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Krefeld: Ausbruch: Neue Spur im Fall Direkci?

Krefeld : Ausbruch: Neue Spur im Fall Direkci?

Im Fall der spektakulären Flucht des mehrfachen Bankräubers Rahim Direkci aus dem Krefelder Untersuchungsgefängnis gehen die Strafverfolgungsbehörden jetzt einer neuen Spur nach, die eigentlich eine alte ist: Nach Informationen unserer Zeitung handelt es sich bei dem Justizvollzugsbeamten, der vor wenigen Tagen in der JVA Willich bei einer von der Polizei eingefädelten Übergabe überführt wurde, wie er einem Gefangenen eine Pistole in die Zelle schmuggeln wollte, um einen der vier Beamten, die in der Nacht von Direkcis Flucht Dienst in der JVA Krefeld hatten. Die Staatsanwaltschaft wollte sich auf Anfrage unserer Zeitung nicht dazu äußern. "Zu diesem Punkt können wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Angaben machen", erklärte der Leitende Oberstaatsanwalt Hans Dieter Menden.

Rahim Direkci hatte mehrere Banken ausgeraubt, unter anderem die Volksbank in Hüls. Nach einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd in der Innenstadt konnte die Polizei ihn fassen. In der Nacht des 12. Oktober 2007 gelang ihm unter ungeklärten Umständen die Flucht .

Die vier JVA-Beamten des Krefelder Gefängnisses standen bereits kurz nach der Flucht im Verdacht, Direkci geholfen zu haben. Aus den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen Gefangenenbefreiung ergab sich allerdings kein strafrechtlicher Vorwurf.

Beim anschließend eingeleiteten Disziplinarverfahren wurde dem Beamten, der jetzt die Pistole besorgen wollte, allerdings nachgewiesen, dass er Dienstpflichten verletzt hat. "Dabei ging es allerdings nur um kleinere Abweichungen von den strikten Gefängnisvorschriften, beispielsweise, wann eine Stechuhr zu bedienen ist", erklärte gestern sein Anwalt auf Anfrage. Der Beamte wurde wegen der Verletzung von Dienstpflichten mit einer Geldbuße belegt.

(RP)