Krefeld: Ausbildung zum Schatzsucher

Krefeld: Ausbildung zum Schatzsucher

In Krefeld gibt es noch unentdeckte Bodendenkmäler. Ein Seminar soll Ehrenamtlerauf die Aufgaben von Hobby-Archäologen vorbereiten. Sie suchen und sichern Spuren der Stadtgeschichte.

Wird jetzt jeder zum Schatzsucher ausgebildet, zum Entdecker wertvoller Relikte, die uns unsere Vorfahren hinterließen? Wollen "Steegers Erben archäologische Forschung in Krefeld" treiben, Münzen oder Schmuck unter der Ackerkrume suchen und reich dabei werden? Nein, in der VHS geht es am Samstag um "Spuren suchen und sichern, Bodendenkmalpflege in Krefeld", und angesprochen sind interessierte Ehrenamtliche.

"Die Zeit der großen und reichen Gräberfelder ist vorbei", sagt Christoph Reichmann, Leiter des Museums Burg Linn, und ist doch interessiert an Helfern. Der Landschaftsverband Rheinland beschäftigt schon länger interessierte Laien, und Reichmann meint: "Beobachter kann man immer brauchen."

Auch in Gellep gibt es noch Bodendenkmäler, die es zu entdecken gilt, damit sie im Gebietsentwicklungsplan geschützt werden. Bekannte Bodendenkmäler sollen überwacht und Veränderungen registriert werden. Auch bei kleineren Baumaßnahmen kann rechtzeitiges Hinschauen von ausgebildeten Laien verhindern, dass vielleicht ein in Vergessenheit geratenes Bodendenkmal zerstört wird.

Ehrenamtler können auch in das Krefelder Begehungsprogramm integriert werden. Systematisch werden im Winter Äcker begangen, um vielleicht bisher Unbekanntes zu finden.

Auch technische Bauwerke zählen zu den Bodendenkmälern, alte Industrieanlagen beispielsweise. Eines der mittlerweile, dank Helmut Sallmann, bekanntesten Baudenkmäler in Krefeld ist die Landwehr im Forstwald. "Ich bin dabei", sagt Sallmann und interessiert sich auch für den Zertifikatslehrgang, "ich finde es gut, dass das Thema Bodendenkmal mehr ins Bewusstsein kommt."

Die Idee dazu hatte Robert Claßen, Vorsitzender des Vereins für Heimatkunde: "Es gibt in Krefeld außer den Fachleuten zu wenig Leute, die sich auskennen." Und einige, die sich als Einzelne kümmern, werden als "Sonderlinge" angesehen. Wenn sie erst mal einer anerkannten Gruppe angehören, finden sie leichter Gehör.

Beim Landschaftsverband Rheinland war man gerne bereit, auch in Krefeld Ehrenamtler zu schulen. Julia Obladen-Kauder, die mit ihrem Kollegen Clive Bridger-Kraus in der Xantener Dienststelle arbeitet, ist Krefelderin. Nach der Einführung am Samstag — zur Zeit gibt es 13 Anmeldungen — werden die Interessenten bei späteren Terminen Museen besuchen und in Xanten weitergebildet. Mit dem erworbenen Zertifikat besitzen die Absolventen dann auch einen Ausweis, der ihre "Schatzsuche" amtlich bestätigt.

Sollten "Steegers Erben" tatsächlich mal ein Goldstück aus der Erde holen, gehen sie nicht leer aus. In NRW teilen sich Grundstückseigentümer und Finder den Wert. Aber es besteht Meldepflicht und ein Vorkaufsrecht der Öffentlichen Hand.

Einführungsveranstaltung Samstag, 13. März, 10 bis 15 Uhr, Volkshochschule, Info-Telefon 02151 8626-58 und -74

(RP)