Krefeld Automat entlarvt Schwarzfahrer

Krefeld · Mit neuen Kartenscannern und mehr Kontrollen in den Straßenbahnen wollen die Stadtwerke mobil gegen Schwarzfahrer vorgehen. Derzeit fehlen den Stadtwerken wegen unbezahlter Fahrten jährlich 350 000 Euro.

Für insgesamt 420 000 Euro haben die Stadtwerke Krefeld neue Ticketscanner angeschafft. Die 3000 Euro teuren Geräte werden ab heute Morgen in allen 80 Krefelder SWK-Bussen sowie 60 Bussen von Subunternehmern eingesetzt. 40 000 Krefelder Kunden von Abo-Angeboten der Stadtwerke müssen also ab heute ihr Ticket vor einen Scanner halten.

Dieser signalisiert mit einer Ampel, ob die Karte gültig ist. "Wir hoffen, so die Zahl der Schwarzfahrer reduzieren zu können", sagte gestern Guido Stilling, Geschäftsführer der Stadtwerke mobil, bei der Vorstellung des neuen Systems auf dem Betriebshof an der St.-Töniser Straße.

Mehr Kontrolleure in Straßenbahn

Die Automaten haben einen Nebeneffekt: 23 Kontrolleure, die bisher auch in den SWK-Bussen eingesetzt wurden, können nun ausschließlich in den Straßenbahnen eingesetzt werden. In die werden vorerst keine Automaten eingebaut, da dort tagsüber Einstieg an allen Türen möglich ist. Der Fahrer verlöre den Überblick, wenn an allen Türen Kunden ihr Ticket prüfen lassen. "Langfristig sollen auch die Straßenbahnen umgerüstet werden", sagte Guido Stilling. Geprüft werden können mit dem neuen System alle Abo-Chipkarten: Ticket1000, Ticket2000, Schoko-Ticket, YoungTicketPlus, Firmenticket und Bärenticket.

Wie groß das Schwarzfahrproblem ist, zeigen aktuelle Erhebungen der Stadtwerke: Bei Kontrollen fährt regelmäßig ein Prozent der Fahrgäste ohne gültigen Fahrschein. "Die Dunkelziffer kann höher sein", sagt Guido Stilling. Bei einem Jahresumsatz von 35 Millionen Euro der Stadtwerke bedeutet dies einen Verlust von 350 000 Euro durch Schwarzfahrer.

Konkret funktioniert das System so: In allen SWK-Bussen gibt es seit 2003 den sogenannten "kontrollierten Einstieg" — Einstieg nur vorne beim Fahrer. Dort mussten die Abo-Kunden bisher ihre Fahrkarte vorzeigen, konnten aber den Fahrer betrügen, indem sie einfach alte ungültige Tickets vorzeigten. Künftig müssen sie nur noch ihr Portemonnaie mit dem Ticket vor den Scanner halten. Der signalisiert dann über eine Ampel, ob der Kunde fahren darf (grün) oder ein Ticket kaufen muss (rot). Ein gelbes Licht erscheint, wenn der Kunde zwar ein gültiges Ticket hat, das aber in Krefeld nicht benutzt werden darf.

Der Fahrer vorne im Bus sieht auf einem Bildschirm, ob der Kunde fahren darf. Für ihn bedeutet es de facto Mehrarbeit. Vorne an den Bussen gibt es weiterhin zwei Einstiegsmöglichkeiten, rechts an der Tür für normale Zahler, links für Abo-Kunden.

(RP/rl/jco)
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