Krefeld: Bauchtanz mit Magisterdiplom

Krefeld: Bauchtanz mit Magisterdiplom

Iskanda hat Köpfchen, tanzt und doziert. Die studierte Kunsthistorikerin und Mutter eines neunjährigen Sohns organisiert das erste Orientalhane Festival NRW.

Wer glaubt, dass sich ein Magistertitel in Kunstgeschichte und professioneller Bauchtanz kaum miteinander kombinieren lassen, der wird von Birgit Rosendahl-Krass, alias Iskanda, eines Besseren belehrt. Die 40-Jährige hat ihr Studium mit der Note sehr gut abgeschlossen und unterrichtet seit 2002 Kinder ab sechs Jahren und Erwachsene im Bauchtanz beim SC Bayer 05 Uerdingen, leitet Privatkurse in Elfrath sowie Workshops in der Volkshochschule Krefeld und Neukirchen-Vluyn.

Deutsch-Türkisches Entzücken

Momentan liegt der verheirateten Mutter eines neunjährigen Sohnes ein Projekt ganz besonders am Herzen: Das erste Orientalhane Festival NRW vom 8. bis 10. Mai. Das türkische Wort "Hane" bedeutet Stube — verschiedene Kulturen können sich somit durch orientalische, aber auch deutsche Tanz- oder Folklorerichtungen darin präsentieren und vereinen. Die Kunsthistorikerin ist Veranstalterin und Namensgeberin des Mottos "Turkish-German-Delight".

Sie wollte unbedingt eine Galashow auf die Beine stellen, nachdem ihre vorherigen Bauchtanzveranstaltungen auf Anklang gestoßen waren. Als ihr türkischstämmiger Berliner Bauchtanzkollege Zadiel, auch bekannt aus einigen TV-Sendungen, schließlich die Idee eines Festivals hatte, war die gebürtige Krefelderin so skeptisch wie begeistert: "Das wird sehr viel Arbeit, wir werden wohl nichts verdienen, aber richtig Spaß haben".

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Das Festival findet aus räumlichen und finanziellen Gründen in den Nachbarorten Tönisvorst und Duisburg-Rheinhausen statt. "Die Rheinhausenhalle und der ,Majestät Festsaal' bieten ausreichend Kapazität. Allerdings könnte ich mir vorstellen, das Projekt nächstes Jahr in Krefeld zu wiederholen."

Zu hören und zu sehen gibt es traditionelle und moderne Musik, Tänzer oder Gruppen aus dem In- und Ausland, einen Bazar mit Kosmetikprodukten, schillernden Kostümen, Accessoires, CDs, Kunstwerke des türkischen, in Krefeld lebenden Malers Cetin Cam, die aufwendig inszenierte Galashow und abschließende Workshops.

Zum Bauchtanz sei sie wie die Jungfrau zum Kind gekommen, erzählt Iskanda. Vor zehn Jahren entdeckte sie eine Anzeige in der Zeitung. Sie besuchte den Kurs und sei nach der ersten Stunde infiziert gewesen. Bis zum siebten Monat ihrer Schwangerschaft hat Iskanda getanzt. Nach der Babypause war sie schließlich Mitglied des Düsseldorfer Bauchtanzstudios. Diese Erfahrung brachte sie zu dem Entschluss, selbst als Dozentin tätig zu sein.

Einige Leute fänden den Bauchtanz sehr aufreizend, doch es komme darauf an, wie er aufgeführt wird: "Man kann mit Ausdruck Distanz wahren."

(RP)
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