Krefeld: Ausstellung an der Girmesgath zum Mies-van-der-Rohe-Award

Krefeld : Ausstellung an der Girmesgath zum Mies-van-der-Rohe-Award

Das Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW zeigt den renommiertesten europäischen Architekturpreis erstmalig in Krefeld.

Krefeld muss nicht bis ins Jahr 2019 warten, um sich über eine Ausstellung zum Jubiläum der von Walter Gropius gegründeten Kunstschule Bauhaus in Weimar zu freuen. Bekanntlich hat einer der bekanntesten Vertreter des Bauhaus, Ludwig Mies van der Rohe, in Krefeld vielfältig Spuren hinterlassen zum Beispiel als Urheber für die Verseidag-Gebäude an der Girmesgath.

Und genau dort, in den von Eigentümer Wolf Reinhard Leendertz liebevoll restaurierten Räumlichkeiten, findet vom 19. Januar bis 12. Februar 2017 eine Ausstellung zum "Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur - Mies van der Rohe Award 2015" mit 40 nominierten Beiträgen statt. Das Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW zeigt den renommiertesten europäischen Architekturpreis erstmalig in einem Originalgebäude des Architekten, im heutigen "Mies van der Rohe Business Park". Die mit 60 000 Euro dotierte Auszeichnung wird seit 1987 alle zwei Jahre verliehen. Außerdem gibt es einen mit 20 000 Euro dotierten Sonderpreis für junge Architekten. Die Ausstellung beinhaltet eine Video- und Audiotour, die mit einem Überblick der besten gebauten Projekte aus den vergangenen zwei Jahren eine kritische Bilanz zeitgenössischer europäischer Architektur zieht. Die Besucher erfahren mehr über aktuelle Architekturpositionen, lernen Bauherren und Nutzer kennen und können sich in die Geräuschkulisse der jeweiligen Orte vertiefen.

Das Industrie- und Baudenkmal, welches den heutigen Business Park ausmacht, ist eng verbunden mit dem Architekten Ludwig Mies van der Rohe und der industriellen und wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt Krefeld. Gebaut wurden die Industriegebäude für die Vereinigten Seidenwebereien AG (Verseidag), ein Großunternehmen der Textilindustrie. Mies van der Rohe wurde mehrfach zur Planung und Realisierung der Fabrikbauten hinzugezogen. Ab 1930 beschäftigte er sich vor allem mit der Gestaltung des Büro- und Lagergebäudes für Herrenfutterstoffe sowie der Färberei. Die Verseidag-Bauten in Krefeld blieben weltweit die einzigen Industriebauten des Architekten. Für die ehemaligen Direktoren der Verseidag realisierte Mies van der Rohe zudem zwei nebeneinander gebaute Wohnhäuser, die heutigen Museen Haus Lange und Haus Esters in Krefeld.

Der Preis für 2015 war an das katalanische Architekturbüro Barozzi/Veiga für die Philharmonie im polnischen Stettin gegangen.

(sti)
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