Krefeld: Ausgezeichnet: Vier Krefelder packen an und schaffen Großes

Krefeld: Ausgezeichnet: Vier Krefelder packen an und schaffen Großes

In einer Feierstunde überreichte jetzt Oberbürgermeister Frank Meyer den Preis für "Bürgerschaftliche Selbsthilfe" an vier engagierte Krefelder.

Nicole Vogel ist seit fünf Jahren Patin für den Spielplatz Fungendonk in Oppum. Seitdem hat sie dort zweimal jährlich Kindertrödelmärkte organisiert, um mit dem Erlös den wenig attraktiven Spielplatz aus den Fünfzigerjahren zu modernisieren. So kam eine Summe von 25 000 Euro zusammen, die nun in die Spielplatzsanierung fließt. Außerdem kamen dem Spielplatz durch Onlinevoting zahlreicher Menschen auf den Internetseiten von Fanta Spielplatz-Initiative und Deutschem Kinderhilfswerk weitere 3000 Euro zugute, die schon in neue Spielgeräte investiert wurden.

Foto: Stadt Krefeld

Für ihren außergewöhnlichen Einsatz ehrte nun Oberbürgermeister Frank Meyer die engagierte Spielplatzpatin und überreichte ihr den Preis für "Bürgerschaftliche Selbsthilfe". "Im Zusammenhang mit Ihrem Engagement nur vom 'Betreuen' eines Spielplatzes zu sprechen, das wäre eine echte Untertreibung", würdigte Meyer den Einsatz von Nicole Vogel. Er betonte in seinen Dankesworten, dass der Spielplatz am Fungendonk seine Attraktivität für die zahlreichen Kinder in der Donksiedlung deutlich steigern wird.

Nicole Vogel ist eine von fünf engagierten Krefeldern, die jetzt ausgezeichnet wurden. Laut Ratsbeschluss wird das Preisgeld wie folgt aufgeteilt: Spielplatzpatin Vogel erhielt 1000 Euro, Josef Kalenberg von der Kinderuni Zweistein bekam 750 Euro und auch Gerda Schnell und Klaus Reymann erhielten für ihren Einsatz und die Initiative für das Krefelder Bootshaus im Stadtwald 750 Euro. Der Preis für Bürgerschaftliche Selbsthilfe ist mit insgesamt 2500 Euro dotiert und kann sowohl für gemeinnütziges oder soziales Wirken wie für jede andere Art des besonderen bürgerschaftlichen Engagements für die Seidenstadt verliehen werden.

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Stellvertretend für die Kinderuni Zweistein wurde ihr Vorsitzender Josef "Jo" Kalenberg ausgezeichnet. Kalenberg ist Gründungsmitglied der Kinderuni, er lenkt und regelt die Geschicke des Vereins. Projekte für Kinder und Jugendliche, wie das Erlernen von Computerprogrammiersprachen, gehören genauso zum Programm, wie die Teilnahme der Kinder und Jugendlichen an der Kinder-Expo in den Jahren 2012, 2014 und 2016, am Seifenkistenrennen des Fachbereiches Jugendhilfe sowie an MINT-Projekten oder Mathekursen. Auch während der Sommerferien bietet Zweistein ein abwechslungsreiches Programm. "Wir wollen Kinder und Jugendliche dabei unterstützen, Selbstständigkeit, Kreativität, soziale Verantwortung und Leistungsbereitschaft zu entwickeln", beschreibt die Kinderuni ihre Zielsetzung. "Der Preis möge das Team ermuntern, mit dieser sinnvollen Arbeit weiter fortzufahren", sagte der Oberbürgermeister.

Seit vielen Jahrzehnten bildet das Bootshaus am Stadtwaldweiher mit dem Deuß-Tempel und dem Stadtwaldhaus ein Ensemble wie aus einem Guss. Doch das Fachwerkhaus war baufällig, Geld für die Sanierung fehlte - ein liebenswertes Stück Krefelder Identität drohte verloren zu gehen. "Das Bootshaus war zwar kein Denkmal, aber hätten wir dieses Kleinod verloren, wäre der Verlust dennoch unermesslich gewesen, denn es gehört zum Stadtwald wie der Deuß-Tempel, das Stadtwaldhaus und die Rennbahn", sagte Oberbürgermeister Meyer und verband damit seinen Dank an die Initiative, die sich für die Rettung eingesetzt hat. Engagierte Bürger unter Leitung von Gerda Schnell und Klaus Reymann, die nun dafür den Preis erhielten, hatten diese Initiative zur Rettung des Bootshauses ergriffen. Es soll wieder Anziehungspunkt für Jung und Alt werden, zum Standort für "Spiel ohne Ranzen", Natur-Workshops, Aktionen zur Umwelterziehung und natürlich für den Bootsverleih.

Von vielen Seiten kam Unterstützung, die Spendenbereitschaft war dank des unermüdlichen Einsatzes von Schnell und Reymann überwältigend. "Die heutige Preissumme nimmt sich bescheiden aus, wenn man weiß, was die beiden zusammengetragen haben. Rund 124 000 Euro haben sie aufgetrieben, um das alte Bootshaus am Stadtwaldweiher zu sanieren. Sie haben gewissermaßen viele Menschen mit ins Boot geholt", sagte Frank Meyer.

(RP)