Ausstellung in Krefeld: Zauberhafte Märchenwelt auf Burg Linn

Ausstellung in Krefeld : Zauberhafte Märchenwelt auf Burg Linn

Eine Ausstellung zeigt die Fantasiewelt der Märchen auf Burg Linn. Wundersame Exponate wie die Erbse der Prinzessin, die Goldhaare des Teufels und Aschenputtels Ballkleid sind zu sehen.

Frau Holle schüttelt ihre Federbetten über dem Burggraben aus, Rapunzel lässt ihr geflochtenes Haar herunter: In der Burg Linn haben die Märchen Einzug gehalten. Unter dem Titel „Sagenhaft! Zauberhaft! Märchenhaft! Von Phantasie bis Fantasy“ eröffnet das Museum Burg Linn am morgigen Sonntag, 5. Mai, eine neue Ausstellung. Schirmherr ist der Krefelder Fantasy-Autor Bernhard Hennen.

Im oberen linken Flügel, im Renaissance- und Barocksaal der Burg, geht es um Bücher und Filme zum Thema fantasievoller Literatur und auch um sehr besondere Exponate. „Unser Kurator Ralf-Günter Stefan hat eine Reise durch Europa unternommen und diese Stücke unter widrigsten Umständen zusammengetragen“, sagt Museumsdirektorin Jennifer Morscheiser augenzwinkernd.

Es ist Stefan gelungen, folgende bemerkenswerte Objekte zu finden und sie auf blauem Samt in den Vitrinen zu zeigen: die drei goldenen Haare des Teufels; die Erbse, die der Prinzessin blaue Flecken verursacht hat; die Kanonenkugel, auf der einst Münchhausen ritt, eine Feder der goldenen Gans, Rotkäppchens Kopftuch und Schneewittchens Kamm. „Wir haben Exponate zu zwölf Märchen“, sagt Morscheiser. „Dazu gehört auch das Ballkleid von Aschenputtel. Der gläserne Pantoffel ist uns leider zerscherbt.“

Kurator Stefan ist für die Präsentation von einer Kinderbuchsammlung ausgegangen: „Daraus haben wir Ideen entwickelt und sind in die Märchenwelt hineingegangen.“ Stefan ist Experte für historische Bücher und hat aus eigenem Bestand Schriften zur Hexenverfolgung und frühe, nämlich erbauliche Kinderliteratur aus dem 18. Jahrhundert beigesteuert. Es sind mehr als 120 Bücher zusammengetragen worden.

Die Ausstellung vertieft einige Aspekte von Märchen und reißt die Überlegungen dazu auf ausführlichen Texttafeln an: „Warum will jedes Mädchen Prinzessin sein? Woher kommt die Angst vorm bösen Wolf? Wie hat sich das Hexenbild gewandelt?“, fragt Morscheiser. Auch die literarischen Gattungen wie Märchen, Sagen, Legenden werden erläutert.

Schirmherr der Präsentation ist der Krefelder Fantasy-Autor Bernhard Hennen. Er wird ab Herbst mehrere Lesungen aus seinem neuesten Roman halten und ist begeistert: „Es ist mir eine große Freude, das am Kamin zu tun. Und es ist wie ein Besuch meiner Kindheit“, sagt er, der diese Burg als Kind als allererste besucht hat. „Das Bild dieser Burg findet sich in meinen Romanen wieder.“

Er zog auch einen Vergleich zwischen Märchen und Fantasy: „Fantasy-Romane enthalten Elemente von Märchen, aber sie sind viel breiter. Beiden gemeinsam ist es, dass sie die Seele berühren.“ Er schätzt den Humor in der Ausstellung: „Ich mag den sympathischen Wolf; und ich mag es, dass hier ganz, ganz viele Geschichten erzählt werden.“

Zum Beispiel über das Knusperhäuschen aus Hänsel und Gretel, das hier neu aufgebaut wurde. Darin sieht man durch einen Türspalt die Hexe. Der ausgestopfte Wolf blickt in den anderen Saal. Kinder können Ritterkostüme oder Prinzessinnenkleider anziehen und sich eigene Geschichten dazu ausdenken.

Jennifer Morscheiser hob besonders die Teamarbeit um Museum hervor: „Alle Mitarbeiter haben Zugang zum Thema gehabt und etwas beigetragen“, sagte sie. So entstand auch eine CD, für die das Team Märchen eingelesen hat. Sie wird demnächst vorliegen und kann in der Kemenate angehört werden. In der Kemenate steht auch ein Regal voller Kinderbücher für alle Altersstufen. Wer mag, kann dort schmökern oder sich etwas vorlesen lassen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist die zauberhafe Märchenwelt auf Burg Linn

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