Krefeld: Bayerischer Filmpreis für Jannis Niewöhner

Krefeld : Bayerischer Filmpreis für Jannis Niewöhner

Der 24-jährige Schauspieler aus Hüls hat den Nachwuchspreis gleich für zwei Rollen in zwei Filmen bekommen: Jugend ohne Gott und Jonathan.

Dass Jannis Niewöhner einmal in einem Atemzug mit seinem international geachteten Schauspielerkollegen Bruno Ganz genannt und geehrt wird, hatte der 24-Jährige selbst nicht vermutet. Am Wochenende wurden beide mit dem Bayerischen Filmpreis 2017 ausgezeichnet - Niewöhner als bester Nachwuchsdarsteller und Ganz für sein Lebenswerk. Der Krefelder mochte sein Glück kaum fassen. Sichtlich aufgedreht bedankte er sich bei allen, die ihm in seiner jungen Karriere die Steigbügel gehalten haben. Niewöhner steht mit der Ehrung in bester Gesellschaft. Vor ihm bekamen unter anderem Heike Makatsch, Tom Schilling, Franka Potente und Matthias Schweighöfer den begehrten Preis.

Was bislang kaum einem gelang: Niewöhner gefiel gleich in zwei Rollen - in den Filmen "Jonathan" und "Jugend ohne Gott". Neben diesen beiden zum Teil schon bei der Berlinale gefeierten Filmen stellte der Hülser im Zeitraum November bis Dezember 2016 noch vier spannende Neuproduktionen fertig: In der Filmkomödie "High Society" von Annika Decker ("Keinohrhasen", "Traumfrauen") spielte er unter anderem mit Katja Riemann, Emilia Schüle und Iris Berben.

Der Jugendfilm "Ostwind 3" wurde unter der Regie von Katja von Garnier ("Abgeschminkt", "Bandits") gedreht. Mit Edgar Selge spielte er in dem TV-Drama "So auf Erden" (Regie Till Endemann). In Duncan Jones' ("Moon" und "Warcraft") englisch-amerikanischer Netflix-Produktion "Mute" wird Niewöhner an der Seite von Alexander Skarsgard, Justin Theroux und Paul Rudd in einem Science-Fiction-Film im Berlin des Jahres 2052 zu sehen sein.

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Zurück zum Bayerischen Fernsehpreis und zur Wertung der Jury. Sie erklärte: "In zwei Hauptrollen fällt Niewöhner dieses Jahr besonders durch sein Können auf. In Jugend ohne Gott spielt er einen Elite-Schüler, still und reflektiert, der sich aus dem vorgegebenen Wertesystem befreit. Als Jonathan im gleichnamigen Film beeindruckt er als verzweifelter, besorgter Sohn, der voller Wut und Fragen nach und nach dem Geheimnis seines todkranken Vaters auf die Spur kommt."

Den Preis - einen Pierrot - überreichte ihm die bekannte Regisseurin Katja von Garnier. "Was Jannis ausmacht, ist, dass er seelenvoll ist als Mensch und als Schauspieler und dass er ein Riesenspektrum hat. Dass er zum einen diese emotionale Tiefe hat und zum anderen einen großartigen Humor, und dazwischen ist alles möglich.

Aber das Tollste finde ich als Freundin und als Regisseurin, dass er Komplize ist im Großen und Ganzen, also warum man den Film überhaupt macht, was man mit ihm sagen will, jenseits von seiner Rolle ein treuer Mitstreiter, und ich glaube, wir können noch viel von ihm erwarten." Nachdem Niewöhner sich für die Ehrung und das Vertrauen bedankt hatte, äußerte er, wie wichtig es ihm sei, über das Schauspiel hinaus die Geschichten mit zu entwickeln. "Das macht die Vorfreude auf alles, was noch kommt. Meine größte Motivation liegt immer in dem, was ich noch nicht gemacht habe, das ist das Schönste und so hält man sich wach."

Neben dem begehrten Mimen aus Krefeld wurden Simon Verhoeven für "Willkommen bei den Hartmanns" (Produzenten- und Publikumspreis), Maren Ade für "Toni Erdmann" (Regiepreis) und Sandra Hüller (Beste Darstellerin "Toni Erdmann") prämiert.

(sti)
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