, die "kommunale Präventionskette" für diese Fachgruppe neu zu ordnen. Vom Jobcenter bis zu den Familienzentren der Kitas sollen die Beratungsangebote intensiviert werden. Gerade erst hat Schön Krefelder Kinderärzte und den Stadtsportbund gewinnen können, um die Bemühungen der Gesunderhaltung dieser Kinder zu verstärken. Durch weitere Qualifizierung der Schulsozialarbeit sollen Maßnahmen gegen den in dieser Fallgruppe verbreiteten vorzeitigen Schulabbruch greifen. Mit der Wissenschaftlerin Silke Tophofen wird ab Februar 2018 eine Koordinierungsstelle aller Aktionen und Projekte im Fugendsozialbereich ihre Arbeit aufnehmen. Der "Krefelder Kindertaler" ist da ein Baustein, das Problem der Kinderarmut in Krefeld nicht aktionistisch, sondern ruhig und langfristig anzugehen.

(oes)