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Krefeld: Bahn-Service versagt nach Warte-Chaos

Krefeld : Bahn-Service versagt nach Warte-Chaos

Jasmin Symons und Cedric Flamme saßen in dem Zug, der am Sonntag vor einer Woche fast drei Stunden in Forstwald feststeckte. Obwohl die Bahn sich kulant zeigen wollte, wurden die beiden an der Hotline abgewimmelt.

Nachdem rund 100 Passagiere am Sonntag vor einer Woche fast drei Stunden ohne Heizung in einem Regionalzug in Krefeld-Forstwald feststeckten, hatte die Deutsche Bahn eine kulante Lösung angekündigt. "Etwa 30 Kunden haben sich bislang bei uns gemeldet, sie erhalten alle ein Schöner-Tag-Ticket", erklärte ein Bahnsprecher am Freitag.

Sich nach dem Vorfall bei der Bahn zu melden, das hat auch Jasmin Symons versucht. Die 20-jährige Krefelderin gehörte mit ihrem Freund Cedric Flamme zu den Leidtragenden im Zug. "Gleich am Montagmorgen bin ich zum Service-Center der Bahn am Hauptbahnhof gegangen. Die Mitarbeiter dort wussten überhaupt nichts von dem Vorfall und gaben mir nur ein Standard-Beschwerdeformular mit", sagt Symons.

Am Dienstag erfuhr sie dann, dass die Bahn eine kulante Lösung angekündigt hatte und wählte die seitens der Bahn zu diesem Zwecke angegebene Nummer der Service-Hotline. "Dort wurde ich regelrecht abgefertigt. Eine Frau erklärte mir, sie habe keine Meldung über eine Störung im System vorliegen, sie könne deshalb nichts für mich tun und ich müsse mich schriftlich an die Bahn wenden", so Symons. Selbst der Hinweis, dass die Bahn diese Nummer ausdrücklich als Anlaufstelle angegeben hatte, half der 20-Jährigen nicht weiter.

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Ihr Ärger auf das Unternehmen wurde noch größer, dabei war allein das Warten in dem Zug schon unangenehm genug. "Das schlimmste war, dass wir kaum Informationen bekommen haben, bevor wir am Ende durch die Feuerwehr aus dem Zug geholt worden, gab es mehr als eine Stunde lang keine Durchsage mehr", berichtet Symons.

"Es waren auch zehn- oder elfjährige Kinder im Zug, alle bekamen mit der Zeit richtig Hunger oder Durst, da ja niemand was dabei hatte", ergänzt Cedric Flamme. Die Fußballfans von Borussia Mönchengladbach seien trotz einiger Biere alle friedlich und gut gelaunt gewesen, da ihre Mannschaft zuvor gewonnen hatte.

Einige Passagiere hätten im Zug geraucht, was bei den anderen sogar auf Verständnis gestoßen sei. Nur sei es durch den Ausfall der Heizung unangenehm kalt geworden. Wenigstens ihre wartenden Eltern konnten sie durch Telefonate beruhigen.

Trotzdem ist Vater Andreas Symons wütend. "Die Bahn hat großes Glück gehabt. Man stelle sich nur vor, der Zug sei bis auf den letzten Stehplatz gefüllt gewesen. Dann hätte das auch ganz anders ausgehen können", sagt er.

Einen dritten Versuch, sich bei der Bahn zu melden, möchte Jasmin Symons noch wagen. Zu der angebotenen Wiedergutmachung von einem Schöner-Tag-Ticket sagt sie: "Mir geht es mehr um eine Entschuldigung. Mit dem Schöner-Tag-Ticket kann ich eigentlich gar nichts anfangen. Besser wäre es, wenn meine Monatskarte im Januar einmal kostenlos wäre."

(jco/top/jco/ac)