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Aufatmen in Krefeld: Kaufhof-Filiale bleibt erhalten

Galeria Kaufhof : Aufatmen in Krefeld: Kaufhof-Filiale bleibt erhalten

Die Nachricht sorgte für Riesenerleichterung, denn die Schließung wäre ein schwerer Schlag für die gesamte Innenstadt gewesen. Nach RP-Informationen aus dem Umfeld der Konzernzentrale war die Entscheidung knapp; in drei Jahren soll der Standort erneut bewertet werden.

Viele Worte wollte er nicht machen – an Tagen wie diesen ist allein die Konzernführung ermächtigt zum Sprechen. So viel aber sagte Thomas Lücking, Geschäftsführer von Galeria Kaufhof in Krefeld, am Freitag Nachmittag, als die erlösende Botschaft kam, dass die Filiale in Krefeld nicht geschlossen wird, dann doch: „Wir freuen uns wie Bolle.“ Da war er nicht allein: Politiker, Verwaltungsspitze und Wirtschaftsfachleute haben die Nachricht mit Riesenerleichterung aufgenommen. Die Schließung der Filiale wäre ein schwerer Schlag für die Innenstadt gewesen.

Die Entscheidung war offenbar knapp. Nach RP-Informationen verlautete aus  dem Umfeld der Konzernzentrale, dass dort die soziodemografische Entwicklung Krefelds skeptisch bewertet wird. Heißt: Die Entwicklung der Kaufkraft pro Kopf sowie die soziale und altersmäßige Entwicklung der Bevölkerung sehen die Analysten, Stand heute, eher negativ. Zudem soll die Krefelder Filiale, was den Umsatz pro Quadratmeter angeht, im Vergleich zu den anderen Häusern im letzten Drittel liegen. Es heißt  weiter, der Standort Krefeld soll in drei Jahren erneut bewertet werden.

Am Freitag herrschte in Krefeld erst einmal Freude, dass der Kaufhof bleibt. Krefelds designierter erster Wirtschaftsdezernent Eckart Preen, Geschäftsführer der Krefelder Wirtschaftsförderung, bewertet die Nachricht als Impuls, die Innenstadt voranzubringen. „Auch wenn ich fest mit dem Verbleib des Kaufhofs in Krefeld gerechnet hatte, ist die Bestätigung eine große Erleichterung und eine sehr positive Nachricht für den Standort Krefeld und natürlich für die Beschäftigten“, sagte er auf Anfrage, „dies wird uns auch Rückenwind für die künftigen Aktivitäten mit den Akteuren aus Handelsverband, Werbegemeinschaft, IHK, Stadtmarketing und weiteren Partnern im Sinne der Aufwertung der Innenstadt in schwierigen Zeiten geben.“

Erleichterung mit Blick auf Krefeld auch bei Oberbürgermeister Frank Meyer: „Für die gut 5300 Menschen, die bei Kaufhof ihren Job verlieren, ist die Nachricht dramatisch. Ich hoffe sehr, dass es gelingt, die sozialen Folgen so gut wie möglich abzufedern. Trotzdem freue ich mich natürlich, dass Kaufhof sich entschieden hat, in Krefeld zu bleiben. Das ist auch ein Bekenntnis zum Einzelhandels-Standort und spricht für eine positive Entwicklung unserer Innenstadt.“

CDU-Ratsherr Jürgen Wettingfeld sieht die Entscheidung dezidiert als Auftrag für die Politik: Die CDU freue sich für die Mitarbeiter; erklärte er auf Anfrage, „wir freuen uns für den Einzelstandort Krefeld. Es gilt jetzt, diese positive Entscheidung durch kluge Beschlüsse zur Innenstadt zu unterstützen. Hier sind alle Entscheider gefragt. Persönlich freue ich mich, dass sich meine Befürchtungen nicht bestätigt haben.“ Ähnlich äußerte sich Benedikt Winzen für die SPD: „Eine gute Nachricht für die Beschäftigten und die Stadt Krefeld. Der Kaufhof war und ist ein wichtiger Bestandteil in der Innenstadt. Die Weiterentwicklung und Begleitung der Innenstadt wird für uns alle eine dauerhafte Aufgabe sein, die wir erfolgreich meistern werden, wenn alle an einem Strang ziehen.“